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PC

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:54:13
Referenzen: http://www.glossar.de/
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Abkürzung für "Personal Computer" - Computer, der auf den persönlichen Bedarf zugeschnitten ist. IBM brachte 1981 den ersten PC auf den Markt und setzte damit einen weltweiten Standard, der in seinen Grundzügen immer noch aktuell ist.

Eigentlich schien das Rennen um die Vorherrschaft in der Büro- Computerbranche 1980/81 bereits gelaufen zu sein: In der Klasse der gerade noch bezahlbaren elektronischen Wunderkästen blitzten abseits der Großrechnerszene Namen wie Apple, Atari, Commodore, Sinclair, Tandy oder Xerox auf. Am 12. August 1981 holte der Büromaschinenpionier IBM aber zum Gegenschlag aus: In New York wurde der "IBM Personal Computer 5150" vorgestellt - die Geburtsstunde des PC. Ein Dutzend Ingenieure hatte unter strengster Geheimhaltung in 18 Monaten aus handelsüblichen Komponenten einen Rechner zusammengezimmert, der wie kaum ein anderes technisches Gerät vor oder nach ihm mit seinem technischen Konzept den Markt prägen sollte. Obgleich weder Aussehen noch die Rechenleistung oder gar das Betriebssystem dem neuesten Stand der Technik entsprachen, machte die schwere graue Kiste mit dem 4,77 MHz- Chip Intel 8088 Karriere. Wie die Hardware war auch das Betriebssystem schon damals nicht unbedingt Stand der Technik. Zu einem Lizenzvertrag mit dem Jungunternehmer Bill Gates über MS-DOS 1.0 kam es aber auch erst, nachdem ein Deal mit Digital Research über deren CP/M scheiterte. Firmen wie SIRIUS oder XEROX waren IBM und Microsoft mit Hardware sowie Betriebssystemen, die nicht auf kryptische Zeilenbefehle, sondern bereits auf Mausklick reagierten, damals bereits um mindestens zehn Jahre voraus. Immerhin war die nackte Basisversion des Ur- PC bereits für 1560 Dollar zu haben, mit Diskettenlaufwerk und Monitor wurde es jedoch schon doppelt so teuer.

IBM macht aus den bescheidenen technischen Werten des späteren Erfolgsmodells kein Hehl. "Seine Speicherkapazität betrug 64.000 Zeichen", heisst es nüchtern in einer Erklärung von IBM Deutschland. Selbst "der Drucker wurde von Epson gebaut und unter dem Label IBM verkauft". Doch der Erfolg des technisch angestaubten Billig- PCs war nicht aufzuhalten. Durch einen Vertrag mit der Ladenkette Computerland gelang es, das Produkt in den Markt zu drücken. In fünf Jahren wollte IBM 250.000 Rechner verkauft haben. Stattdessen ging der einmillionste PC bereits 1984 über den Ladentisch. "Wir hatten keine Ahnung, dass unsere Arbeit die Welt verändern würde", erinnert sich Mark Dean, der als 23- Jähriger zu den Entwicklern des IBM- PC gehörte. "Wir wollten den Menschen ein neues Produkt auf den Schreibtisch stellen, mit dem sie schneller und einfacher arbeiten konnten." IBM war jedoch nicht auf Dauer in der Lage, von seinem Nacht- und Nebel- Coup zu profitieren. Recht schnell hatte IBM seine Marktmacht an andere PC- Hersteller verloren. Da die Bauteile nicht von dem Unternehmen selbst konzipiert waren und die technische Dokumentation perfekt war, fing die Konkurrenz nur wenige Monate nach der Vorstellung des Ur- Rechners an, den IBM- Computer nachzubauen.

Das "Time Magazine" kürte die Maschine 1982 zum "Mann des Jahres". Im Herbst 1983 war der Ur- PC erstmals auch in Deutschland zu haben.

Die Zeitschrift Chip fragte im September 1986: "Ist der Altvater der Personal- Computer, der Apple II, heute ein Home- Computer, nur weil einige Heimmaschinen viel mehr Speicher bieten? Oder wird der Personal- Computer- Standard von heute, der IBM PC, eines Tages nur noch von Heimanwendern genutzt, weil professionelle Nutzer längst auf leistungsfähigere ... Maschinen umgestiegen sind?" Man befindet sich auch heute noch in dem Dilemma, daß durch die hohe Entwicklungskraft der Branche gerätebezogene Klassifizierungen kurzlebig sind: während ein Kleinwagen immer "klein" (in den Abmessungen) bleiben wird, können "Klein"- Rechner durchaus "größer" (in den Leistungsmerkmalen) werden als "Groß"- Computer. Der deutsche Arbeitskreis "Marketing- Informationssysteme für den EDV- Vertrieb" der Gesellschaft für Informatik hat sich deshalb bereits in den 80er Jahren eine neues Klassifikationsschema einfallen lassen. Es richtet sich nach "Ausbaubarkeit, Leistungsmerkmalen, Fähigkeiten, Architektur, Einsatzbereich, Software und Preis". Ob die neuen Klassen (fünf für universelle Computer) sinnvoller und eindeutiger sind und sich durchsetzen, bleibt abzuwarten. Zumindest werden nicht mehr die dem Stellplatz zugeordneten Begriffe (Home-, Arbeitsplatz-Computer, ...) angewandt:

VSC-L (für: Very Small Computers-Low End) für die Kleinsten aus der Home-Computer-Kategorie;
VSC-P umfaßt die etwas größeren Mikrocomputer, also die heutigen PCs und selbständige Terminals;
SC (für: Small Computer) für Mini-Computer;
LC (für: Large Computer) für Groß-Computer, wie sie von Rechenzentren eingesetzt werden
VLC entspricht in etwa die Klasse der heutigen Super-Computer.




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