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D-VHS

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:50:52
Referenzen: http://www.glossar.de/
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D-VHS ist die Abkürzung für "Data Video Home System" oder "Digital Video Home System" • D-VHS, ist die digitale Version des mehr als 20 Jahre alten analogen VHS-Standards. Auf der internationalen Funkausstellung 1997 haben der Entwickler des VHS-Video-Standards - JVC - sowie Phillips erste Geräte präsentiert. Ende 1999 kamen erste Geräte auf den Markt (siehe Pressemitteilungen).

Was ist an D-VHS interessant? D-VHS-Recorder können alles, was herkömmliche VHS-Recorder auch können, und darüber hinaus eine Menge an digitalen Daten speichern, zum Beispiel die Bild- und Tondaten von einem digitalem Sat-Receiver (Set-Top-Box).
Allerdings solange Digital-TV in Deutschland nicht richtig in Fahrt kommt, stehen auch D-VHS-Recorder nicht in den Regalen. Zwar übertragen schon etliche Anbieter ihre Sendungen in Bits und Bytes. Doch keines der rund 30 freien und etwa 50 zahlungspflichtigen Pay-TV-Programme in den Paketen von Premiere Digital kann der Daten-Recorder für Digitalaufnahmen anzapfen - den dafür nötigen normierten digitalen Ausgang bieten SetTop-Boxen auch Ende 1999 nicht.

Aber was werden die D-VHS-Recorder in Zukunft bieten?

An der Rückseite des D-VHS-Recorders sitzt eine Firewire-Buchse, jene Schnittstelle, die Besitzern von vielen digitalen Camcordern bereits bekannt ist. Über sie erhält der Recorder seine Datenkost im MPEG-2-Format. Geräte sollen mittelfristig unter 2.000 DM kosten; entsprechende Geräte bei der digitalen Alternative - DV - von Sony kosten zur Zeit 7.500 DM. Das Speichermedium: eine herkömmliche S-VHS-Kassette, aber mit zusätzlicher Lochkennung im Gehäuse. Mit einem Langlaufband vom Typ "DF 4202 lassen sich so bis zu sieben Stunden Film in Studiobildqualität aufzeichnen. (Im Longplay-Modus sogar 21 Stunden.) Das entspricht einem Datenaufkommen von enormen 44,4 Gigabyte. Die D-VHS-Kassette ist genauso groß, wie eine übliche VHS-Kassette. Heutige VHS- und S-VHS-Kassetten können in D-VHS-Geräten abgespielt werden.
Im HD-Mode können 3.5 Stunden aufgenommen werden. Es ist ebenfalls geplant Geräte herauszubringen, die an Computer angeschlossen werden können. Dann können neben Videosignalen auch Daten auf ein D-VHS-Band übertragen werden – immerhin ca. 44 Gigabyte! Es wird keine kleinen D-VHS-Camcorder geben (vorerst!). Aber die D-VHS-Geräte können an DV- bzw. Mini-DV-Camcorder digital angeschlossen werden (per Firewire-Standard), so daß keine Übertragungs-Verluste zu erwarten sind.
In der Betriebsart "Multi-Camera-Recording" kann der Datensammler auch die Formel-1-Berichte von Premiere Digital mit ihren Mehrkamerafahrten konservieren. Zur Wiedergabe lassen sich die einzelnen Perspektiven beliebig abrufen. Tollstes Feature: Nach der gleichen Technik lassen sich auch (drei?) völlig unterschiedliche Programme gleichzeitig aufzeichnen. Als Multitalent erweist sich D-VHS auch beim Sound und bringt alle Filmtonformate aufs Band: Stereo, Dolby ProLogic sowie die beiden digitalen Surroundsound-Varianten AC-3 und MPEG-2-Audio. Im D-VHS-Szenario ist der Videorecorder der für Aufnahmen vom Digital-TV mit einem Digital-Sat-Receiver verbunden. Dieser Empfänger, auch Set-Top-Box oder Digital Video Broadcasting-(DVB-)Receiver genannt, nimmt TV-Signale digital von einer Sat-Schüssel an, die per Universal-LNB auf Digitalempfang vorbereitet ist. Alle Geräte verbindet digital ein IEEE-1394-Kabel (Firewire).

Digitale TV-Sigrale sind nach dem weltweit genormten Datenkompressionsverfahren MPEG-2 für Bildsignale in einem DVB-Datenstrom verschlüsselt. Dieser kann gleich mehrere Digital-TV-Programme enthalten. Über ein Auswahlmenü in der elektronischen Programmzeitschrift am Bildschirm (EPG) läßt sich der D-VHS-Recorder kinderleicht für Aufnahmen programmieren. D-VHS wählt zur Aufnahme die Datenpäckchen der gewählten Sendungen aus den DVB-Paketen aus. Das Besondere daran: dem Recorder ist es völlig egal, ob sie sich zeitlich überschneiden (siehe Grafik). Er zeichnet einfach alle Beiträge dieser TV-Programme am 16. August 1997 von 20 Uhr bis 22.30 Uhr auf - also nicht nur die jeweils programmierten Sendungen. Der Grund: Die Auswahl aus dem Datenstrom muß feststehen, sie läßt sich während der Aufnahme nicht ändern. Der Recorder muß vielmehr vorab kalkulieren, ob die digitalen Daten der Wunschsendungen sein Speichervermögen nicht übersteigen (44,1 Gigabyte pro Kassette). Vor allem muß er berücksichtigen, daß der laufende Datenstrom seine Aufnahmekapazität von 14,1 Megabit pro Sekunde (Mb/s) nicht sprengt. Dafür liefern ihm die TV-Anbieter im sogenannten Subcode die Datenrate zu jeder Sendung mit.

Diese könnte der Recorder für eine Aufzeichnung in höchster Studioqualität nutzen. Grundsätzlich gilt: Die Sender bestimmen die Übertragungsrate und damit auch die Qualität. Der D-VHS-Recorder muß nehmen, was er kriegt. Die Höchstspielzeit einer D-VHS-Kassette DF 420 beträgt mit maximaler Datenrate sieben Stunden. Da jedes Bit in der Übertragung per Kabel oder Satellit bares Geld kostet, liegen die durchschnittlichen Datenraten spürbar niedriger üblicherweise bei 4 bis 6 Mb/s (Megabit NICHT Megabyte!).

Dann kann der D-VHS-Recorder aber seinen zweiten Trumpf ausspielen: Bei durchschnittlich 4 Mb/s vermag er beispielsweise drei Sendungen gleichzeitig aufzuzeichnen (dreimal 4 ist 12 Mb/s) Konsequenz: dreimal sieben Stunden Spielzeit in der Qualität der besten analogen S-VHS-Recorder.

Beinahe so wie jeder VHS-Videorecorder verhält sich D-VHS bei der Wiedergabe. Über das IEEE-1394-Kabel schickt der Recorder die digital gespeicherten Daten wieder zur Set-Top-Box, in der ein Digital-/Analog-Wandler (MPEG-2-Decoder) steckt. Dieser formt die Digitalsignale in analoge TV-Bilder nebst zugehörigem Stereoton um. Sie fließen über einen herkömmlichen SCART-Ausgang zum Fernseher. Digitalen Surroundklang nach Dolby AC-3 oder MPEG-2-Audio könnte ein Tonwandler im Empfänger bearbeiten und analog als 5.1-Signal ausgeben (jeweils 2 Lautsprecher vorne und hinten und ein "Center"-Kanal). Oder er gelangt über den digitalen Ausgang zu einem entsprechenden Digital-Surround-Receiver.

Der Wunschfilm schließlich läßt sich per Fernbedienung am TV-Schirm anwählen - die wichtigsten Infos zu jeder Aufnahme der Kassette zeichnet DVHS gleich mit auf. Schließlich sollen sich auch Zugriff und Bedienungskomfort klar von analogem VHS abheben (mit Material aus VIDEO 1/98).

Weitere Informationen gibt es unter

www.jvc.de




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