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SNMP

Autor: Thomas Baer (baer_thomas)
Datum: 07-12-2003, 07:40:33
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Was ist SNMP?

Je nach Größe und Struktur eines Netzwerks kann die Anzahl von Aktivkomponenten wie Server, Switches oder Routers schnell eine Dimension erreicht haben, die ein manuelles Erfassen aller für den korrekten Betrieb notwendigen Parameter quasi unmöglich macht. Es ist nicht ausreichend zu wissen ob ein Gerät am Netz funktioniert (up ist) oder nicht erreichbar (down ist). Oft entsteht die Frage: „Funktionieren meine Komponenten denn optimal?“. Diese, oder ähnliche Fragen, lassen sich nur durch eine Auswertung von Daten beantworten, die über längeren Zeitraum gesammelt worden sind. Das „Simple Network Management Protocoll“ (SNMP) bietet in diesem Zusammenhang seine Hilfe an.

SNMP selbst wurde erstmals 1988 vorgestellt um die wachsende Zahl von Geräten die mit dem „Internet Protocoll“ (IP) funktionieren zu managen. SNMP liefert dafür einen kleinen und einfachen (simple) Befehlssatz. Mit Hilfe dieser Befehle sind Administratoren in der Lage Parameter auf einem SNMP-kompatiblen Gerät zu verändern oder Informationen auszulesen. Die einzelnen Funktionalitäten sind Abhängig vom Endgerät. Ein Router beispielsweise könnte via SNMP komplett deaktiviert werden oder die Geschwindigkeit eines Ethernetinterfaces ausgelesen werden. In einer anderen Konstellation lässt sich die Umgebungstemperatur eines SNMP Geräts in einem Verteilerschrank regelmäßig prüfen und über eines Managementsoftware eine Informationskette einrichten die das administrative Personal beim verlassen von Normwerten automatisch per Mail, Pieper oder SMS informiert. SNMP steht für viele Menschen im IT-Bereich im direkten Zusammenhang mit Routern. Das liegt sicherlich daran, dass der direkte Vorgänger das „Simple Gateway Managment Protocol“ (SGMP) für die Administration von Internet-Routern entwickelt wurde. SNMP selbst eignet sich aber zu einem universelleren Einsatz zur Administration von Unix- oder Windowssystemen, Druckern, Modem-Racks, USV Systeme und anderen Netzwerkkomponenten. Das Einsatzgebiet ist jedoch nicht auf Hardware- oder Betriebssystemkomponenten beschränkt. Software, beispielsweise Datenbanksysteme oder Webserver, unterstützten ebenfalls immer häufiger SNMP.

Geschichtlicher Hintergrund SNMP wurde im Internetumfeld entwickelt, somit gibt es kein Unternehmen, welches beispielsweise Rechte an SNMP halten würde oder den weiteren Fortschritt direkt steuern könnte. Um einen Wildwuchs eigener Entwicklungen zu verhindern übernimmt die „Internet Engineering Taskt Force“ (IETF) die Rolle einer Standardisierungsstelle. Empfehlungen, Standards oder Vorlagen zur Standardisierung werden in Form von „Requests For Comments“ (RFC) im Internet veröffentlicht. Diese RFCs werden in Regel von Arbeitsgruppen, in denen freie Entwickler, Firmen- und Regierungsstellenvertreter gemeinsam an einem Entwurf gearbeitet haben, geschrieben.

Die erste Stufe in der Standardwerdung stellt dabei der vorgeschlagene Standard (proposed Standard) dar, gefolgt vom Entwurf (Draft). Wird eine endgültige Fassung eines Entwurfs bestätigt, so wird der Standardstatus ausgesprochen. Den vollen Standardstatus haben die wenigsten Entwicklungen im Netzwerkbereich erreicht – viele Standards verbleiben in den Vorstufen „historical“ oder „experimental“. Die aktuellste Version von SNMP stellt SNMPv3 dar, die aktuell in der Standardisierungsphase ist. Die derzeit üblicherweise verwendete Fassung von SNMP ist nach wie vor die Ursprungsversion SNMPv1. SNMPv1 ist als voller Standard der IETF in RFC 1157 definiert und wird von einer großen Anzahl von Netzwerkkomponenten unterstützt. Die gute Unterstützung durch die Hersteller wird durch den Umstand geschmälert, das SNMPv1 sehr unsicher ist. Die komplette Sicherheit gegen den unberechtigten Zugriff auf die Komponenten wird durch ein Community-String (eine einfache Zeichenkette bestehend aus Zahlen und Buchstaben) hergestellt. Diese Zeichenkette wird in jedem Zyklus unverschlüsselt über das Netzwerk übermittelt. Das Community-String stellt im Konzept auch weniger eine Sicherheitseinrichtung, denn ein Zugehörigkeitsmerkmal dar. So soll verhindert werden, dass Nachrichten aus einem administrativen Bereich in einen anderen quasi übersprechen. Es werden bis zu drei Zeichenketten in der Praxis verwendet: nur lesen (read only), Schreibzugriff (read-write) und Meldung (trap).




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