IT-Academy Logo
Sign Up Login Help
Home - Glossar - D - DivX


DivX

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:50:30
Referenzen: http://www.glossar.de/
Ansichten: 2523x

[Druckansicht] [Als E-Mail senden]

Was MP3 für die Musikindustrie, das ist DivX für die Filmbranche: Mittels dieser Technologie lassen sich nämlich Videodateien so stark komprimieren, dass sie - auch unautorisiert - relativ bequem über das Internet verschickt werden können. DivX basiert strukturell auf dem MPEG-4 Video Standard und entsprechend kodierte Filme (in der Regel AVI-Dateien) können mit Hilfe eines passenden Codecs in gängigen Video-Bearbeitungs- und Wiedergabe-Programmen editiert und angezeigt werden. Es gibt Codecs für alle wichtigen Betriebssysteme wie Windows, Linux, MacOS und BeOS.

Mit DivX ist vermutlich die größte Hürde für die Videobearbeitung am PC genommen worden, denn mit DivX steht ein ausreichend gutes Kompressionsverfahren zur Verfügung, um einen kompletten MPEG-2-DVD-Film auf eine CD-R zu brennen, um einen Zwei-Stunden-Kinofilm in passabler Qualität über normale CDs zu distribuieren. Durch DivX kann die Dateigröße eines DVD-Films um das Zehn- bis Zwölffache reduziert werden, so dass sich ein sechs Gigabyte großer Film auf relativ schlanke 700 Megabyte (und weniger) schrumpfen läßt. Die Qualität bleibt dabei deutlich über VHS-Standard.

Die Erfinder von DivX behaupten, einen Microsoft-Codec für MPEG-4 geknackt zu haben. Microsofts erste Implementierung von MPEG-4 ist seit Windows 98 auf jedem Windows-PC installiert und beschränkt die maximale Datenrate auf 256 Kilobit pro Sekunde. Für ein ruckelfreies Video in ansprechender Qualität ist das zu wenig. Durch den Hack wurde die Erhöhung der Bitrate auf bis zu 6000 Kilobit pro Sekunde möglich. Doch eine so hohe Bitrate ist gar nicht notwendig: 600 Kilobits pro Sekunde sind völlig ausreichend. Zudem wird vor der eigentlichen Frame-Codierung ein Weichzeichner eingeschaltet. Dieser ist nötig, da MPEG-Verfahren bei hohen Kontrastsprüngen für ein scharfes Bild mehr hochfrequente Signale und damit hohe Datenraten benötigen. Stehen diese nicht zur Verfügung, entstehen im Bild unansehnliche Artefakte, denen der Weichzeichner entgegen wirkt.

Für die Weiterentwicklung von DivX soll / will der französiche Hacker Jérome Rota (alias Gej) verantwortlich sein. Mit dem Anfang 2001 eingerichteten Open-Source-"Project Mayo" bzw. "OpenDivX" wurde von ihm die Weiterentwicklung kanalisiert und gezielt vorangetrieben. Die dafür eingerichtete Webseite - www.projectmayo.com - bietet entsprechend umfangreiche Angebote für Entwickler, Programmierer und Ideengeber. Und es scheint zu funktionieren, denn schon kurz nach Eröffnung des Forums bekam die DivX-Version v3.11 alpha einen Nachfolger mit der Version 4.0 alpha47. Und der nächste DivX-Nachfolger - "DivX Deux" - soll noch leistungsfähiger sein.

Dazu gesellen sich Entwickler, die an weiteren Video-Komprimierungsverfahren arbeiten. Besonders erwähnenswert ist (Anfang 2001) z.B. "3ivX": Diese DivX-Weiterentwicklung soll bei bis zu 60% höherer Kompression eine noch bessere Bildqualität zu erzielen.

Allerdings müssen DivX-Dateien immer mit der Version abgespielt werden, mit der sie komprimiert wurden, da auch die neueren DivX-Codecs nicht mit ihren älteren Versionen kompatibel sind.

Mit DivX lassen sich übrigens nur die Bilder einer Videos bearbeiten - nicht jedoch der Ton. Dafür wird meist das bewährte MP3-Format hinzugezogen. Es gibt bereits (Anfang 2001) einige Programme, die sich DivX bedienen, um DVD-Filme in DivX-Dateien umzuwandeln. Ein weit verbreitetes heißt FlaskMPEG.

Der DVDtoCD-Kopiervorgang läuft in der Regel so ab:
Zunächst ist der DVD-Film auf die Festplatte zu kopieren und der Kopierschutz zu beseitigen.
Dann erfolgt die Umwandlung des Videos per FlaskMPEG und DivX.
Schließlich muss noch der Ton komprimiert und synchronisiert werden (im MP3-Format).
Für diesen kompletten Kopiervorgang ist mit einem Zeitaufwand von ungefähr vier bis 12 Stunden zu rechnen - entscheidend ist die Rechnerleistung.
Zur Rechtslage: Gemäß Paragraph 53 Absatz 1 des Urheberrechtsgesetz darf man zum eigenen Gebrauch Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken anfertigen. Und zwar bis zu sieben(!) Kopien. Diese Kopien dürfen durchaus verliehen werden, allerdings muss dies absolut kostenfrei geschehen. Der Tausch oder der Verkauf dieser Kopien ist eindeutig illegal!

siehe auch:

Video-Bearbeitung, Video-Kompression, AVI, AC97, Codec, DVD und AMR

www.projectmayo.com und www.divx.com
www.3ivx.com
www.divx-digest.com

Übrigens: Der Name "DivX" spielt auf ein gescheitertes Verfahren für Leih-DVDs an - hat damit technisch aber nichts weiter gemeinsam: Einige Film-Studios (Walt Disney, Universal, Paramount und DreamWorks) kündigten 1998 einen DVD-Standard namens "DIVX" als "Digital Video Express" an. Dabei sollte es sich um eine Art von Video-on-Demand-System handeln, bei dem der Kunde für jedes Abspielen einer zuvor gekauften DIVX-DVD extra hätte bezahlen sollen ­ das DVD-Abspielgerät sollte dazu per Modem mit einer Zentrale verbunden und der Betrag automatisch abgebucht werden.




Userdaten
User nicht eingeloggt

Gesamtranking
Werbung
Datenbankstand
Autoren:04511
Artikel:00815
Glossar:04116
News:13565
Userbeiträge:16552
Queueeinträge:06248
News Umfrage
Ihre Anforderungen an ein Online-Zeiterfassungs-Produkt?
Mobile Nutzung möglich (Ipone, Android)
Externe API Schnittstelle/Plugins dritter
Zeiterfassung meiner Mitarbeiter
Exportieren in CSV/XLS
Siehe Kommentar



[Results] | [Archiv] Votes: 1158
Comments: 0