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Webmin

oder: Der erste kleine Helfer des angehenden Linux-Administrators!


Autor: Umer Hussain (umer)
Datum: 30-01-2003, 22:34:10
Referenzen: keine
Schwierigkeit: Anfänger
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Rating: 5 (4x bewertet)

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Allgemeines
Die Installation von Linux, sei es SuSE, RedHat oder Mandrake ist ja mittlerweile recht einfach. Es gibt Setup-Manager wie Yast2, die den User durch die gesamte Prozedur begleiten. Es gibt Tools für die Konfiguration der Partitionen, für die Auswahl der notwendigen Packages und für benutzerspezifische Einstellungen.

Aber was tun, wenn man nun mehr oder weniger simple Aufgaben, bei denen man als eingefleischter Windows-User die notwendigen Schritte im Schlaf kennt, unter Linux erledigen möchte? Wie erstelle ich User, wo sind die Netzwerkeigenschaften, wie kann ich die installierte Standard-Software administrieren? Das sind wahrscheinlich die ersten Fragen, die sich ein Linux-Newbie stellt, nachdem er sich auf der Linux-Console oder unter einem GUI wiederfindet.

Natürlich hat man mit der richtigen Kombination diverser Utilities die Möglichkeit die genannten und noch viel mehr Aufgaben unter Linux mit einfachen Mitteln durchzuführen. Aber was, wenn man auf eine andere Distribution umsteigt, etwa von SuSE auf RedHat? Wo bleibt Yast, was ist mit KDE? Die Linux-Administration, wäre doch viel angenehmer, wenn man all diese Administrationstools unter einer einzigen, von der Distribution abgekoppelten, Oberfläche hätte.

Die Antwort heißt Webmin
Webmin ist ein freies, webbasiertes Interface für die Administration von Unix- und Linux-Systemen. Die einzige Voraussetzung für den Einsatz von Webmin ist ein installiertes Perl-Modul, welches Teil der meisten Distributionen ist. Natürlich muss ein Webbrowser vorhanden sein, sowie eine Vernetzung (LAN) um den Rechner auch über das Netzwerk zu administrieren. Sollte der Linux-Rechner heikle Daten verwalten, ist er etwa ein Webserver, muss man unbedingt sicherheitsrelevante Vorbereitungen (Firewallkonfiguration) treffen, bevor Webmin zum Einsatz kommt.

Webmin können Sie von http://www.webmin.com/ downloaden.

Installation
Am einfachsten ist die Installation der RPM-Version. Diese ist allerdings nur unter den Distributionen SuSE, RedHat und Caldera lauffähig.
Der Aufruf des Programms rpm für die Installation sieht etwa so aus:

rpm -i webmin-1.050.noarch.rpm

Abhängig von Ihrer Linux-Distribution können Sie auch eine Shell wie KPackage (z.B. unter SuSE/KDE) einsetzen.
Für alle anderen Linux-Versionen sollten Sie das tar-packet verwenden. Es ist ein komprimiertes Archiv, und muss folgendermaßen ausgepackt werden:

tar -x -z -C /tmp -f webmin-1.050.tar.gz

Dabei werden alle Dateien des Archivs in den Ordner /tmp extrahiert.

Anschließend muss die entpackte Installationsroutine setup.sh gestartet werden. Dazu einfach auf der Konsole in den Zielordner des Archivs wechseln und den Befehl ./setup.sh aufrufen. Die von Webmin vorgeschlagenen Pfade und Daten können Sie einfach übernehmen.

Erste Schritte mit Webmin
Gleich nach der Installation, können Sie Webmin von allen vernetzten Rechnern ausgehend mit folgender URL aufrufen: http://rechnerip:10000
Bsp: http://192.168.0.12:10000
10000 ist der Webmin-Standardport (wird während der Installation abgefragt).
Nach dem Login als User root sieht die Webmin-Oberfläche etwa so aus:



Die restliche Konfiguration kann natürlich bequem über die grafische Oberfläche erfolgen. Als erstes sollten Sie unter dem Punkt Webmin Configuration die

IP Zugriffskontrolle (IP Access Control) definieren.
Diese Konfiguration sollten Sie lokal am Rechner durchführen, um etwaiges aussperren des Netzwerkrechners selbst zu vermeiden. Auf jeden Fall sollte in der Liste der zulässigen IPs die eigene Rechner-IP sowie 127.0.0.1 (entspricht localhost) stehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Konfiguration der Security ist das festlegen/einschränken von Port und Adresse (Port and Address) für Webmin. Sie können hier eine IP-Adresse einstellen, die exklusiv für Anfragen an Webmin berechtigt ist, und Sie können den Standardport 10000 auf einen anderen umdefinieren. Beide Schritte empfehlen sich, falls der Rechner von extern zugänglich ist (Webserver, FTP-Server etc.). Weiters können Sie mehrere Webmin-User anlegen, für die die Freigabe einzelner Module (Samba etc.) möglich ist. Man kann Webmin optisch anpassen, indem man ein Webmin-Theme verwendet (unter dem Punkt Webmin Configuration). Links dazu gibt es auf http://www.webmin.com/. Mein Favorit ist das Theme von Deepen Dhulla, welches man unter http://www.deependhulla.com/ downloaden kann.

Webmin in Action
Folgende Beschreibung bezieht sich auf die Menüpunkte von Webmin 1.050 mit dem Theme von Deepen Dhulla und erläutert kurz die wichtigsten Webmin-Funktionen für den Linux-Einsteiger.

System - die allgemeinen Funktionen
Running Processes stellt alle augenblicklich aktiven Prozesse dar. Man kann Prozessen ein beliebiges Signal schicken (kill, restart etc.).
Scheduled Cron Jobs ist für das Erstellen und Verwalten von wiederholten Jobs gedacht. Entspricht den Scheduled Tasks unter Windwos.
Software Packages ist eine Umgebung zum Suchen von installierten Packages sowie zum Installieren von Software im rpm-Format.
System Documentation durchsucht die Festplatte und auf Wunsch auch das Internet nach Dokumentationen, Hilfen und HowTo's.
Users and Groups verwaltet die lokalen Benutzer und Gruppen. Es gibt neben der Shell zum Anlegen dergleichen auch eine Möglichkeit über Stapeldateien User zu erstellen, zu löschen und zu bearbeiten.

Servers - die Konfiguration der meisten Server kann mit Webmin über die vorhandenen Menüpunkte sowie direkt in den Konfigurationsdateien erfolgen.
Apache Webserver konfiguriert den wohl beliebtesten Webserver. Bietet alle gängigen Optionen für die Konfiguration wie: Virtual Servers, Logfiles, Networking, CGI-Programs etc.
Fetchmail erstellt die Datei .fetchmailrc welche die Konfigurationsdatei des Programms ist. Mit Fetchmail lassen sich Mails von einem Mailserver holen und an beliebige Instanzen (Mailserver, local Useraccounts etc.) weiterleiten.
Postfix und Sendmail sind die MTAs der meisten Distributionen und lassen sich ebenfalls mit Webmin konfigurieren.
ProFTPD Server ist ein leistungsfähiger FTP-Server mit sehr übersichtlicher Konfigurationsdatei. Einmal die Grundkonfiguration mit Webmin erstellt, braucht man später nur durch Copy+Paste direkt die Konfigurationsdatei bearbeiten. Neue Direktiven wie MaxStoreFileSize müssen in der aktuellen Webmin-Version noch ohne Shell konfiguriert werden.
Samba Windows File Sharing - da sagt der Name eigentlich schon alles aus. Eine Software, die Linux-Laufwerke für Windows-Rechner zugänglich macht. Webmin bietet die Möglichkeit, (alle) Samba-Optionen über eine Shell zu konfigurieren.
Squid Proxy Server hilft dem Administrator den Proxy-Server mit übersichtlich gegliederten Menüpunkten zu konfigurieren.
Webalizer Logfile Analysis ist ein sehr leistungsstarkes Programm zur Auswertung der Apache-Server Logdateien. Richtig konfiguriert, lässt sich auch die Logdatei von ProFTPD visualisieren.

Networking - alles was das Netzwerk betrifft
Linux Firewall bietet eine sehr gute Darstellung der Funktionen der Linux-Firewall. Sehr einfache Konfiguration. Man sollte die Firewallkonfiguration allerdings nur am Rechner selbst, nicht übers Netzwerk durchführen, da man sonst Gefahr läuft sich selbst auszusperren.
Network Configuration konfiguriert IPs, DNS, Routing und alles weitere, was das Netzwerk an sich betrifft. Bei gewissen Ethernet-Karten ist sogar die Konfiguration (bzw. Simulation) der Hardwareadresse MAC möglich.

Hardware - Komponenten, Peripherie
CD Burner bietet eine Möglichkeit den CD-Brenner für Linux zu konfigurieren.
Linux Bootup Configuration zeigt die Konfiguration des Bootmanagers (LILO) an und lässt diese (um)konfigurieren.
Linux RAID ist erwähnenswert, da man damit unter Linux ein Hardware- oder Software-RAID-System konfigurieren kann. Allerdings fällt das schon in die Sparte des fortgeschrittenen Anwenders.
Partitions on Local Disks zeigt die Partitionstypen sowie die Speicherbelegung an. Die Partitionsgröße lässt sich hier nicht umdefinieren!
System Time ermöglicht einen Zeitabgleich mit einem Zeitserver - etwa time.fu-berlin.de. Die Zeitsynchronisation sollte man als Cron-Job definieren.

Others - Bezeichnung spricht für sich
Command Shell ist eine Möglichkeit über eine Remote-Verbindung Befehle am Linux-Rechner auszuführen: wie etwa reboot :)
File Manager ist ein sehr leistungsstarkes PlugIn, zur Visualisierung und Bearbeitung der Folder und Files. Mit Vorsicht zu genießen!
SSH/Telnet Login ermöglicht dem Administrator einen Telnet-Login über Webbrowser.


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