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AGP

Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 01-01-2002, 21:48:06
Referenzen: http://www.glossar.de/
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Abkürzung für "Accelerated Graphics Port". Nach ISA, EISA, Microchannel, LocalBus und PCI ein weiterer Steckplatz / Bus im PC-Bereich. Er macht die Grafik schneller und realistischer. Die Idee ist/war simpel: Man erlaube der Grafikkarte, sich nach Belieben Speicherplatz vom Arbeitsspeicher (RAM) auf der Hauptplatine abzuzweigen, und sorge mit einem unabhängigen, separaten Grafikbus dafür, daß die Daten auf direktem Wege schnell herbeigeschafft werden können.

Der AGP-Bus wurde zunächst mit 66 Megahertz getaktet; gegenüber dem mit 33 Megahertz getakteten PCI bedeutete dies eine Erhöhung der maximalen Übertragungsrate auf 266 Megabyte pro Sekunde (MB/s). Im Pipelining-Verfahren des 2x-Modus (siehe den Kasten) kamm man sogar auf einen Maximalwert von 595 MB/s, was der vierfachen Geschwindigkeit des PCI-Busses entsprach.

Die höhere Bandbreite beim Datentransfer ist nicht der einzige Vorteil, den AGP gegenüber PCI zu bieten hat.

So verfügt AGP beispielsweise über einige zusätzliche Signalleitungen, um das Pipelining zu steuern: Während beim PCI-Bus eine Anforderung von Daten erst dann erfolgen kann, wenn der vorangegangene Datentransfer abgeschlossen ist, können beim AGP Daten bereits angefordert werden, während die zuvor verlangten Daten noch im Speicher gesucht werden. Am AGP-Bus hängt ausschließlich die Grafik. So kann die gesamte Bandbreite des Busses genutzt werden, ohne auf andere Geräte (SCSI-Adapter, ISDN-Karte,...) Rücksicht nehmen zu müssen. Damit ist AGP aber nicht so universell wie der PCI-Bus, für den es alle möglichen Steckkarten gibt. Der AGP ist deshalb eher eine Erweiterung als ein Ersatz der PCI-Steckplätze. Texturen können direkt aus dem Arbeitsspeicher (RAM) ausgeführt werden. Auf der AGP-Grafikkarte reich(t)en zunächst 4 Megabyte RAM auch für anspruchsvolle Aufgaben aus (Spiele ausgeschlossen). Hauptprozessor (CPU) und Grafikchip können quasi gleichzeitig auf das RAM zugreifen. Auf die Grafikdaten im RAM kann die CPU schneller zugreifen als auf den lokalen Grafikspeicher auf der Karte.

AGP-Spezifikationen

AGP ist nicht gleich AGP. In den Spezifikationen sind verschiedene Modi definiert, mit denen unterschiedlich große Bandbreiten erreicht werden. Für die erreichbare Geschwindigkeit des Grafik-Subsystems ist diese Bandbreite ganz entscheidend.

AGP 1x: Allein der auf 66 Megahertz verdoppelte Bustakt liefert mit 266 MB/s einen doppelt so hohen Datendurchsatz wie PCI. Zu beachten ist dabei, daß es sich bei dieser Angabe - wie bei allen hier dargestellten Modi - um einen Peak handelt. Die in der Praxis erreichten Werte liegen darunter.

AGP 2x: Hier wird nicht nur die aufsteigende, sondern auch die abfallende Flanke des 66-MHz-Clock-Signals dazu benutzt, einen Datentransport zu initiieren. Das Resultat: eine maximale Übertragungsrate von 528 MB/s. Ob der schnellere 2fach-Modus unterstützt wird, hängt vom Hersteller der Grafikkarte ab. Außerdem konnte der AGP 2x-Moduls lange Zeit gar nicht doppelt so schnell sein wie der 1fach-Modus, da 528 MB/s bereits die maximale Bandbreite des Arbeitsspeichers waren, auf den aber auch die CPU zugreift.

AGP 4x: Den Engpaß beim Speicherzugriff könnte der 4x-Modus beseitigen. Voraussetzung dafür ist eine Erhöhung des AGP-Bustakts von 66 auf 100 Megahertz. Damit wird rein rechnerisch ein Peak von 800 MB/s erreicht.

AGP 8x: Intel hat Ende 2000 eine Spezifikation des neuen Schnittstellenstandards für Grafikkarten "AGP 8x" veröffentlicht. Die Version "Rev. 0.9" ist zwar noch nicht endgültig verbindlich, gibt Herstellern allerdings schon klare Richtlinien, wie die Technologie aussehen wird. Intel betrachtet AGP 8x als "natürliche Evolution" der bisherigen Standards AGP 2x und AGP 4x. Das Unternehmen glaubt, dass die neue Generation, die nicht vor 2002 in Geräten erwartet wird, den Bandbreitenbedarf "für mindestens zwei Grafikkartengenerationen abdecken wird". Der theoretische Datendurchsatz von AGP 8x liegt bei 2,1 Gigabyte je Sekunde. Der Leistungsfähigkeit des neuen AGP-Ports werden allerdings durch die Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers Grenzen gesetzt. Denn der Datendurchsatz am AGP-Port kann höchstens so hoch sein wie der des Arbeitsspeichers. Beim 1600er DDR-RAM sind somit maximal 1,6 Gigabyte Datenübertragung pro Sekunde möglich. Die ersten greifbaren Produkte mit dem neuen Steckplatz-Standard sollen im vierten Quartal 2001 erscheinen. Sowohl Pentium 4 wie auch Athlon sollen jeweils mit SDRAM und DDR-RAM unterstützt werden.




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