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IP-Telefonie

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:57:15
Referenzen: http://www.glossar.de/
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Abkürzung für "Internet-Protocol-Telefonie" • Internet-Telefonie oder auch "Voice over IP", "VoIP" oder "IP-Telefonie" nennen Fachleute den Trend im Jahr 2000. Gemeint ist die Übertragung der Sprache über das Internet bzw. das Internet Protokoll (IP).

Bei der IP-Telefonie werden Sprachsignale nicht nur über Telefonleitungen übermittelt, sondern in digitalen Datenpaketen über das Internet verschickt. Hierbei sind verschiedene Varianten des Telefonierens denkbar:

Von PC zu PC,
vom PC zum Telefon und umgekehrt
oder selbst via Internet von Telefon zu Telefon.
Wenn die IP-Pakete beim Angerufenen eintreffen, werden sie also, je nach verwendeter VoIP-Variante, entweder von "Gateways" (das sind in diesem Falle Schnittstellen zwischen dem konventionellen Telefonnetz und dem Internet) oder von dem angewählten Rechner weiterverarbeitet. Die Signale werden dekomprimiert, analogisiert und in hörbare Sprache umgewandelt.

Der auf der Anruferseite benutzte Rechner braucht prinzipiell nicht mehr Rechen-Leistung als zum klassischen WWW-Surfen - auf jeden Fall aber eine Vollduplex-Soundkarte. Als Zubehör verwendet man zudem sinnvollerweise ein so genanntes "Headset", das einen Kopfhörer mit einem Mikrofon verbindet. Was der Anwender dann in sein Mikrofon spricht, verwandelt die Soundkarte in digitale Datenpakete, die statt über die normalen Telefonleitungen durch das Internet geschickt werden. Einige Telefonie-Programme funktionieren bereits mit Datenübertragungsraten von 14,4 KB pro Sekunde, aber je schneller das Modem, desto höher ist die Qualität der Verbindung. Die besten Ergebnisse erreicht man über einen ISDN- bzw. DSL-Anschluss oder über eine Standleitung.

Die Idee, das Internet als Transportmedium für die Telefonie zu nutzen, wurde erstmals von der israelischen Firma VocalTec 1995 auf den Markt gebracht. In den USA gab es zunächst massiven Widerstand durch die Telefongesellschaften, die ein Verbot von IP-Telefonsoftware gefordert hatten, da bei Ferngesprächen für die Telefonverbindung von und zu den Einwahlknoten lediglich Ortstarife und für die eigentliche Fernverbindung nur die niedrigeren Kosten für Internetzugang und -nutzung anfallen. Außerdem funktioniert die Internet-Telefonie nicht über die staatlich kontrollierten Kanäle. Die Regierungen können den Verkehr praktisch nicht überwachen. Die Reaktion auf das Dilemma sind / waren unterschiedlich:

Einige Regierungen haben versucht, die ganze IP-Telefonie zu untersagen,
andere unterstellen sie dem staatlichen Telekom-Monopol,
wieder andere betrachten die IP-Telefonie als eine andere Form des Datentransports, der nicht zu regulieren ist.

China hat 2000/ 2001 eine rasante Kehrtwende vollzogen. Die Brüder Chen, die 1998 in ihrem Computerladen in Fuzhou Internet- Telefongespräche ins Ausland zum halben Preis anboten, landeten noch im Gefängnis. Sie hätten das Monopol von China Telecom verletzt, hieß es. Nun half den Chens, dass der Berufungsrichter ein wahrer "Wangchong" – chinesisch für Internetfreak – war. Er hob das Urteil auf. Das zuständige Ministerium erkannte zudem die ungeahnten Chancen. Drei Unternehmen wurden beauftragt, Netze aufzubauen. Die Chinesen rissen sich um die Anschlüsse. Das System wird inzwischen rasant ausgebaut. Für 2002 rechnet die Regierung mit Einnahmen aus der Internet-Telefonie von mehr als zwölf Milliarden Dollar.

Auch in Deutschland kann "per Mausklick" während des "Surfens" telefoniert werden, ohne dass eine gesonderte Telefonverbindung geschaltet und bezahlt werden muss. Softwareprogramme wie z.B. der SmartSurfer von WEB.DE helfen noch zusätzlich Kosten im Internet zu sparen. Weitere Nutzungsmöglichkeiten der neuen Technologie, wie Bildtelefonie oder Audio- und Videokonferenzen am PC werden bald keine Zukunftsvisionen mehr sein.

siehe auch

Internet-Telefonie
IP (Internet Protokoll)




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