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Festplatten partitionieren

Was folgt nach dem Einbau der neuen Festplatte?


Autor: Jochen Berner (jberner)
Datum: 04-03-2003, 16:43:15
Referenzen: keine
Schwierigkeit: Anfänger
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Rating: 5.67 (3x bewertet)

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Partitionieren: wie und warum?

Dieser Artikel ist die Fortsetzung der Beschreibung wie man eine Festplatte einbaut und in Betrieb nimmt (hier veröffentlicht am 19.10.2002). Voraussetzung für die hier beschriebenen Arbeitsschritte ist eine fertig eingebaute und vom BIOS einwandfrei erkannte Festplatte. Desweiteren wird davon ausgegangen, dass nur ein Betriebssystem auf der Festplatte installiert werden soll.

Partitionieren? Was heißt das?

Ihre neu erworbene Festplatte ist von Hause aus völlig leer. Sie zu partitionieren bedeutet, sie in "Abschnitte" zu unterteilen. Vergleichbar ist dieser Vorgang mit einer leeren Halle, in die Wände eingezogen werden, um verschiedenen Mietern unabhängig voneinander Platz zur Verfügung zu stellen. Die so enstandenen Räume entsprechen den Laufwerken C:, D: usw.

Bei den Partitionstypen unterscheidet man zwischen primären und erweiterten Partitionen. Die erste primäre Partition auf der Festplatte ist die Systempartition, auf der meistens das Betriebssystem installiert wird. Auf der Festplatte können maximal vier primäre Partitionen vorhanden sein. Genau eine dieser vier muss als aktiv markiert werden (dazu später mehr), damit das System weiß, von welcher Partition es starten soll. Jede primäre Partition enthält nur ein Laufwerk.

Erweiterte Partitionen funktionieren genau anders herum: auf ihnen kann man für gewöhnlich keine Betriebssysteme installieren, dafür kann eine Partition aber mehrere "logische" Laufwerke enthalten. Eine erweiterte Partition lässt sich nicht als aktiv markieren, d.h. von ihr kann nicht gestartet werden.

Was bitte sind logische Laufwerke?

Während bei den primären Partitionen genau ein Laufwerksbuchstabe pro Partition vergeben wird, kann man bei erweiterten Partitionen diese weiter unterteilen, eben in logische Laufwerke. Es ist also möglich, in einer Partition z.B. die Laufwerke D:, E:, F: usw. unterzubringen. Stellen wir uns wieder die Halle aus dem vorigen Absatz vor: wir teilen z.B. ein Viertel ab (entspricht dem Erstellen der erweiterten Partition) und unterteilen dieses Viertel in Büros (entsprechend den logischen Laufwerken).

Jetzt geht es los

Wie man seine Festplatte partitioniert, ist natürlich immer davon abhängig, was man alles mit seinem PC vorhat. Wir gehen hier davon aus, das eine primäre Partition für das Betriebssystem erstellt wird und der Rest des Plattenplatzes für eine erweiterte Partition verwendet wird. Die schnellste (wenn auch nicht unbedingt komfortabelste) Methode Partitionen zu erstellen ist das Tool fdisk. Zu finden ist es auf den Startdisketten und CDs von Windows 95/98. Bei Windows ME ist es nur auf der CD. Leider hat dieses Tool (ebenso wie das Formatierprogramm format) einen Fehler: bei Festplatten die größer sind als 64GB zeigen sie eine falsche Kapazität an.

Anstelle der vollen Kapazität zeigen sie lediglich Gesamtkapazität-64GB an (oder anders: Gesamtkapazität modulo 64). Hat man z.B. eine 120GB Platte eingebaut, zeigen das Tool lediglich eine Plattengröße von 120-64=56GB an. Es handelt sich lediglich um einen kosmetischen Fehler, beide Tools arbeiten trotzdem einwandfrei. Fdisk akzeptiert als Größe der anzulegenden Partition auch die Angabe als Prozent von der Gesamtkapazität. Möchte man z.B. eine 8GB große Partition auf einer 80GB Platte anlegen, so gibt man als Größe einfach 10% an.

Booten Sie Ihren PC entweder von einer Diskette oder direkt von der Betriebssystem-CD. Vermeiden Sie allerdings, wenn irgend möglich Windows 95, das erst ab der Revision B große Festplatten unterstützt. Um von CD oder Diskette zu booten, stellen Sie bitte im BIOS die Bootreihenfolge entsprechend um (wo, ist von BIOS zu BIOS verschieden. Ein guter Ausgangspunkt ist aber etwa der Punkt "BIOS Features Setup").

Startet das System von dem gewünschten Medium, so wählen Sie aus der erscheinenden Auswahl den Punkt 2: Computer mit CD-ROM Unterstützung starten und drücken Sie Enter. Nachdem der Bootvorgang abgeschlossen ist, sehen Sie einen blinkenden Cursor und davor etwas, das so aussehen sollte: A:\>. Haben Sie von einer Diskette gebootet, so geben Sie jetzt fdisk ein und drücken Sie Enter. Haben sie allerdings von einer Windows 98- oder ME-CD gebootet, so müssen Sie zuerst den Laufwerksbuchstaben Ihres CD-ROM Laufwerkes, gefolgt von einem Doppelpunkt eingeben (etwa so D:) und Enter drücken. Geben Sie nun "cd win98" ohne die Anführungszeichen ein und drücken Sie Enter (beim Start von einer Windows ME-CD entfällt dieser Schritt). Geben Sie nun fdisk ein und drücken Sie wiederum Enter.

ACHTUNG:

die folgenden hier beschriebenen Schritte gehen davon aus, dass die nur eine Festplatte angeschlossen und diese leer ist und somit keine Daten verloren gehen können. Es ist SEHR einfach, mit fdisk Daten zu löschen und es ist SEHR, SEHR schwierig, diese Daten wiederzubekommen. Wenn Sie sich also nicht sicher sind, ob ihr System die Voraussetzungen erfüllt, brechen Sie lieber ab und prüfen noch mal gewissenhaft Ihre Konfiguration.

Das Programm startet und fragt nach ob es die Unterstützung für große Festplatten aktivieren soll. Die Frage bestätigen Sie mit einem Druck auf Enter und gelangen dann in das Hauptmenü von fdisk. Hier kann man durch Drücken einer Zahlentaste in die entsprechenden Untermenüs verzweigen. Die ESC-Taste bringt einen immer einen Schritt zurück, bzw. eine Menüebene nach oben.

Unser Ziel ist es nun, eine primäre Partition (für das Betriebssystem) sowie eine erweiterte Partition anzulegen. Die primäre Partition sollte nicht größer als 8GB sein, da Windows 2000 und XP bei größeren Partitionen schon mal Schwierigkeiten bereiten können.

Anlegen der primären Partition

Wählen Sie "1-DOS-Partition oder logisches Laufwerk erstellen", anschließend noch mal den ersten Punkt "Primäre DOS-Partition erstellen". Nachdemm fdisk die Festplatte untersucht hat macht es den Vorschlag, die gesamte Festplattenkapazität für die Partition zu verwenden und diese zu aktivieren. Da wir noch eine zweite Partition erstellen wollen, lehnen wir diesen Vorschlag mit "N" ab. Nach einer weiteren Überprüfung erhalten wir die Gelegenheit, die gewünschte Partitionsgröße anzugeben. Dies kann entweder als Zahlenwert oder als Prozentwert geschehen. Um einen Prozentwert anzugeben, hängen Sie einfach das "%" Zeichen an die Zahl an (wer hätte das gedacht). In unserem Beispiel mit einer 80GB Festplatte geben Sie also entweder 8000 oder 10% ein und bestätigen Sie mit Enter. Es erscheint die Bestätigung, dass die primäre Partition erstellt wurde. Drücken Sie ESC um zurück in das Hauptmenü zu gelangen.

Anlegen der erweiterten Partition und der logischen Laufwerke

Wählen Sie im Hauptmenü erneut "1-DOS-Partition oder logisches Laufwerk erstellen" gefolgt von "2-Erweiterte DOS-Partition erstellen". Die Festplatte wird erneut überprüft und man hat sofort die Möglichkeit, die gewünschte Größe anzugeben. Wir nehmen den verbliebenen Rest der Platte und bestätigen mit Enter. Der folgende Bildschirm zeigt die Partitionierung der Festplatte. Die neu angelegte primäre Partition hat bereits den Laufwerksbuchstaben C:. Wenn Sie jetzt ESC drücken bekommen Sie die Möglichkeit, die Größe für das erste logische Laufwerk in der erweiterten Partition festzulegen. Geben Sie die gewünschte Größe ein und drücken Sie Enter. Sie können jetzt so viele Laufwerke anlegen, bis die gesamte Größe der erweiterten Partition aufgebraucht ist. Wenn Sie fertig sind drücken Sie ESC, bis Sie wieder im Hauptmenü angekommen sind.

Aktivieren der primären Partition

Wählen Sie aus dem Hauptmenü den zweiten Punkt "Aktive Partition festlegen". Geben Sie die Nummer der primären Partition ein (erweiterte Partitionen lassen sich nicht aktivieren) und drücken Sie Enter. Fertig. Drücken Sie nun solange ESC bis Sie aufgefordert werden den Computer neu zu starten. Nachdem der PC neu gestartet ist, sollte man sich noch über das zu verwendende Dateisystem Gedanken machen.

Dateisystem?

Ein Dateisystem ermöglicht es einem Betriebssystem Daten auf der Festplatte abzulegen und sie wiederzufinden. Es gibt in der Windowswelt drei verschiedene Systeme, die alle ihre speziellen Vor- und Nachteile haben. Da wäre als erstes FAT16. Dieses Dateisystem ist von allen Windowsversionen von 95 bis XP les- und beschreibbar. Die maximale verwaltbare Partitionsgröße liegt bei zwei Gigabyte. Diese Größe gilt auch für die maximale Dateigröße. Es bietet weder die Möglichkeit Daten zu verschlüsseln, noch die Möglichkeit Benutzerrechte auf Dateiebene zu vergeben. Die Weiterentwicklung heißt FAT32. Auch dieses Dateisystem kann von den meisten Windowsversionen gelesen werden, mit Ausnahme von Windows 95a und NT4. Hier liegt die maximale Partitionsgröße schon bei zwei Terabyte und die maximale Dateigröße bei vier Gigabyte. Auch hier gibt es weder Verschlüsselung noch die Möglichkeit der Rechtevergabe für Benutzer. Der derzeitige Stand der Microsoft-Dateisysteme heißt NTFS und wird nur von Windows NT4, 2000 und XP verstanden. Es gibt zwei Versionen: NT4 benutzt NTFS4 und 2000/XP NTFS5. Um böse Überraschungen bei Dual-Boot Konfigurationen von NT4 und 2000/XP zu vermeiden sollte man unbedingt als Minimum das Service Pack 4 für NT4 installieren (besser wäre natürlich SP6), da NT4 sonst das neue Dateisystem nicht versteht. Dieses Dateisystem bietet Partitions- und Dateigrößen von 16 Exabyte. Hier sind auch Verschlüsselung und Rechtevergabe möglich. Interessant sind heute eigentlich nur noch FAT32 und NTFS. Sollten Sie allerdings mit Dateien zu tun haben, die größer als vier GB sind, bleibt Ihnen eigentlich keine Alternative zu NTFS (jedenfalls unter Windows). FAT16 ist aufgrund seiner Größenbeschränkungen für Dateien und Partitionen eigentlich keine ernste Alternative mehr.

Disclaimer:

Der Artikel wurde von mir mit größter Sorgfalt erarbeitet bzw. zusammengestellt. Trotzdem sind inhaltliche Fehler nicht ganz auszuschließen. Ich weise deshalb darauf hin, dass ich weder eine Garantie bzw. Gewährleistung noch die Verantwortung oder Haftung für Folgen jeglicher Art, die aus der Nutzung der hier geschilderten Angaben entstehen könnten, übernehme.
Alle durchgeführten Veränderungen werden auf eigene Gefahr, sowie freiwillig und unabhängig von dem Inhalt dieser Web-Seite vorgenommen. Und glauben Sie mir, fdisk macht es einem wirklich sehr leicht Daten auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen.


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