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Hoax

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:52:38
Referenzen: http://www.glossar.de/
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"Hoax" ist eine englische Bezeichnung für "schlechter Scherz". Der Begrieff "Hoax" hat sich im Internet als Bezeichnung für die zahlreichen falschen Warnungen vor bösartigen Computerprogrammen eingebürgert, die angeblich Festplatten löschen, Daten ausspionieren oder anderweitig Schaden auf den Rechnern der Betroffenen anrichten sollen. Nicht nur Neulinge im Netz, sondern auch erfahrene Netzwerk-Administratoren fallen auf die schlechten Scherze oft herein, die via elektronischer Post (E-Mail) wie ein Kettenbrief durch das weltumspannende Computernetzwerk wandern.

Hier ein konkretes - wenn auch etwas überzogenes - Beispiel für einen Hoax:

"Wenn Sie eine E-Mail mit dem Titel 'Bad Times' erhalten, loeschen Sie sie sofort, ohne sie zu lesen. Es handelt sich hierbei um den bislang gefaehrlichsten E-Mail-Virus. Er wird Ihre Festplatte formatieren. Und nicht nur die, sondern auch alle Disketten, die auch nur in der Naehe Ihres PCs liegen. Er wird das Thermostat Ihres Kuehlschranks so einstellen, dass Ihre Eisvorraete schmelzen und die Milch sauer wird...." (siehe auch www.kirche-muelheim.de/homepages/rpr/bad_times.htm).

Die meisten "Hoaxes" sind nach dem gleichen Schema gestrickt:
- sie beginnen mit einem Aufhänger, der Seriosität vermitteln soll,
- es folgt die angebliche Aufklärung über die Bedrohung aus dem Netz,
- gefolgt von der Bitte, diese Warnung möglichst allen Bekannten zukommen zu lassen.

So oder ähnlich funktionieren fast alle - egal, ob sie nun "Penpal Greetings", "Irina", "Make Money fast", "Deeyenda", "Join the Crew" oder "PKZ300" heißen. Einer der Klassiker des Genres ist die Warnung vor einem Virus namens "Good Times", die immerhin seit 1994 durch das Netz geistert und mittlerweile legendären Status erreicht (siehe Beispiel).

Der Chaos Computer Club (CCC) in Hamburg warnt vor Leichtgläubigkeit: "Wer etwas nachdenkt, kommt darauf, daß das Quatsch sein muß. Die Warnungen enthalten zudem oft völlig allgemeine Aussagen, wie JEDER, der diese Mail öffne, sei betroffen, ALLE Computer würden zerstört, obwohl so etwas nicht möglich ist." Kein Virus sei in der Lage, so der Club, sämtliche Mail-Programme und Computer- Konfigurationen so genau zu kennen, daß er auf allen Rechnern Schaden anrichten könne. "Jede Warnung im Internet per E-Mail ist primär erstmal als Hoax oder Verulkung einzustufen". Insofern sind Hoaxes durch die Ausfälle an Arbeitszeit dann doch oft gefährlich: von der "Good Times"-Warnung gibt es immerhin ein Fax, das sechs Seiten Verteiler-Adressen enthielt.

Schwarzen Humor bewiesen die Programmierer des E-Mail-Virus Win.RedTeam, der vor einem Virus warnt und ein entsprechendes Programm zum Entfernen mitliefert. Tatsächlich ist dieses Programm der eigentlich Virus. Da viele Antiviren-Programme immer nur auf schon bekannte Viren reagieren, geben Experten immer wieder den Rat, angehängte Dateien von unbekannten E-Mails nicht zu lesen, sondern sie sofort zu löschen.

Hoaxes spielen mit der Unsicherheit vieler Computer-Nutzer beim Umgang mit ihrem Gerät: was als Service dienen soll, beispielsweise der automatische Aufruf bestimmter Programme, macht es immer undurchschaubarer, was auf dem eigenen PC vor sich geht. Das allzu Komfortable hat auch seine Nachteile. Generell sollte man verhindern, daß Programme ohne Bestätigung des Benutzers gestartet werden können. Einfache Text-Mail, die mit einem normalen Programm gelesen wird, kann keinen Schaden anrichten.




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