IT-Academy Logo
Sign Up Login Help
Home - Programmieren - Visual Basic - Installationspakete für VB-Programme erstellen



Installationspakete für VB-Programme erstellen

Erstellung von Installationspaketen mit Hilfe des Verpackungs- und Weitergabe-Assistenten.


Autor: Tobias Surmann (incsoft)
Datum: 09-05-2003, 22:51:28
Referenzen: keine
Schwierigkeit: Anfänger
Ansichten: 23129x
Rating: 9 (2x bewertet)

Hinweis:

Für den hier dargestellte Inhalt ist nicht der Betreiber der Plattform, sondern der jeweilige Autor verantwortlich.
Falls Sie Missbrauch vermuten, bitten wir Sie, uns unter missbrauch@it-academy.cc zu kontaktieren.

[Druckansicht] [Als E-Mail senden] [Kommentar verfassen]



Einleitung

Dieser Artikel soll zeigen, wie man mit dem mit VB mitgelieferten Verpackungs- und Weitergabe-Assistenten auf einfache Art und Weise ohne großartigen Schnickschnack eine Installationsroutine für sein Programm erstellen kann, sodass der spätere Anwender sich nicht mehr um die einzelnen Schritte der Installation des Programms zu kümmern braucht.

Vorraussetzungen

Als Vorraussetzung müssen Sie Ihr VB-Projekt schon in eine EXE-Datei kompiliert haben und alle Dateien, die für den späteren reibungslosen Programmablauf vonnöten sind, am besten in einem eigenen Verzeichnis bereithalten.

Der Verpackungs- und Weitergabe-Assistent

Starten Sie das Programm, indem Sie auf Start | [Alle] Programme | Microsoft Visual Basic 6.0 und dann auf Dienstprogramme | Paket und Weitergabe-Assistenten klicken.




Es öffnet sich das Hauptdialogfenster, welches dem Entwickler drei Möglichkeiten für die Distribution bzw. Verwaltung der Distribution seiner Anwendung anbietet.




Im oberen Bereich müssen Sie zunächst eine Visual Basic Projektdatei (*.vbp) auswählen, um auf die weiteren Funktionen zugreifen zu können. Im wesentlichen sollen diese kurz beschrieben werden:

Verpacken

Das Projekt wird mit allen zusätzlich benötigten Dateien sowie den VB-Runtimes in eine CAB-Datei komprimiert. Danach lässt sich ein Setup-Programm erstellen, welches an die individuellen Bedürfnisse der Programminstallation angepasst werden kann (z.B. spezielle Startmenüs und Icons).

Verteilen

Es wird ein Projektpaket erstellt, welches an eine Distributionsseite gesendet wird. Meistens ist dies ein bestimmter Internetserver.

Skripts verwalten

Diese Option hat nicht direkt mit der Setuperstellung zu tun. Hier hat man vielmehr die Möglichkeit die für mehrere Programme angelegten Installationsskripte zu verwalten, d.h., dass man z.B. ein Skript duplizieren und dann für eine neue Anwendung das gleiche Skript verwenden kann, wie für ein vorher erstelltes Programm. So braucht man nicht immer wieder mühevoll die gleichen Skripts zu erstellen.

Setup erstellen

In den meisten Fällen werden Sie wohl nur die erste Option "Verpacken" benötigen, da mit ihr schon ein komplettes Setupprogramm erstellt werden kann. Dies soll hier an einem beispielhaften Projekt veranschaulicht werden.

Zuerst muss also ein VB-Projekt ausgewählt werden. Klicken Sie im Hauptfenster auf Durchsuchen… wenn Sie den Dateipfad und Dateinamen nicht auswendig wissen. Suchen Sie in dem sich öffnenden Fenster das Verzeichnis, indem Sie die Projektdateien abgelegt haben und öffnen Sie die *.vbp-Datei, indem Sie doppelt darauf klicken.




Jetzt können Sie im Hauptfenster auch auf Verpacken klicken, ohne dass eine Fehlermeldung angezeigt wird. Falls Sie noch keine ausführbare Datei erstellt haben, fragt der Assistent nun, ob er diese jetzt automatisch erzeugen soll. Der Nachteil bei dieser Methode ist, dass man die einzelnen Optionen für die Kompilierung eines Projekts nicht einstellen kann, daher sollte man dies vorher tun, damit dieses Dialogfeld erst gar nicht erscheint.




Nachdem der Assistent die Projektdatei auf Abhängigkeiten von bestimmten DLL (Dynamic Link Libraries) - der sog. VB6 Runtime - untersucht hat, können Sie mit der Erstellung ihres individuellen Setups loslegen.




Wählen Sie zunächst den Pakettyp Standardmäßiges Setup-Paket aus und klicken Sie auf Weiter.




Im nächsten Schritt sollen Sie ein Verzeichnis angeben, in welchem das Setuppaket abgelegt werden soll. Damit die Installationspakete nicht im gleichen Verzeichnis wie die Projektdateien gespeichert werden (was mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu einem Chaos führt), legen Sie ein neues Verzeichnis z. B. mit dem Namen Paket an. Die nächsten beiden Bilder beschreiben die Vorgehensweise anhand des Beispielprojektes:







Klicken Sie auf OK und dann auf Weiter.

Sollten Sie zusätzliche Steuerelemente in ihrem Programm eingebaut haben, wird Ihnen dies in einem Warnfenster mitgeteilt. Die Warnungen können Sie getrost ignorieren, da diese keine Auswirkungen auf den weiteren Setuperstellungsprozess haben. Deshalb können Sie das Fenster einfach mit OK schließen und gelangen so zum nächsten Schritt.







In dem oben abgebildeten Fenster werden alle Dateien aufgelistet, die in Ihr Setuppaket mit eingebracht werden. Dies sind zum jetzigen Zeitpunkt nur die Dateien, die ihre Anwendung unbedingt für den Start benötigt. Zusätzliche Dateien müssen über die Schaltfläche am rechten Rand der Liste hinzugefügt werden. So können Sie z.B. eine Readme-Datei mit in Ihr Setuppaket aufnehmen.




Wichtig hierbei ist, dass Sie als Dateityp Alle Dateien (*.*) auswählen müssen. Nachdem Sie auf Öffnen geklickt haben, wird die Datei mit einem Häkchen vor dem Eintrag in der Liste angezeigt. Gehen Sie für alle weiteren Dateien die Sie noch einfügen möchten wie gerade beschrieben vor. Sind Sie damit fertig, klicken Sie auf Weiter.

Wählen Sie im nächsten Schritt einzelne CAB-Dateien aus, falls Sie Ihr Programm nicht auf Disketten verteilen möchten.




Als Installationstitel können Sie meistens den Namen des Programms nehmen, in diesem Beispiel also WallpaperAnimator 2.0.




Nach einem Klick auf Weiter müssen die Startmenüs festgelegt werden. Standardmäßig wird vom Paket- und Weitergabe-Assistenten schon automatisch eine Verknüpfung auf die ausführbare EXE-Datei ihres Programms angelegt. Möchten Sie jetzt z.B. zusätzlich noch einen Verknüpfung zur vorher in das Installationspaket importierten Datei Readme.txt anlegen, so klicken Sie auf Neues Element… und geben Sie im nächsten Fenster als Bezeichnung "Readme" ein und wählen Sie als Zielobjekt die Datei Readme.txt aus.




Im nächsten Fenster wählen Sie für jede Datei einzeln den Installationsort aus. In den meisten Fällen können Sie diesen bei der Voreinstellung belassen.




Im nächsten Schritt werden die gemeinsamen Dateien abgefragt. Diesen Schritt kann man bedenkenlos überspringen, denn diese Einstellungen sind nur interessant wenn man eine wirklich umfangreiche und komplexe Software á la MS Office programmiert hat.




Im letzten Schritt legen Sie einen Namen für das Installationsskript fest, dies ist typischerweise der Name des Programms also in diesem Beispiel WallpaperAnimator 2.0.




Jetzt sind alle Einstellungen komplett und mit Klick auf Fertig wird das Installationspaket erstellt. Dies kann einen Moment dauern, je nachdem wie groß Ihr Softwarepaket ist.




Zum Schluss wird noch als Zusammenfassung ein Bericht angezeigt, der auch dauerhaft gespeichert werden kann (z.B. für den Fall, dass Fehler auftreten). Klicken Sie zweimal auf Schließen, um den Verpackungs- und Weitergabe-Assistenten zu beenden.

Sehen wir uns noch schnell an, was der Assistent produziert hat. Wechseln Sie dazu in das Speicherverzeichnis des Projekts, öffnen Sie den Unterordner Paket und doppelklicken Sie auf Setup.exe. Es wird nun das Installationsprogramm gestartet und man kann das Setup testen.




Im Verzeichnis befinden sich drei Dateien:
  • Setup.exe für die Ausführung des Installationsprozesses
  • Setup.lst, die eine Liste aller zu installierenden Dateien enthält und somit eine Art Konfigurationsdatei für die Setupanwendung darstellt
  • die komprimierte CAB-Datei, welche alle zu installierenden Dateien beinhaltet
Diese drei Dateien müssen Sie dem Endanwender unbedingt liefern, damit er das Programm erfolgreich installieren kann. Leider ist es mit dem Paket- und Weitergabe-Assistenten nicht möglich selbstextrahierende Setupprogramme zu erstellen, so dass man z. B. für die Verteilung über das Internet nur noch eine Datei hochladen müsste.

Fazit

Der Paket- und Weitergabe-Assistent ist für den Anfänger ein nützliches Tool um seine ersten Programme zu verbreiten. Da viele zusätzliche Funktionen, z.B. das Erstellen eines selbstextrahierenden Setupprogramms, Erzeugen von Seriennummern, INI-Datei- und Registry-Verwaltung fehlen, ist das Programm für fortgeschrittene Entwickler, die ihre Programme professionell vertreiben möchten, nicht zu empfehlen. Hilfreich können hierbei professionelle Setupprogramme wie z.B. InstallShield sein, wenngleich der Preis hierfür recht hoch sein dürfte (2495 €). Wer auf absolut individuelle/multimediale/scriptgesteuerte Installationshilfen verzichten kann und seinem Endbenutzer trotzdem ein professionelles Setup bieten möchte, der ist mit einem Sharewareprogramm wie z.B. Z-Up Maker 4 (29 €) bestens bedient.




[back to top]



Userdaten
User nicht eingeloggt

Gesamtranking
Werbung
Datenbankstand
Autoren:04510
Artikel:00815
Glossar:04116
News:13565
Userbeiträge:16552
Queueeinträge:06247
News Umfrage
Ihre Anforderungen an ein Online-Zeiterfassungs-Produkt?
Mobile Nutzung möglich (Ipone, Android)
Externe API Schnittstelle/Plugins dritter
Zeiterfassung meiner Mitarbeiter
Exportieren in CSV/XLS
Siehe Kommentar



[Results] | [Archiv] Votes: 1158
Comments: 0