Was ist WLAN
WLAN (Wireless LAN) wird als Sammelbegriff für alle drahtlosen Netze
verwendet. Dieser Sammelbegriff gilt sowohl für Funknetze als auch für Netze,
die mit Lichtwellen arbeiten. Die folgenden Zeilen beziehen sich jedoch
ausschließlich auf das Funknetz als drahtloses Netz.
Warum ist WLAN so populär
Glaubt man der IT-Industrie und den Analytikern, so sind drahtlose Netze die
Zukunft des modernen Arbeits- aber auch Privatlebens. Kaum ein Unternehmen, das
nicht den Einsatz von WLAN plant oder schon praktiziert. Kaum ein Gebäude der
öffentlichen Infrastruktur, das – speziell in den Ballungsgebieten – nicht schon
einen Hotspot eingerichtet hat oder in dem wenigstens die Einrichtung eines
solchen geplant ist.
Bis zum wirklichen Durchbruch der Mobiltelefone zweiter und dritter Generation
und der damit verbundenen ausreichenden Bandbreiten vergeht sicher noch das eine
oder andere Jahr. In dieser Erwartungsstimmung klingt das Angebot von WLAN mehr
als verlockend: Man sitzt im Cafe, am Bahnhof, am Flughafen oder im
unverkabelten Besprechungsraum eines Unternehmens und hat trotzdem einen
Breitbandzugang zu Internet und Firmendaten.
Wo liegen die Probleme bei WLAN
Die einfache und komfortable Handhabung von WLAN ist gleichzeitig auch dessen
größtes Problem. Technisch ist die Installation auch von Anfängern
durchzuführen. Der Access-Point kann an beliebiger Stelle ans lokale Netz
angehängt werden, er bedarf keiner weiteren Konfiguration. Auf Seiten der
Clients werden die dafür benötigten Steckkarten oder PC-Cards von den neuesten
Windows-Betriebssystemen automatisch erkannt und einer Standard-Konfiguration
unterzogen. Mit dieser Konfiguration wird der dazugehörende Access-Point sofort
erkannt und man kann sich frei im Netz bewegen.
Was macht nun diese Standard-Installation so unsicher?
Als erstes ist der Access-Point als DHCP-Server konfiguriert, alle Clients erhalten
eine gültige IP-Adresse. Die Möglichkeit mittels MAC-Adressen nur bekannten
Clients eine IP-Adresse zu geben ist deaktiviert. Weiters ist im Standard-Setup
keine Verschlüsselung (WEP-Key) eingestellt. Damit ist dem Angreifer das „Mithören“
des Datenverkehrs und mit etwas Geschick und Glück auch der Zugriff auf nicht
ausreichend gesicherte Verzeichnisse oder Geräte möglich. Da aus einem internen
Netz in den meisten Fällen keine Firewall-Policies eingerichtet sind und damit
ungehindert auf das Internet zugegriffen werden kann, ist auch dieser Weg für
den Eindringling offen.
Jedoch muss erwähnt werden, dass auch die Einführung eines 128Bit-WEP-Keys den
Datenverkehr um nicht viel sicherer macht als ein 64Bit-Key. Das Problem liegt
dabei im sogenannten Initialisierungsvektor (24 Bit) , der jeder Nachricht in
Klartext vorangestellt ist und der gleichzeitig mit dem WEP-Key (der durch den
IV nur mehr 40 bzw. 104 Bit groß ist) für die Verschlüsselung der Nachricht
herangezogen wird. Schon aus dieser kurzen Erklärung ist zu erkennen, dass ein
Angreifer, der unbedingt an Daten des Unternehmens herankommen will, dies mit
entsprechender Ausrüstung (entsprechende Scan-Programme, eine entsprechend große
Festplatte, Decodierungsprogramme) und etwas Geduld auch erreichen kann.
Welche Maßnahmen machen WLAN sicherer
Mit den folgenden Möglichkeiten der Absicherung eines WLAN soll aufgezeigt
werden, wie man ein drahtloses Netz relativ sicher machen kann. Eine 100%ige
Sicherheit wird es aufgrund verschiedener Unsicherheiten aber auch Mängeln (zB
einfacher Verschlüsselungsalgorithmus der Nachricht) nicht geben. Die Ausnutzung
aller möglichen Verbesserungen der Sicherheit übersteigt jedoch meist das Maximum
dessen, was viele Hacker bereit sind aufzuwenden um in ein Netz einzudringen.
MAC (MediaAccessCode)
Jede Netzwerk-Hardware besitzt eine eindeutige, sechsstellige Adresse, die vom
Hersteller zugewiesen wird. Somit kann im Access-Point eine MAC-Adress-Liste
angelegt werden, die aussagt, welche Hardware (Netzwerkkarten) an diesen Access-Point
angemeldet werden können. Dies ist bei einer kleinen Anzahl von Access-Points
kein großer administrativer Aufwand, bei einer WLAN-Infrastruktur in größeren
Gebäuden kann dies jedoch zu einer immensen Admin-Arbeit führen und auch weitere
Fehlerquellen eröffnen. Für diesen Fall ist es ratsam beim Kauf eines Access-Points
darauf zu achten, dass die MAC-Adress-Liste aus einer Textdatei importiert werden
kann, was die Verteilung und Konfiguration erheblich erleichtert.
DHCP (DynamicHostConfigurationProtocol)
Bei der Planung einer WLAN-Infrastruktur sollte man darauf Rücksicht nehmen,
den interen DHCP-Servers des Access-Points zu deaktivieren und den Clients fixe,
dem Unternehmens-Netzwerk entsprechende IP-Adressen zu vergeben. Damit ist es
auch leichter möglich diesen Adressen eine Firewall-Policy zuzuweisen.
WEP (WiredEquivalentPrivacy)
Um es einem Eindringling wenigstens etwas schwerer zu machen, den Datenstrom
analysieren zu können, ist der Einsatz von WEP-Keys zwingend erforderlich.
Obwohl es durch die Verwendung des vorhin erwähnten Initialisierungsvektors
fast unerheblich ist, ob mit 64 oder mit 128 (also mit 40 oder 104) Bit verschlüsselt
wird, sollte wenn möglich der stärkere 128Bit-Schlüssel verwendet werden.
Firewall
Da Wireless LAN wie das Internet als „öffentliches Gebiet“ verstanden werden
sollte, ist auch hier die Absicherung einer WLAN-Struktur mittels Firewall ratsam.
Der Datenverkehr sollte unbedingt von eben dieser gefiltert werden, bevor er
das lokale Netz erreicht
Begriffe
802.11
Standard des IEEE, der die Arbeitsweise drahtloser Netze festlegt. Erweiterungen:
802.11a (für Systeme im Frequenzband 5GHz, Übertragungsraten von 54MBit möglich)
802.11b (Dzt. Aktuelle Erweiterung Frequenzband 2.4GHz, Übertragung max. 11MBit)
802.11g (für Systeme im Frequenzband 2.4GHz, jedoch mögliche Übertragungsrate
von 54MBit)
Access Point Zentraler Funkempfänger, der eine Anbindung von WLAN-Clients ermöglicht
DHCP
Dynamic Host Configuration Protocol - Protokoll in IP-basierten Netzen, über
das den Clients automatisch eine IP-Adresse zugewiesen wird
IEEE
Institute of Electrical and Electronics Engineers, Vereinigung, die weltweite
Standards für elektronische und elektrische Übertragungen definiert
Initialisierungsvektor
24 Bit langes Feld, das als Fixwert dem WEP-Key addiert wird
MAC
Media Access Code - bezeichnet die sechsstellige, eindeutige Hardware-Adresse,
die jeder Hersteller seinen Netzwerkgeräten zuteilt
WEP
Wired Equivalent Privacy, von der IEEE definiertes Verschlüsselungsverfahren
WiFi
Wireless Fidelity: Mit diesem Zertifikat werden WLAN-Produkte versehen, die
ihre reibungslose Zusammenarbeit mit Geräten unterschiedlicher Hersteller garantieren
Referenzen
www.ieee.org Site des Standardisierungs-Instituts
www.cs.umd.edu/~waa/wireless.html
Site, die einige Sicherheitslücken im 802.11 Standard aufzeigt und erläutert.