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Kabelmodem

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:57:29
Referenzen: http://www.glossar.de/
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Weltweit gibt es etwa seit 1993 (in Deutschland seit 1995) kommerzielle Angebote von Kabelnetzbetreibern, um über das TV-Kabelnetz ins Internet zu gelangen. Dazu werden Kabelmodems benötigt. Sie sind in den Augen einiger Marktforscher die beste Möglichkeit für einen günstigen und schnellen Zugang zu Multimedia-Inhalten im Internet: Eine US-Studie aus dem Jahr 1998 erwartet z.B. bis zum Jahr 2005 weltweit 20 Millionen Anschlüsse. Allerdings gibt es bislang nur proprietäre Systeme auf dem Markt. Einen freien Wettbewerb gibt es bis heute nicht. Das könnte sich jedoch bald ändern. 1997 wurde der US-Standard MCNS verabschiedet (Multimedia Cable Network System), der sich vermutlich zum Weltstandard entwickeln wird. Führende Hersteller für Kabelmodems, darunter 3Com, Bay Networks, Zenith, Terayon und Motorola, aber auch Elsa in Deutschland wollen nach den MCNS-Spezifikation fertigen.

Kabelmodems lassen sich an Unix-Workstations, PCs oder Macs über Ethernet-Netzwerkkarten anschließen. Im Vergleich mit analogen Modems funktionieren Kabelmodems teilweise wie Router und sind mit Tuner, Netzwerkmanagement- und Diagnosesoftware ausgestattet. Manche Modems integrieren sogar Verschlüsselungs- und Autorisierungsverfahren. Sie sind ferner frequenzagil, das heißt, sie suchen in einem zugewiesenen Frequenzbereich den saubersten Kanal heraus und stellen sich darauf selbständig ein.

Die mit der neueren Kabelmodemgeneration erreichbaren Datenraten betragen bis zu 38 MBit/s im Downstream (zum Teilnehmer) und maximal 2 MBit/s im Upstream (zum Netz, auch Rückkanal genannt). Ältere Kabelmodems bieten downstream 32 MBit/s und 10 MBit/s im Rückkanal. Für Privatkunden sind solche Größenordnungen uninteressant (und sicherlich unbezahlbar): Er sendet beim Surfen nur wenige Bytes, um Seiten anzufordern und allenfalls gelegentlich eine E-Mail mit Attachment. Beim Laden einer durchschnittlichen Web-Seite fallen rund 50 bis 100 Kilobyte Daten an. Und selbst für das Abspielen von MPEG-1-Videos in Echtzeit reichen 1,5 MByte/s aus.

Außerdem hängt die Geschwindigkeit, mit der die Daten beim PC des Anwenders ankommen, nicht nur von der Bandbreite des Zugangs ab, sondern auch von der Anbindung des Kabel-Providers an das Internet und den dort vorhandenen Kapazitäten. Diese werden nur nach und nach auf eine weite Verbreitung von schnellen Endkundenzugängen ausgelegt. Auf einer überlasteten Verbindung etwa zu einem Web-Server in den USA, der zudem noch stark frequentiert ist, erreicht man selbst mit einem Kabelmodem keine höhere Geschwindigkeit als mit ISDN und T-Online - man bezahlt jedoch beim volumenabhängigen Gebührenmodell auch keine Gebühren für die Wartezeiten. Für besseren Durchsatz können Proxies beim Kabel-Provider sorgen, die häufig abgerufene Seiten lokal beim Provider zwischenspeichern und bei erneuter Anfrage schneller zur Verfügung stellen als aus dem Internet.




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