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Home - Fortbildung­&Lektüre - Quergeschrieben - Wieviel wiegt ein Kilobyte?



Wieviel wiegt ein Kilobyte?

Weitgehend sinnfreie Betrachtungen zum Thema Bytes und Kopierpapier.


Autor: Jochen Berner (jberner)
Datum: 25-02-2003, 12:46:45
Referenzen: keine
Schwierigkeit: none
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Rating: 8.45 (11x bewertet)

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Einleitung

Was ein Byte ist, ist wahrscheinlich kein Geheimnis mehr. Ein Byte ist eine Gruppe von acht Bit. Was aber ist ein Kilo-, Mega- oder Gigabyte? Und was passierte, wollte man diese Größenordnungen konkret beschreiben? Lesen Sie einfach weiter um Antworten zu erhalten.

Einige Grundannahmen vorweg: ein Byte entspricht einem Buchstaben. Ich weiß, diese Annahme ist arg vergröbert, ist für unsere Zwecke hier aber ausreichend. Wenn von einem Blatt Papier die Rede ist, meine ich ein DIN A4 großes Blatt mit den üblichen 80g/m2 Schwere. Da in der Welt der Bytes digital gerechnet wird, entspricht einem Kilobyte nicht 1000 Byte, sondern 2^10=1024 Byte, ein Megabyte sind nicht 1.000.000 Byte sondern 2^20=1.048.576 Byte usw.

Ein Byte ist also ein Buchstabe. Wenn wir ein Blatt Papier mit einem Buchstaben versehen, hat dieses Blatt einen Informationsgehalt von einem Byte. Schreiben wir 1.024 Zeichen darauf hätten wir ein Kilobyte Information darauf gespeichert. Tun wir das auf der Vorder- und Rückseite wären es, richtig, zwei Kilobyte (oder KB). Ein handelsübliches 500-Blatt Paket Kopierpapier könnte also nach dieser Rechnung ein Megabyte Daten fassen. Auf eine normale 1,44MB fassende Diskette passt demnach das Äquivalent zu 720 Seiten beidseitig beschriebenen A4-Papiers. Schon beachtlich.

Nach dieser Rechnung fasst ein Karton mit fünf 500-Blatt Paketen Kopierpapier fünf Megabyte Daten. Nun sind fünf Megabyte heutzutage nicht mehr der Rede wert, rechnen wir also weiter. Moderne PCs bringen 128MB oder 256 MB RAM mit. Umgerechnet auf Papier wären dies 25 bzw. 51 (beide Werte gerundet) Kartons Kopierpapier. Bei 2.500 Blatt pro Karton ergeben sich also 62.500 bzw. 127.500 Blatt Papier. Schon besser.

Noch besser ist die Lage bei Festplatten. Da die heutigen Festplattenkapazitäten in Gigabyte angegeben werden, wird es hier richtig unhandlich. Ein Gigabyte entspricht 1.024 Megabyte, also 200 Kartons à 2.500 Blatt (entsprechend fünf Megabyte) Papier (ok, eigentlich 204 Kartons und 4 einzelnen Packen, aber der schönen runden Zahlen wegen habe ich gröber als gewöhnlich gerundet. Ich bitte einfach mal darüber hinwegzusehen, die Zahlen sind auch so noch imposant genug). Da 80GB aber keine allzu ungewöhnliche Größe bei Festplatten mehr ist, sprechen wir hier von 200*80=16.000 Kartons (oder 16.000 Kartons*2.500 Blatt/Karton=40.000.000 Blatt), die nötig wären, wollte man den Inhalt einer vollen 80GB Festplatte ausgeben. Entsprechend mehr wären es natürlich bei den ebenfalls verfügbaren 120GB (24.000 Kartons/60.000.000 Blatt) oder 160GB (32.000 Kartons/80.000.000 Blatt) Festplatten.

Gut und schön, aber wer kann sich diese Werte schon plastisch vorstellen? Rechnen wir also noch ein bisschen weiter.

Die Ausmaße eines Kartons kenne ich jetzt nicht genau, aber wahrscheinlich kommt es ganz gut hin, wenn man die Größe eines A4-Blattes (297x210 mm^2) plus einen Zentimeter nimmt. Für die Höhe des Kartons ergibt sich bei 5,5 Zentimeter Dicke pro 500 Blatt: 5,5cm/Paket*5 Pakete pro Karton=27,5 cm. Auch hier ein bisschen Zugabe, also sagen wir 29cm. Also kommen wir auf eine Gesamtgröße von etwa 30,7x22x29=19.586cm^3 (um 0,6cm3 abgerundet) oder 0,019586 m3.

Das Volumen das die 16.000 Kartons einnähmen läge also bei 16.000*0,019586=313,39m^3. Das entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von ca. 6,8m (entsprechend 120GB: 470,07m^3/7,76m bzw. 160GB: 626,77m^3/8,56m).

Ausgehend von einem Gewicht von 80g/m2 ergibt sich pro A4-Blatt ein Gewicht von 0,297*0,21m^2=0,06237m^2*80g/m^2=5g pro Blatt (ich weiß, der Ausdruck ist mathematisch betrachtet falsch und das Ergebnis ist auch gerundet (korrekt wären 4,9896g) aber ich bitte um Nachsicht). Bei 2.500 Blatt pro Karton kommt man also auf ein Gewicht von 12,5kg pro Karton (die Verpackung vernachlässigen wir einfach, das macht auch die vorherige Rundung erträglicher). Die 16.000 Kartons hätten also ein Gewicht von 16.000*12,5kg=200.000kg, also 200 Tonnen. Man bräuchte also 5 schwere LKW à 40 Tonnen, um seine Daten zu transportieren (300t/7,5 LKW; 400t/10 LKW). .

Wollte man die Blätter nebeneinander legen so käme man bei 0,06237m2 pro Blatt auf 40.000.000 Blatt*0,06237m^2/Blatt=2.494.800m^2. Da ein Quadratkilometer 1.000.000m2 hat, entspricht diese Fläche also 2,4948km^2 (3,7422km^2/4,9896km^2). Wer so viel Platz gerade nicht hat, könnte natürlich auf die Idee kommen die Blätter platzsparenderweise einfach übereinander zu legen. Man bräuchte allerdings ziemlich hohe Räume, da der entstehende Stapel eine Höhe von 4,4km (6,6km/8,8km) hätte (Anzahl Kartons*27,5cm). Diese Lösung ist also auch nicht viel besser.

Von den anderen Problemen jetzt mal abgesehen: wie viel kostet es eigentlich, so viel Papier zu beschaffen und zu bedrucken? Ein großer Bürobedarfsmarkt bietet 5.000 Blatt für 4,99€ an. Das würde bedeuten, das die 40.000.000 Blatt der 80GB Festplatte mit 39.920€ plus Transportkosten zu Buche schlagen (59.880€/79.840€). Als Drucker habe ich einfach mal den HP LaserJet 9000 angenommen, der 50 Seiten/Minute schafft. Unsere 80GB Festplatte wäre also in 800.000 Minuten (Seiten/Seiten*min-1) oder 555,556 Tagen ausgedruckt (immer vorausgesetzt, jemand sorgt für permanenten Papiernachschub und Tonerwechsel geschieht im laufenden Betrieb). Überhaupt: Toner. Bei Preisen von ca. 260€ pro Kartusche (aua!) und 30.000 Seiten pro Kartusche ergibt ein Gesamtverbrauch von 1333 Kartuschen (Seiten/Seiten*Kartusche-1)und somit eine Gesamtsumme von 346.580€ (respektive 833 Tage, 2.000 Kartuschen und 520.000€ bzw. 1111 Tage, 2.666 Kartuschen und 693.160€). Andere Verschleißteile lassen wir der Einfachheit halber außen vor.

Aber all dies brauchen wir ja nicht, denn unsere Festplatte kümmert sich um die Datenhaltung. Gerade mal so groß wie ein Taschenbuch und nur 150+X€ teuer..

Bei nochmaligem Durchlesen des Artikels ist mir aufgefallen, dass ich CD-Roms völlig außen vor gelassen habe. Das war keine böse Absicht. Wer sie vermisst, kann ja selber hin und her rechnen. Ich habe heute keine Lust mehr ;).

Alle diese Angaben und Berechnungen dienen keinem besonderen Zweck, außer der Erbauung des Lesers. Wenn ich mich irgendwo grob verrechnet haben sollte und der ganze Artikel dadurch noch sinnfreier wird als er eh schon ist, bitte ich um eine kurze Mitteilung, damit ich ihn vom Netz nehmen und überarbeiten kann. Genauso würde ich mich freuen wenn jemandem noch weitere Zahlenspielereien einfielen und er/sie mich davon in Kenntnis setzen würde.


bubbl3
Rookie
Beitrag vom:
02-01-2004, 19:37:01

hm....

alles quatsch, ist zwar lustig zu lesen aber völliger quatsch..... so kann man das garnicht rechnen .

z.b. der bit 1 ist immer ein bit egal in welcher größe also könnte man ihn auch ganz klein schreiben und so locker 120 oder 160 GB auf ein blatt papier bekommen.......

man kann niemals Virtuellen speicherplatz mit irgendwelchen materialien gleichstellen..... das gibt ne 1

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;------------------------- microsoft are yesterdays men...


Dani
Senior Member
Beitrag vom:
30-03-2003, 19:04:03

wirklich gut!!!

Es macht wirklich Spaß, den Artikel zu lesen! Noch ein Grund, um digitale Speichermedien vorzuziehen.

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\"I have to share the credit. I may have invented it, but I think Bill made it famous. -- When he used it for the NT logon, that\'s what I meant. okay?\" (David Bradley über Ctrl-Alt-Del)


RevenX
Rookie
Beitrag vom:
30-03-2003, 17:02:15

Man, wenn man das so liest, kommt man ganz schön ins schwitzen,dafür gibts ne klatte 10,0.

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RevenX left the building.


no_comment
Professonial
Beitrag vom:
26-02-2003, 16:05:22

ROFTL

schön geschrieben, mal was anderes.

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Es gibt nur 3 natürliche Feinde des Programmierers: Tageslicht, frische Luft und das unerträgliche Gebrüll der Vögel -- http://pc-intern.com http://straightvisions.com


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