IT-Academy Logo
Sign Up Login Help
Home - Internet - Politik/Gesetze - Abhörsystem Echelon



Abhörsystem Echelon

Die Gerüchte der letzten Jahre haben sich immer häufiger bestätigt. Datenübertragungen sowie Telefonate können von Behörden abgefangen, aufgezeichnet und überwacht werden.


Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 23-01-2002, 19:05:47
Referenzen: keine
Schwierigkeit: Anfänger
Ansichten: 5410x
Rating: 5.25 (4x bewertet)

Hinweis:

Für den hier dargestellte Inhalt ist nicht der Betreiber der Plattform, sondern der jeweilige Autor verantwortlich.
Falls Sie Missbrauch vermuten, bitten wir Sie, uns unter missbrauch@it-academy.cc zu kontaktieren.

[Druckansicht] [Als E-Mail senden] [Kommentar verfassen]



Das Abhörsystem Echelon

Einführung

 

Ist es in Ordnung Briefgeheimnisse zu verletzen, E-Mails mitzulesen oder Telefonate abzuhören? Eigentlich nicht, dies wäre ein massives Eindringen in die Privatsphäre. Einrichtungen wie die Polizei sind bei bestimmten Verdachtsmomenten mittlerweile dazu berechtigt; aber: Wie sieht es mit geheimem weltweitem Abhören aus?

 

Was ist Echelon?

 

Das sind weltweite Abhörsysteme, die Feinde, aber auch Alliierte der beteiligten Staaten abhören. Es ist möglich, jede Kommunikationseinrichtung zu überwachen und Daten mit zulesen, ohne dass es der Betreiber des Anwenders oder der Regierung registriert.

 

Das Echelon-Netzwerk wurde in den späten sechziger Jahren entwickelt, Gründerstaaten waren die USA, GB sowie Neuseeland, Kanada und Australien.

Um das Ausmaß dieser Einrichtungen ein wenig zu verdeutlichen: Am 6.9.1960 haben zwei Ex-NSA Mitarbeiter eine Pressekonferenz über diese Aktivitäten gegeben: “Da wir für die NSA gearbeitet haben, wissen wir, dass die USA die geheime Kommunikation von mehr als vierzig Staaten mitlesen, eigene Alliierte eingeschlossen”.

 

Was macht Echelon?

 

Das weltweite Abhörsystem überwacht jegliche moderne Telekommunikation. Die Staaten, die ausspioniert werden, merken davon nichts. Es werden E-Mails, Telefonate, Satellitenübertragungen und sonstige Daten abgefangen und verwertet.

 

Da diese Datenmengen zu groß wären, um sie von Hand aus auf interessante Inhalte zu überprüfen und analysieren, muss hier die Technik ein wenig mithelfen: Eine der großen Hauptaufgaben ist der Einsatz von “Wörterbuch-Computern”. Diese suchen Texte, aber auch Telefonate automatisch nach bestimmten Ziffernkombinationen, Themen und Schlüsselwörtern ab. Auch automatische Stimmerkennung bei Telefonaten sind angeblich möglich. Damit ist es denkbar, z.B. sämtliche Telefonate Englands abzuhören und nur Gespräche aufzulisten, in denen das Wort “Bombe” vorkommt.

 

Zusätzlich gibt es in diesem System auch eine sogenannte “Watch-List”, in der tausende Bürger weltweit überwacht werden können. Diese Menschen werden gesondert ausspioniert. Auf dieser Watchlist befanden sich z.B. auch zahlreiche Gegner des Vietnam-Krieges.

 

Die zweite wichtige Funktion ist das Abhören fremder Satellitenkommunikationen, die zivil oder militärisch genutzt werden. Somit ist es den USA möglich, einen “weltweiten Zugang” zu erlangen, was 1992 der damalige NSA-Direktor Vive-Admiral William Studeman als einziges Ziel der NSA bzw. Echelon ansprach.

 

Erst im März 1999 hat die australische Regierung zum ersten Mal zugegeben, dass Berichte über ein geheimes Spionage-Netzwerk wahr sind.

 

Wie funktioniert Echelon?

 

Seit 1981 haben die NSA begonnen, das erste weltweite digitale Netzwerk aufzubauen. Dieses Netzwerk wurde quer durch alle Meere verlegt und hatte auch Verbindungen ins Weltall. Meistens beförderten die amerikanischen und britischen Satelliten Informationen für den Geheimdienst.

 

Das Abhörsystem wurde errichtet, um möglichst viele verschiedene Informationen abzufangen. Dies geschieht im wesentlichen in drei Schritten:

 

·          Sammlung von Daten

·          Analyse der Daten

·          Verteilung von Zuständigkeiten.

 

Die Hauptquelle der Daten sind elektronische Signale. In weiterer Folge werden auch Telefonkabel und andere Verbindungen (zb. Richtfunk) physisch abgehört. Ein brisantes Beispiel: Bei der British Telecom exisiert eine Abteilung, die nur dazu da ist, sämtliche Gespräche der Benutzer aufzunehmen und zu verwerten.

 

Wirtschaftsspionage?

 

Dass Terroristen und andere Verbrecher überwacht werden, ist für die meisten Menschen eher ein positives Faktum als ein negatives. Doch wie sieht es mit professioneller Wirtschaftsspionage aus? In der heutigen Zeit sind Informationen über Geschäfte der Konkurrenz sehr interessant.

 

Dass nicht nur Echelon andere Staaten ausspionieren möchte, sondern auch konkurrierende Firmen, beweist die Aussage der britischen Firma für Computer-Sicherheit Firetrench. Diese gibt zu, dass sie von verschiedenen Unternehmen angesprochen wurde, um Ausrüstung bereitzustellen, mit der die Unternehmer ihre Mitbewerber ausspionieren könnten.

 

Auch die USA hat sich durch das Abhörsystem enorme wirtschaftliche Vorteile verschaft. In den Jahren 1993 und 1994 hat die NSA der heimischen Wirtschaft Aufträge im Wert von 16,5 Millarden US-Dollar gesichert. Dies war für die einflussreichen Amerikaner auch recht einfach: Sobald die NSA via Echelon erfuhr, dass bei einem Geschäft (zb. zwischen Regierung und Firmen) Schmiergelder im Einsatz waren, wurde die amerikanische Außenpolitik aktiv. Diese wiederum kontaktierte die Regierung und verwies darauf, dass “Ein Annehmen von Schmiergeldern oder eine Auftragserteilung an eine nicht-amerikanische Firma die politschen Zusammenarbeit schwerer gestalten würde).

 

Wie könnte man sich schützen?

 

Um es vorweg zu nehmen: Nicht jeder Mensch der Welt wird rund um die Uhr abgehört, einige tausend Auserwählte sowie jede mittlere Firma (Multikonzerne sowieso) sind es, die sich nicht sicher fühlen können. Aber, es gibt auch einige simple Gegenmaßnahmen:

 

·          Computerstrahlungen abschirmen

·          Verschlüsselungssoftware verwenden

·          Persönliche Gespräche Telefonaten vorziehen.



lex
Rookie
Beitrag vom:
30-08-2006, 08:47:20

Sicherheit

bzgl. dem Punkt: Verschlüsselungssoftware verwenden

Dies ist leider nicht so einfach, da die USA nur verschlüsselungen erlaubt die sie auch knacken können, so wurde der umstieg von 64-bit auf 128-bit hinausgezögert ;)

Wenn man das bedenkt, un wir heut zu tage 128-bit verwenden, dann kann man davon ausgehen, das die NSA diese auch knacken können...

Bei dem Budget die die haben oO

naja, finde zur Zeit die Quelle nicht, ist auch ein eher älterer Artikel, den ich mal im Netz aufgestöbert hatte.

-----------------------------------------------------


[back to top]



Userdaten
User nicht eingeloggt

Gesamtranking
Werbung
Datenbankstand
Autoren:04508
Artikel:00815
Glossar:04116
News:13565
Userbeiträge:16552
Queueeinträge:06246
News Umfrage
Ihre Anforderungen an ein Online-Zeiterfassungs-Produkt?
Mobile Nutzung möglich (Ipone, Android)
Externe API Schnittstelle/Plugins dritter
Zeiterfassung meiner Mitarbeiter
Exportieren in CSV/XLS
Siehe Kommentar



[Results] | [Archiv] Votes: 1154
Comments: 0