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Servlet

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:59:12
Referenzen: http://www.glossar.de/
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In Anlehnung an die Namensgebung für Java-Applets, die im Browser des Clients zur Ausführung kommen, handelt es sich bei Servlets um Applets auf der Web-Server-Seite. Sie werden je nach Einstellung direkt beim Start oder bei Bedarf geladen und laufen auf der Java Virtual Maschine.

Im Gegensatz zu den üblichen CGI-Programmen bleibt ein Servlet nach dem ersten Aufruf geladen. Jeder weitere Zugriff auf das Servlet erfolgt daher ohne erneutes Laden und Erzeugen eines Prozesses. Insbesondere bei komplexen Anfragen und Antworten über HTML-Formulare erweist sich diese Technik als stabiler und wesentlich schneller als vergleichbare Implementierungen in Perl- oder Shell-Scripts.

Ein Servlet läßt sich über drei verschiedene Wege ansprechen. Wie ein herkömmliches CGI-Script kann man es im Rahmen eines Formulars als Aktion angeben. Beide Übertragungsmethoden für Parameter - GET und POST - stehen dabei zur Auswahl. Das Servlet wertet bei einer Übertragung das Environment und die übermittelten Parameter aus. Dieses Verfahren bietet sich insbesondere an, wenn auf einem Server bereits verschiedene CGI-Scripts ihren Dienst tun. Ohne viel Arbeit an der Oberfläche kann man die vorhandenen Funktionen ersetzen.

Die zweite Möglichkeit, ein Servlet einzusetzen, ist die Verwendung als Server Side Include (SSI). Dabei befinden sich in einer HTML-Seite Anweisungen, die der Server auswertet und an ein Servlet weiterleitet. Entsprechend der übergebenen Parameter fügt das Servlet dann variablen Inhalt an die entsprechende Stelle der Seite ein. Dieses Verfahren ist zwar schon fast so alt wie das Web selbst, hat sich aber nie massiv durchsetzen können, weil es die Geschwindigkeit stark beeinträchtigt. Bei der Verwendung von Servlets als Server Side Include sind die Performanceverluste jedoch deutlich geringer, da sich die gesamte Kommunikation innerhalb einer VM abspielt und zeitaufwendige Task-Switches auch entfallen.

Ein sogenannter Servlet-Alias bietet die dritte Möglichkeit, die Funktionen des Web-Servers zu erweitern. Dabei wird einem bestimmten Zugriff durch den Web-Client direkt die Ausführung eines Servlets zugeordnet. Es kann sich zum Beispiel um einen Dateinamen, alle shtml-Dateien oder ganze Verzeichnisse handeln.

Einer der Gründe für den lange Zeit ausbleibenden Erfolg von Java ist die unbefriedigende Geschwindigkeit und Funktionalität des AWT (Abstract Windowing Toolkit), der für Fensterverwaltung und -aufbau verantwortlich ist. Da auf der Server-Seite jedoch keine Benutzereingaben notwendig sind, kommen Servlets ohne das AWT aus und erreichen somit fast die Geschwindigkeit nativer Betriebssystemfunktionen.




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