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Y2K

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:55:50
Referenzen: http://www.glossar.de/
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beliebte amerikanische Abkürzung für das Jahr 2000:

"Y" steht für "year" und "2K" für "2 Kilo", was "2000" entspricht. Unter Y2K-Bug (Year 2000 Bug) versteht man das Problem der Zeitumstellung auf das nächste Jahrtausend. Technischer Hintergrund: Die meisten Softwareprogramme sind so geschrieben, daß sie die Jahreszahl nur zweistellig speichern und in dem Moment, in dem sie auf eine "00" stoßen, sie als das Jahr 1900 interpretieren. Ohne große Fantasie kann man sich vorstellen, daß ein solcher Fehler, z.B. im Finanzbereich zu schweren Fehlkalkulationen führen kann. Für Computer-Experten hat sich das Jahr-2000- Problem lange angekündigt. Ein Blick in die Geschichtsbücher der Datenverarbeitung zeigt, dass das Problem schon Ende der 70er Jahre bekannt war. Damals gingen die Programmierer jedoch davon aus, dass ihre Programme ohnehin nicht bis zum Jahr 2000 eingesetzt würden. Die Programmierer hatten gute Gründe, mit dem Speicherplatz sparsam umzugehen. Ein Speicherplatz bestand noch aus handgefädelten Ringmagneten. Jedes Zeichen kostete eine Mange Geld. In dieser Technologie würde ein Ende 1999 üblicher Hauptspeicher eines Personal Computers mit 64 Megabyte umgerechnet 640 Millionen Mark kosten. Die Programmierer ließen daher die Zahlen weg, die sich in absehbarer Zeit nicht ändern würden. Das erleichterte außerdem die Eingabe der Daten, die damals noch umständlich mit einer Lochkarte statt einer Tastatur vorgenommen werden musste. Ausgebreitet hat sich das Jahr-2000-Problem vor allem durch die damals verwendeten Programmiersprachen Cobol, Assembler und Fortran. An Universitäten werden diese Sprachen seit langem nicht mehr gelehrt, Kenner sind rar. In den USA wurden die Programmierer der ersten Stunde daher wieder aus dem Ruhestand geholt, um Unternehmen vor dem Computer-Chaos zu bewahren.

Der PC-Nutzer mit Windows-Betriebssystem und Standard-Software hatte durch das Jahr-2000-Problem dagegen nur wenig Ärger zu erwarten. "Das Jahr 2000 löst eine Folge von Nadelstichen aus, die vielleicht in der Summe ärgerlich werden können", sagt Peter Siering, Redakteur der deutschen Computerzeitschrift c't und Kenner des 2000-Problems. Manches Programm wird zunächst nicht drucken oder abgelaufene Lizenzen anmahnen. Doch mit ein paar Handgriffen sind die meisten Fehler zu beheben. Das Jahr-2000-Problem für den Heimcomputer hat zwei Seiten: Einerseits muss die Hardware die richtige Zeit vorgeben, andererseits müssen die Programme die Zeit richtig verarbeiten. Auf der Hardware-Seite (Platinen, Speicher, Laufwerke) liegt der Kern des Übels in der internen Uhr (Real Time Clock, RTC) des Computers, die den Anwendungen die Zeit vorgibt. Bei fast allen Personal Computern reichte es, diese Uhr nach dem Jahrtausendwechsel einmal umzustellen. Auf der Softwareseite wiederum steuern Betriebssysteme wie Windows die grundlegenden Funktionen, darüber liegen die Anwendungsprogramme wie die Textverarbeitung. Abgesehen von kosmetischen Fehlern haben auch DOS, Windows 3.x und Windows 95/98 von Microsoft nicht mehr Fehlermeldungen als üblich produzieren, nötigenfalls mußte das Datum einmal korrigiert werden. Schwierigkeiten konnten dagegen die Anwendungen bereiten. Während für Standard-Software Aktualisierungen vom Hersteller per Post oder via Internet bereitgestellt werden, standen die Chancen bei Spezial-Anfertigungen oder seltenen Programmen schlechter. Dort blieb nur die Hoffnung auf die Gutwilligkeit der Programmierer. Außerhalb der Windows-Welt sieht man dem neuen Jahrtausend entspannt entgegen: Hersteller und Nutzer von Betriebssystemen wie Linux oder OS/2 konnten in Ruhe Silvester feiern. Auch die Apple-Gemeinde brauchte sich nicht sorgen. Apple gewährte Garantie auf alle Apple-Hardwareprodukte und Programme seit 1984.

Obwohl natürlich die Zahl 2000 sehr magisch klingt, sind sich die Fachleute darüber einige, dass das Millennium erst im Jahr 2001 begann, denn die Zählung der Jahre nach Christi Geburt begann mit einer 1: mit Christi Geburt begann also das erste Jahr der neuen Zeitrechnung (ein Jahr 0 gab es nicht und 365 Tage nach Christi Geburt waren wir schon im 2. Jahr).




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