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Napster

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:53:18
Referenzen: http://www.glossar.de/
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Napster ist eine Ende 1999 von Shawn Fanning, damals 18-jähriger Student im ersten Semester an der Northeastern University in Boston, aus der Taufe gehobene Musiktauschbörse, die ähnlich einer elektronischen Kleinanzeigenseite Angebot und Nachfrage vermittelt. Technisch ist Napster eine Person-to-Person File-Sharing Community: napster.com

Im Oktober 2000 gaben Bertelsmann und Napster die Bildung einer strategischen Allianz bekannt, mit dem Ziel, den Napster Person-to-Person File-Sharing-Service weiter zu entwickeln. Im Januar 2001 traten auch edel Music und TVT Records dieser Allianz bei. In diesem Jahr hat Napster bereits mehrere "Wired Magazine Readers Rave Awards" gewonnen, darunter "Best Music Site", "Best Innovative Start-up" und "Best Guerilla Marketing".

Mit Hilfe der Napster-Software des amerikanischen Startups Napster tauschen weltweit 37 Millionen registrierte Nutzer Musiktitel kostenlos untereinander aus (Stand November 2000). Durch das Programm wurde es möglich, Musikstücke in den Weiten des Internets aufzuspüren. Das Grundprinzip war von Anfang an so einfach wie durchschlagend: Napster pflegt ein riesiges Inhaltsverzeichnis aller Stücke und Nutzer, die Dateien werden dann direkt unter den Nutzern ausgetauscht. Problematisch am Napster-Prinzip ist, dass die Festplatten der Teilnehmer für Fremde zugänglich werden und das System deshalb nicht unbedingt sicher vor Manipulationen ist (siehe Peer-to-Peer-Technik). Als Datenformat nutzt Napster das MP3-Verfahren.

Napster Anwender sind also Teil einer großen Online-Gemeinschaft mit nur einem Anliegen: es geht um das Herunterladen und Bereitstellen von MP3-Musik. Und so funktionierts:

Die Napster-Software wird auf dem eigenen Rechner installiert und durchsucht dort freigegebene Verzeichnisse nach Musik-/ MP3-Dateien, die später anderen Napster-Anwendern zur Verfügung gestellt werden sollen. Nach der Eingabe von weiteren Informationen wie Computername und Verbindungstyp loggt sich ein Napster-Anwender auf dem Napster-erver ein.

Sobald die Verbindung steht, stehen unzählige MP3s zum Download bereit (in einem Test Mitte 2000 waren es über 110.000 Musikstücke). Auch die eigenen freigegebenen Angebote werden an die Napster-Datenbank gemeldet, die die Musikstücke aller Nutzer auflistet. Mit der Napster-Software läßt sich die zentrale Datenbank durchsuchen und das gefundene Stück direkt vom Rechner des Besitzers herunterladen.
Eingerichtete Chaträume, aufgeteilt nach Musikrichtung, ermöglichen zudem den Informationsaustausch zwischen angemeldeten Usern. Wird eine MP3 zum Herunterladen ausgewählt, läßt sich auch der Verbindungstsyp des Host-Computers erkennen, und somit auch die Übertragungsdauer abwägen.
Totgesagte leben länger - das trifft auch auf Napster zu. Verklagt, bedroht und immer wieder verpönt, muss sich Napster im September 2000 nicht nur gegen die RIAA zur Wehr setzen (siehe). Auch die US-Regierung, vertreten durch die zivile Abteilung des Justizministeriums, hat sich in den Fall eingemischt und fordert die Schließung der populärsten MP3-Tauschbörse.
Napster hat eine kleine Revolution im Internet ausgelöst, die schwer zu stoppen ist. Der Lauf gegen die Windmühlen hatte schon im Frühjahr 2000 begonnen. Doch die einzigen, die nach jeder Hiobsbotschaft für Napster die Sektkorken knallen lassen, sind nicht die Napster-Gegner, sondern Hersteller ähnlicher Programme, die ihre große Chance mit dem Ende von Napster kommen sehen.
Doch Napster gehört nun offiziell zur am meisten wachsenden Softwareanwendung aller Zeiten. Media Matrix - ein Unternehmen, das PC-Nutzer dafür bezahlt, dass sie sich mit Hilfe einer Überwachungssoftware über die Schulter schauen lassen, veröffentlichte Mitte September 2000 die Zahlen des Phänomens Napster:

Im Februar waren es "nur" 1,1 Million US-Anwender, die Napster benutzen. Im Juli hatte sich die Anzahl trotz der negativen Presse und den Unkenrufen der Illegalität auf 4,9 Millionen Anwender vervierfacht. Damit nutzen sechs Prozent der Amerikaner, die einen PC und ein Modem besitzen, die Software. 887.000 nutzen Napster gar bei der Arbeit. Dabei werde die MP3-Austauschsoftware durch alle Altersgruppen hindurch verwendet. Es ließe sich laut Bruce Ryon, Chef von Media Matrix, keine bestimmte Anwendergruppe bestimmen. "Es sind nicht nur die Jugendlichen, die Zeit haben und Leidenschaft für Musik", so Ryon. Die Zahl der tatsächlichen Nutzer weltweit lässt sich nur grob abschätzen. Laut Napster hätten aber allein in der 36. Woche mehr als 28 Millionen PC-Anwender die Software heruntergeladen.




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