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Festplatteneinbau und -inbetriebnahme

Vom Auspacken bis zur fertig eingebauten Festplatte.


Autor: Jochen Berner (jberner)
Datum: 19-10-2002, 10:05:35
Referenzen: keine
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
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Erste Hürden

Alte Mainboards (grobe Grenze: vor Mitte 1998) erkennen keine Festplatten mit Kapazitäten von über 8GB. Dieses kommt daher, das diese Boards den LBA-Modus (Logical Block Adressing) verwenden, der die Festplatte in Blöcke von 512 Byte unterteilt und nur 24 Bit für die Adressierung bereitstellt. Daraus folgt 512*2e24=8192MB sind adressierbar. Abhilfe schafft hier evtl. ein BIOS-Update (zu bekommen auf der Homepage des Boardherstellers) oder der Einsatz eines Diskmanagers.

Die nächste Hürde lauert bei 32GB. Hier haben manche BIOS-Hersteller geschlampt. Einzige Abhilfe ist ein BIOS-Update. Einige Festplatten haben allerdings einen Jumper, der es möglicht macht, die Festplattenkapazität auf 32GB zu beschneiden. Nachteil: die restliche Kapazität ist nicht nutzbar. Der Einsatz eines Diskmanagers kann hier leider nicht helfen, da die Platte schon nicht richtig vom BIOS erkannt wurde und somit auch nicht angesprochen werden kann. Ein weiterer Stolperstein liegt bei Windows 95a. Da hier noch FAT16 als Dateisystem verwendet wird, kann es mit so großen Platten nicht umgehen. Windows 95b kennt schon FAT32 und kann somit bis zu 2TB (Terabyte=1000GB) ansprechen.

Noch eine Grenze liegt bei 128GB. Hier endet die EIDE Spezifikation, die mit einem 28 Bit Adressregister, 255 Sektoren, 16 Köpfen und 65536 Zylindern maximal 136,9GB ansprechen kann. Um größere Festplatten trotzdem voll nutzen zu können ist ein Mainboard oder eine separate Controllerkarte erforderlich, die ATA133 beherrscht. Hier werden dann 48 Bit für die Adressierung verwendet, was bis zu einer Plattengröße von 128 PB (Petabyte=1.000TB=1.000.000GB) ausreicht.

Noch ein Wort zu den Kapazitätsangaben bei Festplatten: die Hersteller rechnen 1 Megabyte=1.000.000 Byte. Präziserweise müsste man aber 1 Megabyte=2^20 Byte=1.048.576 Byte sagen. Pro GB angegebener Speicherkapazität fehlen also 48,5MB.

Überlegungen vor dem Einbau

Bevor man die Platte in den PC einbaut sollte man sich Gedanken über ihre zukünftige Funktion machen. Ist sie die einzige Platte im System oder dient sie als Speichererweiterung? Ist sie die einzige Platte, so muss man sie als "Master" konfigurieren. Dazu schaut man auf die Rückseite der Platte, da wo auch das Strom- und IDE-Kabel angesteckt werden. Normalerweise findet man hier einige Steckbrücken (oder Jumper). Wie sie gesteckt werden müssen, damit die Platte als Master fungiert findet man entweder auf einem Aufkleber auf der Plattenoberseite, dem (hoffentlich) mitgelieferten Datenblatt oder auf der Homepage des Herstellers. Es gibt neben dem Betrieb als Master oder Slave auch noch eine Betriebsart "Cable Select" von der man aber nur abraten kann. Für das Umsetzen der Jumper ist eine Pinzette hilfreich.
An jeden IDE-Anschluss auf dem Mainboard kann man zwei Geräte anschließen. Ist die Platte das einzige Gerät an einem Anschluss sollte man den Stecker am Ende des Kabels verwenden, um Probleme mit der Datenübertragung zwischen Festplatte und Speicher zu vermeiden. Wenn möglich sollte man auch CD-ROMs oder Brennern und Festplatten an zwei getrennte Kabel anschließen.
Ein Wort noch zur Handhabung von Festplatten: wie bei allen modernen elektronischen Geräten sollte man auch hier Vorsicht walten lassen. Bevor man überhaupt am geöffneten PC aktiv wird, sollte man einen Potentialausgleich durchführen, indem man z.B. an ein Heizungsrohr fasst (an eine nicht lackierte Stelle). Festplatten fasst man am besten an den Seiten an, Berührungen mit der offenen Platine sollte man ganz vermeiden (statische Elektrizität). Zum Ablegen bietet sich die antistatische Tüte an, in der die Platte (hoffentlich) geliefert wurde.

Einbau

ACHTUNG: Vor dem Öffnen des Rechners diesen unbedingt ABSCHALTEN und vom Stromnetz trennen, d.h. Stecker ziehen.

Der Einbau einer Festplatte in einen PC ist normalerweise unspektakulär. In den meisten PC-Gehäusen ist ein Rahmen vorhanden, in dem man die Platte mittels vier Schrauben befestigt.

Anschluss

Jetzt geht es ans Verkabeln. Eigentlich auch recht einfach, da alle (beide) Kabel verpolungssicher sind. Das Datenkabel hat entweder eine Nase oder einen nicht belegten Pin, so dass man ihn nicht ohne massive Gewalt falsch herum aufstecken kann. Als Daumenregel kann man auch nehmen, dass die rote Ader des Kabels in Richtung des Stromsteckers zeigen sollte (Daumenregel! Kann in Einzelfällen auch falsch sein!). Auch der Stromstecker ist aufgrund seiner Form (abgeschrägte Ecken auf einer Seite) eigentlich verpolungssicher. Das andere Ende des Datenkabels gehört in den passenden Stecker auf dem Mainboard, wobei die rote Ader Pin 1 markiert, der auch auf dem Board markiert ist.

Testen

Sind sämtliche Kabel gesteckt und die Platte fest im Gehäuse verschraubt? Dann kommt jetzt der spannende Teil: das Einschalten des Rechners. Das erste was es zu prüfen gilt: läuft die Festplatte an, d.h. macht sie Geräusche? Wenn nicht, Rechner wieder ausschalten, Stromstecker ziehen und die Verkabelung prüfen.
Sitzt das Datenkabel fest und richtig herum (sowohl in der Platte als auch auf dem Board)? Probehalber das Kabel tauschen oder den anderen IDE-Kanal auf dem Board testen. Der IDE-Standard sieht eine maximale Kabellänge von 45cm vor. Längere Kabel können auch für solche Probleme verantwortlich sein.
Sitzt der Stromstecker der Platte fest und richtig herum? Vielleicht hilft es einen anderen freien Stecker zu probieren.

Läuft die Platte, ist zu prüfen ob das BIOS sie erkennt. Viele BIOSse geben beim Rechnerstart aus, was für Geräte sie am eingebauten IDE-Controller gefunden haben. Halten Sie Ausschau nach Zeilen in denen "Primary Master", "Primary Slave", "Secondary Master" oder "Secondary Slave" o.ä. auftaucht. Neben einem dieser Einträge sollte die Bezeichnung ihrer Platte stehen. Sie können den Startvorgang mit einem Druck auf die Pausetaste anhalten, um sich die Suche zu erleichtern. Mit der Leertaste oder ESC geht es dann weiter.

Sollte die Platte nicht erkannt worden sein, so führt der nächste Weg in das Rechner-BIOS. Drücken Sie während des Startvorgangs die F2 oder Entf-Taste. Suchen Sie nach einem Eintrag, der die IDE-Kanäle ein- und ausschaltet und stellen Sie sicher, das beide Kanäle aktiviert sind. Überprüfen Sie außerdem, ob die Moduserkennung auf AUTO steht. Ändern Sie die Einstellungen ggfs. und speichern Sie beim Verlassen des BIOS die neuen Einstellungen. Beim folgenden Neustart sollte die Platte jetzt gefunden werden.

Die hardwareseitige Inbetriebnahme ist jetzt abgeschlossen. Alles weitere, was noch zu tun ist (Partitionierung und Formatierung) ist Gegenstand eines eigenen Artikels.

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