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Hinweis: Für den hier dargestellte Inhalt ist nicht der Betreiber der Plattform, sondern der jeweilige Autor verantwortlich. Falls Sie Missbrauch vermuten, bitten wir Sie, uns unter missbrauch@it-academy.cc zu kontaktieren. [Druckansicht] [Als E-Mail senden] [Kommentar verfassen] Einleitung Gehen wir davon aus, dass eine Firma ein Programm entwickelt hat, dieses allerdings noch keinen Frontend, also kein Design, hat und daher noch einen reinen Kommando-Zeilen-Krampf darstellt. Es werden drei Gemeinschaften beauftragt. Sie alle sollen zeigen, wie gut sie den Frontend erstellen können. Gleiche Ziele - Unterschiedliche Lösungen. Die beauftragten Gemeinschaften wären: Der Microsoft-Konzern OpenSource-Gemeinde Mr. Usability 1. Schritt - Programmierung des Frontend-Rohgerüstes Microsofts-Ansatz: Der Frontend ist schnell fertig programmiert, nahezu alle Funktionen sind verfügbar, zwar alles noch recht spartanisch, aber es fehlt nichts. Doch unter dem Gerüst fängt der Quellcode schon an zu brodeln: Alles wurde schnell fertig programmiert, es ist unübersichtlich, man findet sich nicht zurecht, unlogischer Syntax. Wer später weiter programmieren möchte wird die ersten probleme mit Fehlermeldungen machen: Ursache? Irgendein Error im Wust des unverständlichen Codes. Opensource-Ansatz: Jeder hilft irgendwie halb mit. Viele sind beteiligt, viele wissen was zu tun ist, akzeptabler Code. Bei Fehlermeldungen wird schon irgend jemand eine Lösung wissen: Sind ja genug da. Mr. Usabilitys-Ansatz: Er braucht ein wenig länger, dafür ist der Code mehr als sauber programmiert, selbst Unbeteiligte werden sich schnell eingewöhnen und können mitarbeiten. Durch Modularität lassen sich schnell fehlerhafte Scripts lokalisieren und der Fehler kann in absehbarer Zeit behoben werden. Fazit: Wer keine Ahnung hat, nur schnelle Ergebnisse sehen und viel Geld ausgeben möchte, wendet sich bitte an Microsoft. Wer fundierte aber absolut hochkomplizierte und für Otto-Normalbenutzer unbrauchbare Produkte haben möchte, wendet sich an die Opensource-Gemeinde. Wer für gute Arbeit gutes Geld ausgeben möchte und auch nicht auf den letzten Drücker alles fertig haben möchte, wendet sich an Mr. Usability. 2. Schritt - Layout Microsofts-Ansatz: Microsft versteckt einzelne Menüpunkte und Funktionen, da Microsoft davon ausgeht, dass der Benutzer sie von vorn herein selten benutzen wird und zeigt sie erst an, wenn man auf einem leicht zu übersehenden kleinen Pfeil klickt. Eine Manuelle Anpassung an die eigenen Bedürfnisse wird nur eingeschränkt angeboten. Die Einstellungen werden in einer *.ini Datei im Windows-Verzeichnis oder sonstwo gespeichert, wo man sie garantiert auf anhieb nicht finden wird. Opensource-Ansatz: Die Standarteinstellungen sind oft nicht die meist gebrauchten. Allerdings bietet die Opensource-Gemeinde es dem Benutzer an, die Anordnung der Funktionen und Menüs peinlichst genau nach den eigenen Wünschen festzulegen. Nachdem man dann alle Einstellungen des unübersichtlichen und vollgestopften Administrations bzw. Einstellungs-Bereiches getätigt hat, ist der Arbeitstag zu Ende. Die Einstellungen werden in einer *.ini-Datei im Programmverzeichnis gespeichert. Mr. Usabilitys-Ansatz: Man kann das Layout soweit Einstellen, soweit es noch vernünftig ist. Dies macht man nicht über ein riesiges Administrationsmenü, sondern direkt vor Ort bei dem betreffenden Element. Für umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten lässt man dem Benutzer am besten, wenn möglich die Registrierungs-Dateien, wo man dann alles bei Bedarf peinlich genau einstellen kann. Fazit: Außerordentlich wichtig ist das benutzerorientierte Layout. Man muss beachten, wo man welche Elemente positioniert. Es macht keinen Sinn die wichtigsten und meist gebrauchten Funktionen hinter verschachtelten Menüs zu verstecken. Ein Unding ist der Ansatz, dass man die seit längerem nicht gebrauchten Funktionen einfach ausblendet und diese erst nach klicken auf einem kleinen Pfeil wieder eingeblendet werden. Es sollte gar nicht nötig sein, Funktionen zu verstecken, denn wenn man die Funktionen logisch anordnet und bezeichnet, findet sich der Benutzer am schnellsten zurecht. Programm-Einstellungen sollten so weit möglich zum größten Teil in der Registry gespeichert werden. Das praktische an der Speicherung der Einstellungen in der Registry: 1. Durch Baumstrucktur kann man übersichtlicher arbeiten. 2. Man kann für verschiedenen Benutzer des Computers verschiedene Einstellungen wählen. 3. Schritt - Farbenlehre Microsofts-Ansatz: Microsoft muss seine frühen Betriebssysteme wohl ausschließlich im Herbst coloriert haben, denn nur so ergibt es vieleicht einen Sinn, warum bis Win 2000 bzw. 98 noch alles im unfreundlichen Grau gesetzt wurde. Kein Wunder also, dass so viele Computer-Anwender beim bloße Anblick von Windows depressiv werden. Doch das hat nun ein Ende, denn wahnsinnig große, quietsch-bunte, verspielte und absolut unbrauchbare Layouts beherschen nun den Frontend von Windows, genauer: Die XP-Version. Denn es soll ja Spaß machen am PC zu arbeiten. Auf innovative und benutzerfreundliche Benutzerführung wartet man dann halt noch ein wenig, denn das Auge isst mit, also: "Neues Image" == ("Neues Layout" && "Neuer Name") != "Neue Ideen" Opensource-Ansatz: Die echten Geeks brauchen ihre "weiße Schrift auf schwarzem Grund" Kommandozeilen-Krampf. Das sieht "cool" aus und "Unwürdigen" werden nach einiger Zeit die Augen weh tun, weil die Farben sich beissen wie nichts. Deswegen werden wohl auch die meisten Webseiten im Opensource- und Hackerbereich mit den unmöglichsten Farbkombinationen online gestellt. Am schlimmsten ist einfach die Benutzung von 2 Grund-(Elementar)farben aneinander. Mr. Usabilitys-Ansatz: Es werden Farben dezent, wohlwissend auf ihre Wirkung eingesetzt: blau: ruhe, seriösität, kalt, rot: Achtung, gefahr, wichtig, hinweis, schreiend gelb & orange: leben, entspannung, sommer, sonne, spaß schwarz: alternativ, underground, dunkel weiß: übersicht, kontrast, licht braun: unfreundlich, unzufrieden Fazit: Microsoft interessiert es nicht, was dem Kunden wirklich hilft, Hauptsache es sieht nach NEU aus, selbst wenn es nicht wirklich NEU ist. Die Opensource-Gemeinde entwickelt einen Kult. Was anders aussieht, was mehr auffällt, das ist schon einmal ganz weit vorne. Mr. Usability sucht sich die passende Farbe fürs jeweilige Einsatzgebiet des Produktes aus: Was ist am praktischsten und sieht gleichzeitig noch gut aus. 4. Schritt - Anmeldeformulare Soll man sich vor der Nutzung des Programms erst registrieren, müssen zunächst einige Daten erfasst werden, um dies überhaupt zu ermöglichen. Bei diesem Beispiel wird von einem Anmelde-Formular bei einem Communty-Programm angenommen, es können allerdings auch andere Formular-Arten sein. Microsofts Ansatz: Eine noch akzeptable Anzahl von Informationen wird verlangt, den Rest organisiert sich Microsoft später einfach von selbst. Woanders ausgefüllte Formulare werden mitgeloggt. Es wird gefiltert und spioniert, um möglichst viel vom Benutzer zu erfahren, ohne dass er es merkt. Opensource-Ansatz: Gleich bei der Registrierung ein riesiges Formular mit unzähligen Einstellungs- und Eingebungsmöglichkeiten. Voller Name, Emailadresse, Homepage, ICQ-, AIM-, Yahoo- und MSN-Nummern (die man selbstverständlich immer im Kopf hat, ohne lang suchen zu müssen), Signatur und nebenbei noch eine kurze Biographie. Mr. Usabilitys-Ansatz: Username, Passwort, Passwortwiederholung, bei Bedarf Emailadresse. Die vier Felder, wenn überhaupt, sind lediglich nötig. Mehr ist Zeitverschwendung, wird mit Falschangaben bestraft und nervt den Besucher. Oft vergessen: Die Möglichkeit sich grundsätzlich nicht anmelden zu müssen, es aber zu können. Fazit: Ehrlich sein: Dem Benutzer die Wahl lassen, welche Daten er eingeben möchte. Ihn nicht zwingen diese einzugeben und erst gar nicht diese heimlich ohne Wissen des Benutzers ausspionieren. Wie man sieht, gibt es unterschiedliche Lösungansätze um ein Projekt zu realisieren. Die obigen sollen als Beispiele fungieren. Selbst wennn auf einzelne Gemeinschaften einige genannte Dinge nicht zutreffen sollten, bleibt doch die Kernaussage die gleiche: Egal, wie effizient uns ein Programm wirkt, es lässt sich mit hoher Warscheinlichkeit noch besser machen. Der Mensch ist träge, möchte alte, feste Normen nicht wieder aufbrechen und sich nicht die Mühe machen, sich auf etwas anderes, neues und ungewohntes einzustellen.
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