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Ist der Browserkrieg vorbei?

oder müssen Webmaster, die möglichst viele User ansprechen wollen, immer noch verschiedene Seiten für verschiedene Browser schreiben?


Autor: Peter Schmitz (dav133)
Datum: 06-05-2003, 21:12:46
Referenzen: keine
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
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Rating: 9.17 (6x bewertet)

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Einleitung

Als ob es die Homepageprogrammierer nicht schon schwer genug hätten! Jeder der 5 großen Browser interpretiert die Tags und Codes anders, ja kennt sie gelegentlich sogar nicht mal. Zum Beispiel der Tag <legend> (für einen Viereck um den eingeschlossenen Text), der im Netscape Navigator 7.0 eingeführt wurde, kennt nur er selbst. Ebenso CSS-Definitionen oder Framesets werden sehr unterschiedlich dargestellt.

Aber das war nicht immer so: Als 1995 der Internet Explorer (IE) noch nicht mit in Windows drinsteckte, benutzten 95% der Internetsurfer den Netscape Navigator (NN). Aber als Microsoft den IE dann in Win95 implementierte, hatte auf einmal - verständlicherweise - keiner mehr Lust, den NN downzuloaden, wenn ein gleichwertiger Browser doch bereits einsatzbereit auf dem PC vorhanden war. Und so entwickelte sich die Lage über einen Gleichstand, zu leichtem Vorteil des IE bis heute, wo der IE 6.0 85% des Marktes abdeckt. Dann folgen abgeschlagen der NN mit 11% und Opera, Konqueror (Linux) und Mozilla mit 7% (zusammen).

Aber die Dominanz des IE hat nicht nur damit zutun, dass er in Windows enthalten ist, denn mit der NN Version 7.0 konnte ich z.B. ungepatcht oft nur 20 Minuten browsen, bis wieder Ausnahmefehler auftraten. Sicherlich ist der IE auch nicht fehlerfrei und manche werden mit dem NN bessere Erfahrung gemacht haben als mit dem IE. Fakt ist aber, dass die Mehrheit der Surfer den IE besitzt und nutzt. Also lohnt es sich jetzt als ehrgeiziger Webmaster, der ALLE Surfer ansprechen will, überhaupt noch, zwei (oder mehr) unterschiedliche Homepages für die verschiedenen Browser zu betreiben, dass grobe Interpretationsfehler vermieden werden können? Kann man sich drauf verlassen, dass den IE ja sowieso fast jeder hat? Dazu später.

Eigentlich könnte doch alles so schön sein: Das World Wide Web Consortium (http://www.w3c.org) spricht offizielle Standards für Tags und Browser aus. Das wäre ja alles ganz schön, aber die Browserschmieden halten sich nicht an den W3C-Standard, da dieses Konsortium nur Empfehlungen und keine Befehle aussprechen darf. So werkeln Microsoft und Konkurrenten fleißig an eigenen Tags, den nur IHR Browser unterstützt, um sich von den "Gegnern" abzuheben. Und das ist der Problempunkt.

Eine ganz fiese Masche zur Bekämpfung der Konkurrenz setzte das häufig besuchte News-, Informations-, Such- und E-Mailportal Microsoft Network (www.msn.com) ein: Nur der hauseigene IE konnte die Homepage korrekt darstellen! Ebenso die Microsoft Knowledgebase, welche Problemlösungen und Fehler zu MS-Produkten dokumentiert (http://support.microsoft.com), bleibt IE-Usern vorbehalten, da sonst die Schrift überlappt und der Text unlesbar wird. Wahrscheinlich geht Microsoft davon aus, dass Hilfesuchende Word-User MS generell die Treue halten, und nur deren Produkte - einschließlich Browser - verwenden. Aber weit gefehlt!

Prognose

Der IE wird weiter dominant bleiben, sofern Microsoft die Finger von Spionagefunktionen wie bei Windows XP oder dem Media Player lässt. Der Navigator (der die Mozilla Engine nutzt) wird immer mehr an Boden verlieren und der fehlerfreiere Mozilla selbst wird ebenso wie Opera (der sich selbst als "The fastest Browser on earth" bezeichnet) am NN vorbeiziehen. Die Zukunft des Konqueror hängt von dem Erfolg von Linux ab.

Fazit

Nach wie vor sollten Webprogrammierer unterschiedliche, für die Browser optimierte Seiten programmieren, wenn sie ALLE User ansprechen wollen. Das heißt wieder das übliche "index_netscape.html", "index_iexplore.html" usw. Auf keinen Fall sollten Sie Tags verwenden, die nur ein Browser kennt [z.B: <object> (IE), <button> (IE) oder <legend> (NN)], also nicht zu spezifisch programmieren. Denn es macht keinen guten Eindruck, dass einem Netscape-User beim Betreten Ihrer Seite gleich eine Download-Aufforderung für den IE entgegenprangt, obwohl der noch gar nicht weiß, was auf Ihrer Seite überhaupt vor sich geht und ob er sie betreten will. Anstrebenswert ist es hingegen einen guten "Programmierungskompromiss" aus Design- und Multi-Browserfähigkeit und finden, wenn Sie nur eine Seite für alle Browser verwenden wollen.

Weitere Informationen

Infos zum Thema gibt es unter "www.starhtml.de" , "www.w3c.org" und im Buch "HTML4" von Michael Bürger und Matthias Leder (ISBN: 3-8158-1664-5) für 8 € mit 352 Seiten, erschienen bei "www.databecker.de".

Statistiken (detailliert)




Statistiken (allgemein)




Bilder (IE/NN/Opera)




Ich übernehme keine Haftung für die Richtigkeit der oben dargebotenen Informationen.


paedubucher
Professonial
Beitrag vom:
06-06-2004, 17:43:49

Gut aber...

Ein guter Artikel der die Problematik ausgezeichnet darstellt. Du solltest aber deine Statistiken wieder einmal aktualisieren!

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no_comment
Professonial
Beitrag vom:
07-05-2003, 12:14:17

lol

hast mich erwischt. standard mit t zu schreiben gehört zu den Fehlern von mir, die ich mir durch jahrelanges Unbeachten antrainiert habe. Da hilft nur permanentes Verbessern. Kannst ja in Zukunft bei meinen Beiträgen aufpassen, ob ichw ieder standard mit t schreibe, ich werde dann 10 mal standard schreiben, zum Training :)

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Es gibt nur 3 natürliche Feinde des Programmierers: Tageslicht, frische Luft und das unerträgliche Gebrüll der Vögel -- http://pc-intern.com http://straightvisions.com


picard
Professonial
Beitrag vom:
07-05-2003, 10:47:32

Hoppla

Tja, sowas kann mir leider auch passieren! Aber "standartmäßig" ist auch nicht übel ;-) Vielleicht sollte ich mal ein Vorschlag an eine Deutschkommission schicken, den Standard mit t zu schreiben, ist mir ja schon sehr oft untergekommen...

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"...denn wir arbeiten nicht nur um uns selbst zu verbessern, sondern auch den Rest der Menschheit!"


no_comment
Professonial
Beitrag vom:
06-05-2003, 22:01:12

hmm

Als dass der Rechtschreibfehler dem verfasser und auch dem Lektor nicht aufgefallen ist, ist für mich ein Rätsel. Ich meine damit, dass in der Überschrift Browserkrig steht, Browserkrieg aber besser aussehen würde ;) Zu deinem Artikel: die Tatsache, dass Opera sich standartmäßig als Internet Explorer ausgiebt hätte noch Erwähnung finden sollen. Die Dunkelziffer der Operauser ist meiner Meinung nach durch diese Tatsache um einiges höher. Ansonsten: Schön geschrieben, netter Rückblick und gespannter Blick in die Zukunft.

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