IT-Academy Logo
Sign Up Login Help
Home - Glossar - X - XML


XML

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:55:46
Referenzen: http://www.glossar.de/
Ansichten: 2707x

[Druckansicht] [Als E-Mail senden]

Abkürzung für "eXtensible Markup Language" - XML ist - wie übrigens auch HTML - eine "vereinfachte" Version der Standard Generalized Markup Language (SGML). Die Entwicklung von XML begann 1996 und seit Februar 1998 ist XML ein W3C-Standard. An der Entwicklung haben sich unter anderem Adobe, Hewlett-Packard, Microsoft, Netscape und Sun beteiligt.

XML soll es den Web-Site-Programmierern erleichtern, SGML-Anwendungen zu schreiben und dabei eigene Dokumententypen (DTD) festzulegen. Die eXtensible Markup Language bietet nämlich viele Mechanismen, die u.a. die Datenverwaltung im Netz erleichtern sollen, und die XML auch als Datenbankoberfläche in Intranets tauglich machen können. Außerdem lassen sich somit strukturierte Daten über Plattform-/ Betriebssystemgrenzen hinweg austauschen.

XML ist eine Methode, um strukturierte Daten - z.B. Kalkulationstabellen, Adressbücher, Konfigurationsparameter, finanzielle Transaktionen, technische Zeichnungen usw. - in einer Textdatei darzustellen. Programme, die solche Daten erzeugen, können sie binär oder in einem Textformat / ASCII-Format speichern - üblicherweise wird das ASCII-Format verwendet. Das ASCII-Format erlaubt es nämlich, im Bedarfsfall die Daten auch ohne das Original-Programm anzusehen und zu pflegen.

XML sieht im Quellcode beinahe so aus wie HTML. Wie die Hypertext Markup Language verwendet XML auch Tags und Attribute (in der Form 'name="value"'); während für HTML aber eindeutig festgelegt ist, was jedes Tag und Attribut bedeutet, benutzt XML die Tags nur zur Abgrenzung von Daten und überlässt ihre Interpretation vollkommen der Anwendung, die sie verarbeitet: Wenn in einer XML-Datei also beispielsweise die Markierung "

" vorgefunden wird, muß damit noch lange nicht die Abgrenzung eines Absatzes (englisch: paragraph) gemeint sein (so ist es zwingnd in einer HTML-Datei) - je nach Kontext kann es sich auch um eine Preisangabe, eine Bauteil-Eigenschaft, eine Person oder ein(e) ..... handeln. Die Regeln für XML-Dateien sind zudem viel strikter als bei der Hypertext Markup Language (HTML): Ein vergessenes Tag oder ein Attribut ohne Anführungszeichen macht die Datei sofort unbrauchbar, während dies bei HTML oft sogar explizit erlaubt ist - oder zumindest toleriert wird. Die XML-Spezifikation verlangt: "Anwendungen dürfen keine Vermutungen anstellen müssen, was der Erzeuger einer XML-Datei möglicherweise gemeint haben könnte; wenn die Datei beschädigt ist, muss eine Anwendung genau da anhalten und eine Fehlermeldung ausgeben."

XML ist eine Familie von Techniken. XML selber spezifiziert, was "Tags" und "Attribute" sind. Um XML herum gruppiert sich dann noch eine wachsende Anzahl optionaler Module, die weitere Tags, Attribute und Richtlinien für spezifische Aufgaben bereitstellen. Beispiele:

Xlink beschreibt eine Standardmethode, um Hyperlinks zu einer XML-Datei hinzuzufügen. XPointer & XFragments sind Syntaxen, um auf Teile eines XML-Dokuments zu zeigen. (Ein Xpointer ähnelt ein wenig einer URL, aber anstatt auf Dokumente im Web zu zeigen, zeigt er auf Daten innerhalb einer XML-Datei.) CSS, die Style-Sheet-Sprache, ist auf XML ebenso andwendbar wie auf HTML. XSL ist eine Weiterentwicklung für Style Sheets, die auf XSLT basiert. Dabei handelt es sich um eine Transformationssprache, die z.B. auch für das Umstellen, Hinzufügen oder Löschen von Tags und Attributen verwendet wird. Das DOM ist eine Standardmenge von Funktionsaufrufen zur Manipulation von XML- (und HTML-) Dateien (vergleiche mit Document Object Model).

XML Namespaces ist eine Spezifikation, die beschreibt, wie URLs mit jedem einzelnen Tag und Atribut in einem XML-Dokument verknüpft werden können. Wofür die betreffende URL verwendet wird, bleibt aber der Anwendung überlassen, die die URL liest. Die XML Schemata 1 und 2 unterstützen Entwickler bei der Definition ihrer eigenen XML-basierten Formate. Es gibt ständig weitere Module und Werkzeuge, die bereits verfügbar sind oder sich in Entwicklung befinden. Zu beachten sind hier die "technical report pages" des W3C.

Da XML üblicherweise ein Textformat ist, sind XML-Dateien prinzipbedingt fast immer größer als vergleichbare binäre Formate. Das war eine bewußte Entscheidung der XML-Initiatoren. Denn durch das Textformat lassen sich XML-Dateien bei Bedarf auch mit ganz einfachen Mitteln - z.B. einem normalen Texteditor wie Notepad - pflegen; der Nachteil der Datei-Größe kann dagegen an anderer Stelle meist kompensiert werden: Festplattenplatz ist in diesem Rahmen heutzutage kein Thema mehr, und Komprimierungs-/ ZIP-Programme können Dateien sehr gut und sehr schnell zusammenstauchen. Diese Programme sind für fast alle Plattformen verfügbar (und meistens kostenlos). Außerdem können Kommunikationsprotokolle wie Modemprotokolle und Hypertext Transfer Protocol (HTTP) Daten automatisch komprimieren und damit vergleichbar Brandbreite sparen wie ein binäres Format.

XML ist lizenzfrei, plattformunabhängig und gut unterstützt. Auffallend ist die große und ständig wachsende Ansammlung von Werkzeugen.

siehe auch: www.w3.org bzw. www.w3.org/XML




Userdaten
User nicht eingeloggt

Gesamtranking
Werbung
Datenbankstand
Autoren:04508
Artikel:00815
Glossar:04116
News:13565
Userbeiträge:16552
Queueeinträge:06246
News Umfrage
Ihre Anforderungen an ein Online-Zeiterfassungs-Produkt?
Mobile Nutzung möglich (Ipone, Android)
Externe API Schnittstelle/Plugins dritter
Zeiterfassung meiner Mitarbeiter
Exportieren in CSV/XLS
Siehe Kommentar



[Results] | [Archiv] Votes: 1154
Comments: 0