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Intercast

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:57:03
Referenzen: http://www.glossar.de/
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Internet fast kostenlos. Die obsolete Technik, die das Surfen ohne Modem, Telekom und Provider ermöglichte, nannte sich Intercast und wurde von INTEL entwickelt. Intercast kombinierte zwei verschiedene Medien miteinander: Internet und Fernsehen. In Deutschland hatte sich INTEL mit dem ZDF zusammengetan.

Die Fernsehsender benutzten für Intercast keine Extrafrequenzen oder Sonderkanäle. Vielmehr wurden HTML-Dokumente und die zugehörigen Daten (Grafiken, Java-Applets, Audio- und Videosequenzen) wie Videotext in die sogenannte "Austastlücke" des analogen Fernsehsignals eingespeist (INTERCAST und Videotextsignale konnten parpallel übertragen werden!). Um diese Daten darzustellen, benötigte man - ähnlich wie beim Videotext - einen speziellen Decoder / eine Intercast-TV-Karte. Für den Intercast-Empfang brauchte der PC-Nutzer eine Steckkarte, die es von Miro bzw. Pinnacle Systems und Hauppauge für 200 bis 300 Mark gab. An diese Karte wurde das Antennenkabel gestöpselt, so daß sie für den Empfang des Fernsehprogramms, aber auch von Videotext und eben Intercast, gerüstet ist. Zusätzlich zur Hardware benötigte man einen Intercast-Viewer. Der Nutzer aktivierte den Intercast-Viewer und verfolgte auf einem Bildschirmfenster das Fernsehprogramm während er in einem zweiten Fenster programmbegleitende Webseiten zur gerade laufenden Sendung abrufen konnte - beispielsweise während eines Fußballspiels die Daten zu Spielern und Schiedsrichter, die Spielstände paralleler Matches, Tabellenstände oder Vorschauen auf die nächsten Begegnungen. Läuft Werbung, etwa für ein Auto, liefert Intercast Informationen über technische Details aller Modelle, Preise oder das Zubehör. Singt ein Popstar, steuert Intercast Konzert-Termine bei, Rufnummern für Ticketbestellungen oder Infos zu den CDs. Berichtet das »heute-Journal« über ein Medikament gegen Haarausfall, meldet Intercast den Namen des Medikaments, den Preis und die Bezugsquellen. Intercast sendete auch Web-Seiten, die nichts mit den TV-Programmen zu tun hatten. Am PC zu bleiben war dabei aber nicht notwendig - Intercast legt alle gesendeten Web-Seiten auf der Festplatte ab. Allerdings stellte das System nicht das ganze Internet zur Verfügung: keine elektronische Post, keine Newsgroups.

Die INTERCAST-Datenübertragungsrate hing von der Anzahl der Zeilen in der Bildautastlücke ab, die für die Übertragung der INTERCAST-Inhalte zur Verfügung stande. Das ZDF arbeitet mit einer Übertragunsrate von ca. 20 KBit pro Sekunde (2 Zeilen werden übertragen). Das bedeutet, daß pro Stunde ca. 9 MB Daten übertragen werden können. Bei einer duchschnittlichen HTML-Seitengröße von 30 KB sind das ca. 300 HTML-Seiten pro Stunde.




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