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Bandbreiten- und Kapazitäten

Jedes Übertragungsmedium hat eine gewisse Bandbreite. Ob ein Kabel zur Übertragung von Strom, Licht, oder die Luft zur Übertragung von Funkwellen. Die Bandbreite bestimmt wesentlich die Informationsmenge, die mit einem Medium übertragen werden kann.


Autor: Oliver Bacun (Baol)
Datum: 27-01-2003, 21:58:41
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Einleitung
Jedes Übertragungsmedium hat eine gewisse Bandbreite. Ob ein Kabel zur Übertragung von Strom, Licht, oder die Luft zur Übertragung von Funkwellen. Die Bandbreite bestimmt wesentlich die Informationsmenge, die mit einem Medium übertragen werden kann. Der Begriff Bandbreite ist folgendermaßen definiert:

Unter der Bandbreite versteht man den Bereich von Frequenzen, der ohne wesentliche Amplitudenabschwächung oder verschiedenartiger Phasenveränderung mittels eines Mediums übertragen werden kann.
Die Bandbreite wird üblicherweise in Hertz (Hz) angegeben.
Zur besseren Veranschaulichung, nehmen wir ein Straßenbeispiel zur Hand. Jeder kennt wohl Autobahnen. Autobahnen haben gegenüber Landstraßen unter anderem den Vorteil, das sie (meistens) mehr Spuren haben. Für eine Autobahn sind 2-6 Spuren nichts ungewöhnliches. Man könnte auch sagen, je mehr Spuren eine Straße hat, desto größer ist ihre Bandbreite! Denn je höher die Spuranzahl, desto mehr Autos kann eine Autobahn transportieren. Die Geschwindigkeit der Autos nehmen wir als konstant an. Somit kann die Autobahn nur "schneller" werden, wenn mehr Autos gleichzeitig übertragen werden können. Die maximal mögliche Informationsmenge, die mittels eines Mediums übertragen werden kann, wird also durch die Bandbreite bestimmt. Für diese Informationsmenge gibt es jedoch auch einen Fachbegriff. Die sogennante Kanalkapazität. Die Kanalkapazität ist folgendermaßen definiert:

Die Kanalkapazität gibt die mittels eines Mediums pro Sekunde beförderte Informationsmenge (bps = bits/sek) an.

Störungen
Störungen müssen nicht immer durch Leitungen selbst verursacht werden. Der Einfachheit halber werde ich die Begriffe Störung und Verzerrung nicht trennen.
Hier sollen nur kurz ein paar Verzerrungs- und Störungsarten erwähnt werden:
  • Verzerrungen treten durch die physikalischen Eigenschaften der Leiter auf. Sie können die Signale wesentlich verändern. So ist die Veränderung der Amplitude (Amplitudenverzerrung) oder die Verzerrung einer Phase (Phasenverzerrung) genau so möglich wie das Rauschen auf Leitungen.
  • Weitere Störungen sind das weiße Rauschen. Unter dem Begriff weißes Rauschen versteht man alle völlig zufälligen Störungen die während einer Datenübertragung mit jedem Medium auftreten können.
  • Weiters stellen auch Echos oder speziell, bei Telefonleitungen, das Übersprechen ein Problem dar. Weitere Impulsstörungen (wie zum Beispiel das Knacken bei schlechten Kontakten oder die Beeinflussung durch Magnetfelder (natürlich nicht bei Glasfaserleitungen) können bei mangelnden oder primitiven Fehlerkontrollen nicht entdeckt werden!
Weiters können bei Leitungen die eng nebeneinander liegen Kondensator-Effekte auftreten. Einzelne Elektronen können auch überspringen. Ein wichtiges Schlagwort in diesem Zusammenhang ist NEXT (Near End cross Talk).

Stromleitende Kabeln
Stromleitende Kabel kennen wir wohl alle. Der Computer ist durch ein stromleitendes Kabel mit einer Steckdose verbunden. Diese 230V Stromleitungen werden normalerweise in herkömmlichen Netzwerken nicht eingesetzt. Jedoch haben einige Firmen (darunter auch der bekannte Netzwerkhersteller Novell) Netzwerke erfunden, die über die normalen - und somit nicht ausergewöhnlich wirkende - 230V-Stromleitungen Daten übertragen. Damit soll es zum Beispiel für den Kundendienst einer Waschmaschine möglich sein, eine Ferndiagnose über das normale Stromnetz durchzuführen.

Doch zurück zu herkömlichen Netzen. In diesen werden meistens entweder sogenannte Twisted-Pair Kabel oder Koaxial Kabel eingesetzt. Beide Kabeltypen kennen Sie vielleicht. Zu beachten ist, dass stromleitende Kabeln, also auch Netzwerkkabeln, Magnetfelder erzeugen und von Magnetfeldern beeinflusst werden können. Netzwerkkabeln sind zwar oft abgeschirmt (Schutz gegen Strahlung), jedoch nützt dies nicht immer etwas. Es ist immer Vorsicht geboten, wenn man mehrere Netzwerkkabeln unmittelbar nebeneinander verlegt. Viel kritischer wird es aber, wenn neben dem Netzwerkkabel ein normales Stromkabel verläuft. Solche Situationen sind unbedingt zu vermeiden! Die möglichen Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung sollten niemals unterschätzt werden!

Netzwerkkabel sollten niemals unmittelbar unter oder neben großen Monitoren verlegt werden. Es gibt auch Fälle, in denen eine auf der Straße vorbeifahrende Straßenbahn plötzlich das Netzwerk für Minuten lahmlegt. Daher sollte man Netzwerkkabel auch nicht direkt beim Fenster verlegen, wenn eine Straßenbahn oder ähnliches dort vorbeifährt. Vor allem nicht, wenn die Oberleitungen an der Hausmauer befestigt sind. Ein kleiner Tip noch am Rande: Auch Monitore werden sehr stark von stärkerer elektromagnetischer Strahlung beeinflußt! So sollte schon beim Bau von Gebäuden und beim Anlegen von Geländen genügend Platz für Leitungen aller Art und auch genügend Belüftungsraum eingeplant werden.

Folgende Kabeltypen werden im folgenden genauer besprochen:
  • Koaxialkabel
  • Twisted Pair
Weitere Kabeltypen
Es existieren jedoch nicht nur Koaxial- und Twisted Pair Kabeln sondern auch noch viele Abarten, aber auch gänzlich anders aufgebaute Kabeln. Einige davon sollen in diesem Abschnitt hier eine kurze Erwähnung finden.

Auch Apple hat ein eigenes Netzwerk entwickelt. Es nennt sich AppleTalk und verwendet ebenfalls andere Kabeln. Diese Kabeln setzten unter anderem 3p-Mini-DIN-Kupplungen, ähnlich denen beim PS/2 Mausanschluß ein. Eine Weiterentwicklung ist das AppleNet. Hier werden Twisted-Pair Kabeln eingesetzt, allerdings mit RJ11 6P/4C Steckern. Das AppleTalk Netz genauso wie das AppleNet Netz ist aber bei weitem nicht so leistungsfähig wie zum Beispiel eine gute Ethernet Verbindung. 2 Meter AppleTalk Kabel Kosten schon ca. EUR 9,-.

Weiters hat uns IBM auch noch mit sogenannten Twinaxial-Kabeln beehrt. Diese Kabeln (und auch die Stecker) sehen Koaxialkabeln und Stecker sehr ähnlich, sind jedoch doch anders aufgebaut. Twinaxial-Kabeln besteht aus 2-Leitungen, dementsprechend haben die Stecker und Kupplungen 2-Löcher oder 2-Stifte.

Lichtleitende Kabel (Glasfaser)
Bei dieser Technologie werden anstatt Strom Lichtsignale übertragen. Selbstverständlich kann man dafür keine normalen Kabel (Koaxial, Twisted-Pair oder Kupferdraht Leitungen) verwenden. Man benötigt sogenannte Glasfaserleitungen. Ein weiterer Vorteil bei der Übertragung mittels Licht ist, das Licht bekanntlich kein Magnetfeld erzeugt, und auch nicht durch solche beeinflusst werden kann. Dies bedeutet, dass man ein Glasfaserkabel ruhig auch neben einem Starkstromkabel verlegen kann. Auch kann man gleich mehrere Glasfaserkabeln ohne jegliche Abschirmung nebeneinander verlegen.

Beachten werden sollte auch, das Glasfaserleitungen sehr leicht biegbar sind. Auch lassen sich sehr leicht Leitungsbrüche feststellen. Die Reparatur könnte sich dafür allerdings etwas kompliziert darstellen, da die Verbindung einer Glasfaser mit einem Gerät oder einer anderen Glasfaser nicht leicht ist. Schließlich darf hier nicht die geringste Lücke bei der Verbindung auftreten, da sich das Licht ja durch Totalreflexion fortbewegt, und eine Lücke eine nicht gewollte Reflexion hervorrufen würde! Weiters ist zu beachten, dass selbstverständlich die Netzwerkgeräte für stromleitende Kabeln nicht für die Glasfasertechnologie geeignet sind. Es müssen eventuell neue (und leider derzeit noch teurere) Geräte angeschafft werden. Die Glasfaser wird uns jedoch in der Zukunft neue Möglichkeiten der Kommunikation eröffnen. Bild und Ton können gleichzeitig schon fast in Echtzeit vom Empfänger verarbeitet werden. Mehrfache Videokonferenzen stellen für gute Glasfaserleitungen überhaupt kein Problem dar, während Sie für herkömmliche Stromleitungen eine unüberwindbare Herausforderung darstellen!

Dieses Kapitel könnte wohl noch unendlich fortgesetzt werden. Die Glasfasertechnologie ist jedoch jetzt erst im kommen und wird langsam die normalen Leitungen ersetzen. Für weitere Informationen soll hier auf einschlägige Fachliteratur über Glasfaserleitungen und entsprechende Technologien verwiesen werden.

Einen kurzen Abstecher in die Welt des Lichtes bietet folgender kurzer Text mit dem Titel "LICHT - Ein Datenträger":

Licht ist sehr vielseitig nutzbar. Wurde es früher nur zum Erhellen von Räumen benutzt, so kann es heute schon als Informationsträger verwendet werden. Über Licht kann man, genauso wie über Radiowellen, Daten übertragen. Licht hat sogar den Vorteil, dass viele verschiedene Informationen gleichzeitig übertragen werden können. Dies ist möglich, da Licht eine viel höhere Frequenz als Radiowellen hat. Licht kann in Zusammenhang mit speziellen Kristallen auch dazu verwendet werden, Informationen zu speichern. So werden in naher Zukunft auch die (fast) letzten mechanischen Geräte, die Festplatten, aus dem Computer verschwinden. Auch Radios könnten Licht statt Radiowellen empfangen, und somit viel mehr Radiosender auf einmal verarbeiten.

Alles hat angefangen mit der Erfindung des Lasers im Jahre 1960. Das Problem war hier jedoch, dass erstens die Laser viel zu groß waren und zu viel Energie verbrauchten, und zweitens, dass Luft anscheinend zur Datenübertragung mittels Licht durch die atmosphärischen Einflüsse nicht geeignet war. Etliche Jahre später entwickelte man darauf sogenannte Halbleiterlaser, die kleiner als ein Stecknadelkopf waren, und viel weniger Energie verbrauchten. Außerdem entwickelte man die sogenannten Glasfaserleitungen. Nun hatte man einen geeigneten Sender und ein geeignetes Medium, in dem Licht übertragen werden konnte. Das Problem, welches auch heute noch existiert, ist, dass die Glasfaserleitungen sehr teuer sind. So beginnt man heute vorerst nur einmal die wichtigsten Leitungen auf Glasfaserleitungen umzustellen. Auch müssen beim Einsatz von Glasfaserleitungen in bestimmten Abständen sogenannte Verstärker eingesetzt werden. Deshalb kommen Glasfaserleitungen, vorallem in Österreich, noch sehr spärlich vor. Im Ärmelkanal findet sich ein positives Beispiel für den Einsatz von Glasfaserleitungen. Es ist dort möglich sehr viele Gespräche (ca. 118) auf einmal zu übertragen.

Selbstverständlich machte das Übertragen von vielen verschiedenen Informationen auf einmal anfangs auch Probleme. Dies löste man jedoch durch das Umdesignen der Glasfaserleitungen. Wissenschaftler arbeiten heute auch schon wieder daran, die Informationen in den Glasfaserleitungen noch schneller übertragen zu können, den die Maximalgeschwindikeit des Lichtes wird längst noch nicht ausgenützt, da das Licht immer an den Wänden der Glasfaserleitungen reflektiert wird, und somit nicht eine direkte Linie des Lichtes entsteht, sondern ein zickzack-Muster. An diesem kleinen Mangel arbeiten aber schon Wissenschaftler und vielleicht werden in naher Zukunft Informationen wirklich mit Lichtgeschwindigkeit übertragen. Vorteile der Glasfaserleitungen sind, dass sie viele Informationen gleichzeitig übertragen können, sehr schnell sind, und keine Reaktion auf Magnetfeldern und elektrischen Feldern zeigen. Ein Nachteil ist, dass Glasfaserleitungen noch sehr teuer sind und viele aufwendige Verstärker auf langen Strecken notwendig sind.

Weitere Anwendungen der Lichttechnologie sind die Lichtcomputer. Diese funktionieren über sogenannte Lichtschalter. Diese Computer könnten erstmals Informationen gleichzeitig, also parallel statt wie bisher seriell, verarbeiten. Damit wird theoretisch eine fast unbegrenzte Geschwindigkeit dieser Computer möglich. Der erste Lichtcomputer steht derzeit in einer amerikanischen Universität und ist so groß wie damals Computer wie ENIAC oder Maiglöckchen. Dieses Problem soll aber angeblich bis spätestens 2010 behoben sein. So könnten im Jahre 2010 Computer wie heute existieren, nur mit dem Unterschied dass sie vollkommen mit Licht arbeiten und somit viel viel schneller sind. Da man mit Licht auch speichern kann, könnten sogar die Festplatten gegen Lichtspeicher ausgetauscht werden.

Folgende Aufstellung soll noch einmal ein paar Vorteile übersichtlich darstellen:
  • Wesentlich höhere Übertragungsraten
  • Wesentlich kleinere Dämpfungen des Signals (geringere Kosten für Verstärker)
  • Unempfindlich gegen elektromagnetische Strahlung
  • Abhörsicher
  • Brand- und Explosionssicher, da Funkenbildung unmöglich
  • Rohstoffe (hauptsächlich Quarzsand) sind fast unbegrenzt vorhanden
Der Vorteil der Unempfindlichkeit gegen elektromagnetische Strahlung ist nicht zu unterschätzen, auch das die Gefahr der Funkenbildung nicht existiert. Dies bedeutet, ein Glasfaserkabel kann man auch ruhig durch einen Gastank legen! Vielleicht fragen sie sich noch warum das ganze eigentlich so abhörsicher ist. Bei der Datenübertragung mittels Strom braucht man nur an das Datenübertragungskabel ein anderes Kabel halten. Man muss das Kabel nur abisolieren (Isolierschicht des Kabels entfernen). Dies kann man auch bei Glasfaserleitungen. Allerdings kommt es hier zu einem Glasbruch, der die Brechungseigenschaften des Lichtleiters verändern würde. Die Leitung wäre unterbrochen. Man benötigt schon eine sehr komplizierte Technik und einige Zeit um eine Glasfaserleitung abzuhören. Dies können höchstens Profis, Stromleitungen kann jeder abhören.

Funkübertragung
Bei der Funkübertragung ist das Übertragungsmedium die Luft. Deshalb fallen Leitungen weg. Dies ist vor allem bei großen Distanzen nicht unerheblich. Bei der Funkübertragung werden lediglich Sender und Empfänger benötigt. Funkübertragung kann für Wireless LANs, für die Satellitenkommunikation oder für Richtfunkstrecken eingesetzt werden. Die Satellitenkommunikation ist dann sinnvoll, wenn Daten über sehr weite Strecken (über den ganzen Erdball) an Stellen, wo noch keine oder sehr schlechte Leitungen vorhanden sind, transferiert werden müssen. Richtfunktstrecken werden meistens als Alternative oder als zusätzliche Backupverbindung zu einer Standleitung eingesetzt. Richtfunktstrecken sind meist auf eine Stadt oder ein Bundesland begrenzt.

Übertragungsrichtung
Vielleicht fragen Sie sich jetzt was mit Übertragungsrichtungen gemeint ist? Ein Datenpaket nimmt einen Weg von einem Netzwerkgerät zu einem anderen. Welche Richtung es dabei nimmt, ist doch physikalisch bestimmt. Das stimmt zwar, doch denken Sie nur einmal an eine Datenfernübertragung mittels eines Modems (über Telefonleitungen). Nicht bei jedem Netzwerk geht es so einfach. Deshalb wurden 4 Begriffe für Übertragungsrichtungen festgelegt. Sicher kennen sie Einbahnstraßen. Vielleicht haben sie sich auch schon über diese geärgert. Sie können nur in einer Richtung befahren werden. In welcher Richtung ist Definitionssache (durch Anbringung des Einbahn-Schildes). Auch bei Netzwerken kennt man Einbahnstraßen. Sie werden auch simplex oder 2-Draht Leitungen genannt.

Eine weitere Straßenform sind die schnellen Autobahnen. Sie können in beiden Richtungen befahren werden und bieten genug Spuren (vergleichbar mit der Bandbreite). Bei Netzwerken sind solche Leitungen, die in beide Richtungen "befahren" werden können, ideal. Sie werden duplex, vollduplex oder auch 4-Draht Leitungen genannt. Sicher kennen sie auch Baustellen. Wenn zum Beispiel alle Spuren bis auf eine auf einer Autobahn gesperrt sind. Der Verkehr wird über diese Spur abwechselnd in die eine Richtung und danach in die andere Richtung durchgelassen. Diese Form ist natürlich sehr langsam, da nicht nur die auf beiden Seiten eine Autoschlange entstehen wird, sondern es ist auch eine Technik für das Wechseln der Fahrtrichtung nötig, die ebenfalls Zeit braucht.
Auch bei Netzwerken gibt es solche Leitungen. Sie werden halbduplex oder aber auch wieder 2-Draht Leitungen genannt. Leider hat die CCITT diese Leitungsart auch simplex genannt. In der Regel werden aber Leitungen die nur in eine Richtung (kein Richtungswechsel) betrieben werden als simplex-Leitungen bezeichnet. Diese Leitungen kennt die CCITT nicht! Auf die Problematik der unterschiedlichen Normungen möchte ich dann im Kapitel 6 eingehen. Beachten Sie, dass ein großer Aufwand für solche Leitungen betrieben werden muss, da an beiden Enden solch einer Leitung spezielle Geräte, die das Umschalten und das Buffern der Datenpakete übernehmen! Dies bedeutet aber auch einen großen Zeitverlust!

Folgende Tabelle soll Ihnen noch einen kurzen Überblick geben:
Nur eine Richtung Simplex (2-Draht)
Beide Richtungen gleichzeitig Vollduplex, duplex (4-Draht)
Beide Richtungen abwechselnd Halbduplex (2-Draht)

Serielle und parallele Übertragung
Bei der Übertragung eines Zeichens können die einzelnen Bits hintereinander (seriell) oder aber auch gleichzeitig (parallel) übertragen werden. Bei einem 8-Bit Code ist die serielle Übertragung zum Beispiel 8 Mal langsamer als die Parallele! Dafür bietet die serielle Übertragung einige Vorteile, die bei der parallelen Übertragung nicht vorhanden sind oder nur durch höhere Kosten erreicht werden können. Vergleichen wir hierzu die parallele und die serielle Schnittstelle eines normalen PCs. An der seriellen Schnittstelle werden normalerweise Mäuse aber auch Modems angeschlossen, während die parallele Schnittstelle die klassische Druckerschnittstelle ist.

Serielle Schnittstelle Parallele Schnittstelle
Langsam Schnell
Max. Länge 35 Meter Max. Länge 3 Meter
1 Datenleitung 8 Datenleitungen

Das die parallele Schnittstelle schneller ist als die serielle, ist wohl logisch. Auch das 8 Datenleitungen, anstatt eine wie bei der seriellen Schnittstelle, zur Verfügung stehen, erscheint einleuchtend. Es verblüft jedoch die maximal zulässige Kabellänge. Warum ist diese bei einem parallelen Kabel viel kürzer als bei einem seriellen? Nun in den Datenleitungen wird Strom übertragen. Bei einem parallelen Kabel werden 8 Ströme die eng nebeneinander liegen gleichzeitig benützt. Die Leitungen beeinflussen sich gegenseitig! Je länger das Kabel desto größer ist hier die Gefahr. Vielleicht haben sie aber auch schon längere parallele Kabel gesehen. Diese Kabel haben eine Abschirmung, dies bedeutet aber auch höhere Kosten.

Synchrone und asynchrone Übertragung
Für die Begriffe synchron und asynchron doch gleich ein mal die entsprechenden Definitionen. Zunächst einmal für den Begriff synchron:
Eine synchrone Übertragung herrscht dann vor, wenn der Zeitpunkt der Bitwechsel einer Zeichenfolge durch ein regelmäßiges Taktsignal festgelegt wird, das über die Dauer der Übertragung einer Folge vieler Zeichen andauert.
Der Begriff asynchron bedeutet aber nicht das genaue Gegenteil, sondern das vorhanden sein eines Takts nur wenn ein Zeichen übertragen wird.
Eine genauere Definition lautet:
Eine asynchrone Übertragung herrscht dann vor, wenn ein Taktsignal nur für die Dauer eines einzigen übertragenen Zeichen vorhanden ist. Damit der Empfänger die Übertragung eines Zeichens aber mitbekommt, ist das Senden eines Start-Zeichens vor der eigentlichen Zeichenübertragung und das Senden eines Stop-Zeichens nach der Zeichenübertragung nötig, damit der Empfänger nicht glaubt, es liegt ein Fehler vor. Wird das Start-Zeichen jedoch nicht vom Empfänger empfangen, so gibt es Probleme!
Hier nocheinmal die beiden Begriffe in einer Gegenüberstellung:

Synrchon Asynchron
Dauernder Takt Takt nur bei einem Zeichen
Andauerndes Taktsignal nötig Taktsignal nur kurzfristig nötig
Geringere Fehlerrate Höhere Fehlerrate
Keine großartigen Steuercodes notwendig Steuercode (mindestens Start-Stop Zeichen) bei jeder Übertragung nötig

Das Multiplexen - Einführung
An Netzwerke wird sehr oft die Anforderung gestellt mehrere Knoten miteinander zu verbinden. Die einfachste Form ist sicher, jeden Knoten mit jedem Knoten durch eine eigene physische Leitung zu verbinden (vollständiger Graph). Das Problem dabei ist nur, dass bei entsprechend vielen Knoten sehr viele Leitungen verlegt werden müssen. Das wir sehr bald zu einem Kosten- und Platzproblem!
Deshalb wird es nötig, mehrere Knoten über nur eine physische Leitung miteinander zu verbinden. D.h. mehrere Knoten teilen sich eine Leitung! Das nennt man Multiplexen.
Hier noch die Definition:

Multiplexen nennt man die physiche Methode, mehrere Übertragungskanäle "gleichzeitig" über eine Leitung hoher Bandbreite zu übertragen.
Man unterscheidet hier im wesentlichen zwei Arten des Multiplexen:
  • Frequenzmultiplexen, FDM (Frequency Division Multiplexing)
  • Zeit-Multiplexen, TDM (Time Division Multiplexing)
Wobei man TDM auf zwei Arten betreiben kann:
  • synchrones TDM
  • asynchrones TDM
FDM
Beim FDM wird die gesamte Bandbreite aufgeteilt. So können mehrere Knoten gleichzeitig senden, wobei jedem Knoten nur ein kleiner Teil der Gesamtbandbreite zur Verfügung steht.
Folgende Grafik soll das FDM verständlich machen:



TDM
Synchrones TDM
Beim synchronen TDM bekommt jeder Knoten, der senden möchte für kurze Zeit die gesamte Bandbreite zur Verfügung gestellt. Wichtig ist hierbei, dass die Zeit in der ein Knoten senden darf fix ist, und nicht von der Übertragungsmenge abhängig ist. Folgende Grafik soll das synchrone TDM verständlich machen:



Asynchrones TDM
Auch beim asynchronen TDM bekommt ein Knoten für eine gewisse Zeit die Bandbreite. Die Zeit, in der ein Knoten etwas senden darf, ist hier aber von Parametern (z. B. Übertragungsmenge) abhängig. Folgende Grafik soll das asyncrhone TDM verständlich machen:



Die Modulation von Signalen
Viele Übertragungsverfahren verwenden einen sogenannten Träger, den sie modulieren, um Daten zu übertragen. Der Träger ist dabei eine gleichbleibende Sinusschwingung die auf 3 Arten verändert, sprich moduliert, werden kann:
  • Amplitudenmodulation
  • Frequenzmodulation
  • Phasenmodulation
Überlegt man sich den Aufbau einer Sinusschwingung, so werden die 3 Modulationsarten sehr rasch klar. Durch die Modulation werden erst Daten übertragen!
Selbstverständlich können auch mehrere Modulationsarten gleichzeitig eingesetzt werden, um z.B. mehr Bits zu übertragen.

Die Amplitudenmodulation (AM)
Bei der Amplitudenmodulation wird nur die Amplitude des Trägersignals verändert.



Die Frequenzmdoulation (FM)
Bei der Frequenzmodulation wird nur die Frequenz des Trägersignals verändert.



Die Phasenmodulation (PM)
Bei der Phasenmodulation wird die Phase des Trägersignals verschoben.



NimeoB
Insider
Beitrag vom:
28-01-2003, 10:25:23

Anwendungsbeispiel:

http://www.it-academy.cc/forum.php?Action=THREAD&ThreadID=260

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live - regret nothing - learn from everything -- Hinterm 7. Berg wohnen nur schwule Zwerg. -- Stupidness is no excuse. -- Wo ist Bad Goisern? -- 3 - drei - lebe lieber unerreichbar


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