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Das OpenSource-Projekt Mozilla

Als vor 4 Jahren die Entwicklung des Netscape-Browsers der OpenSource Gemeinde überlassen würde, dachte wohl niemand daran, dass ein standardkonformer Browser durch OpenSource entstehen könnte. Mit Mozilla 1.0 ist es endlich soweit!


Autor: Robert Sarkezi (picard)
Datum: 16-02-2003, 20:48:01
Referenzen: http://www.mozilla.org
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
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Rating: 8 (4x bewertet)

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Der Beginn
Alles begann am 23. Jänner 1998, als Netscape Communications zwei wichtige Ankündigungen verlautbarte:
1. Der Netscape Communicator wird kostenlos,
2. Der Quelltext des Communicator wird ebenfalls frei verfügbar.
Am 31. März 1998 wurde die erste Entwicklerversion freigegeben. Um jedoch ein Produkt weiter entwicklen zu können, mussten die verschiedenen Änderungen am Quelltext gesammelt, organisiert und integriert werden. Aus diesem Grund entstand mozilla.org.

Mozilla
Mozilla war der ursprüngliche Codename für den Netscape Navigator, welcher später zu Communicator wurde. Später wurde es durch das Maskottchen (einem Dinosaurier) der Netscape Communication Corporation symbolisiert. Heute kann man Mozilla als Begriff für die Entwicklung der Browsersoftware durch die Open-Source Gemeinde verstehen.

Mozilla.org
mozilla.org ist eine Art Plattform, welche Unterstüzung für jeden bietet, der sich am Weiterentwickeln des Quelltextes beteiligen möchte, durch:
  • Aufstellen der technischen und architekturellen Vorgaben für das Projekt,
  • sammeln der Änderungen, Hilfe an die Entwickler und Release von Versionen,
  • Führung von Diskussionsforen , um die Entwickler zu unterstützen und Interessierte zu informieren,
  • Koordinierung von Fehlerlisten und die Zusammenstellung von Roadmaps für das Projekt,
  • rasche und flexible Reaktionen auf Anfragen
Zu Beachten ist, dass die Organisation nicht zu den primären Entwicklern zählt. Sie sammelt die Codes von den Netscape-Entwicklern, anderen Firmen und allen freien Mitarbeitern an diesem Projekt und integriert sie dann in ein Release. Natürlich bestehen meist große Zweifel an Open-Source Projekten, dass die Arbeit unkontrolliert zerfließt, bis jetzt jedoch wurde von der Organisation, welche unter der Führung von Eric Raymond steht, gute Arbeit geleistet.

Wie funktioniert nun diese Organisation
Wie bereits erwähnt, dient mozilla.org als "Drehscheibe" für alle Beteiligten und nicht als Entwickler. Die wirkliche Arbeit liegt bei den Entwicklern, die überall auf der Welt verstreut sind.

Entwickler: Zu denen zählt jeder, der etwas zum Quelltext beiträgt. Je nach Fähigkeiten und Kenntnissen bekommt man Verantwortung im Projekt.
Modulbesitzer: diese Personen sind eine Art Abteilungsleiter für bestimmte Teile des Projektes. Ihre Aufgabe ist es, den Input zu sammeln, zu bewerten und dann an die Organisation weiter zu leiten. Natürlich unterstehen sie der Kontrolle, sowohl der Organisation, als auch den Entwicklern.
"Gerechter Diktator": dieses Recht wird von mozilla.org ausgeübt. Sie trifft die letzte Entscheidung bei Unstimmigkeiten und muss auch dafür vor der Beteiligten einstehen. Wie aber schon die Erfahrung auch bei anderen Open-Source Projekten gezeigt hat, ist es kaum nötig von diesem Recht gebrauch zu machen, da sich die Unstimmigkeiten so gut wie immer von selbst lösen, da ja alle nur das Beste für dieses Projekt wollen.

Zum Programm
Der Mozilla ist in über 70 Sprachen erhältlich, was nur den unzähligen Mitarbeitern des Projektes zu verdanken ist. Damit ist sie wahrscheinlich, die in den meisten Sprachen verfügbare Software (ich lasse mich diesbezüglich gerne korrigieren). Außerdem ist sie sowohl für Mac, Windows, OS/2, als auch für viele Unix-Derivate verfügbar. Die installierbare Windows-Version für 1.0 umfasst ca. 10,3 MB, wobei man für Windows noch zusätzlich den Java Runtime Environment (JRE)-Plugin installieren sollte, um Webseiten mit Java-Inhalten darstellen zu können. Zum herunterladen gehen Sie zu: www.mozilla.org/releases. Zur Information: für den Internet Explorer 6 benötigen Sie die Java Virtual Machine von Microsoft.

Nachdem herunterladen (hier sehen Sie englische Version - ist jedoch auch in Deutsch und vielen anderen Sprachen verfügbar), muss man nur die Komponenten auswählen, die man installiert haben möchte:
  • Navigator: ist zum browsen notwendig und wird somit immer installiert
  • Mail& Newsgroups: wird ebenfalls immer mitinstalliert
  • Personal Security Manager: dient zum sicheren surfen, erforderlich für SSL; (empfohlen)
  • Chatzilla: zum chatten am Internet Relay Chat (IRC); (optional)
  • Debugger: zum debuggen von JavaScript-Fehlern; (empfohlen)
  • Inspector: DOM Inspector - für eine genauere Beschreibung wäre ich dankbar
  • Quality Feedback Agent - dient in erster Linie zum Berichten von Abstürzen an mozilla.org; (optional)

Mozilla Komponentenauswahl


Nach der Installation starten Sie Mozilla mit der Verküpfung am Desktop. Gleich danach sollten Sie alle möglichen Einstellungen durch gehen, um es an Ihre Wünsche anzupassen, wie z.B. Quick-Lauch, oder die Anzeige des modernen Themes. Weiter Themes lassen sich natürlich bequem herunterladen.

Browser


Mozilla Infoscreen


Im Allgemeinen können Sie mit Mozilla nahezu jede Seite darstellen, Probleme treten jedoch nur dann auf, wenn die Webseiten Browserspezifisch programmiert wurden und nicht nach dem W3C-Standard (Hinweis: Kein Browser ist zu 100% W3C-Konform!). Sehr komfortabel sind hingegen die Optionen für Scripten und Fenster:


Eigenschaften


Dadurch können Sie z.B. durch Abstellen von JavaScript für dem Mail-Client die Sicherheit erhöhen und durch das nicht anklicken der Option "Open unrequested windows" (=lästige Pop-Ups), werden Sie nicht mehr von Pop-Ups belästigt. Ich habe diesbezüglich sogar einige berüchtigte Seiten ausprobiert und sogar absichtlich eine Seite mit einem Script ausprobiert, welche den Browser durch Öffnen von unzähligen Pop-Up-Fenstern zum Abstürzen bringen soll. Das Ergebnis war klar: Der Browser hat die Ausführung dieses Scripts unterbunden und ist somit nicht abgestürzt!
Ein neuer wichtiger Bestandteil ist Tabbed-Browsing, wie bei Opera schon seit längerem Verfügbar ist. Dadurch kann man zwei bis mehrere Seiten öffnen, ohne das die Taskleiste überfüllt wird. Vielleicht erleben wir das auch beim Internet Explorer 6.5. Außerdem ist noch die Eigene Seitenleiste verfügbar, welchen Sie sich mit eigenen, wichtigen Links selber gestalten können.

Mail- & Newsgroup-Client
Mit dem Mail-Client können Sie mehrere eMail-Accounts verwalten, Filter für Nachrichten definieren, Nachrichten priorisieren, usw. Sie können die Formate für die Mails, also Text oder HTML, entweder im Vorhinein festlegen, z.B. für bestimmte Domains, oder es bei jedem Senden individuell festlegen.


Mailbox


Composer
Mit dem Composer steht Ihnen ein sehr einfacher HTML-Editor zur Verfügung, welche für geringe Ansprüche vollkommen ausreicht, jedoch auch viele Überraschungen parat hält:


Composer


Weitere Komponenten
Außerdem finden Sie noch bei den Tools einen Formular-Manager, einen Cookie-Manager, einen Image-Manager, einen Passwort-Manager, einen Download-Manager und natürlich die Java- und JavaScript-Konsole.

Fazit
Alles in Allem muss man der Leistung der OpenSource-Gemeinde ein großes Lob aussprechen. Die vielfältigen Funktionen machen den Mozilla zu einem leistungfähigen Werkzeug und ernsthaften Konkurrenten. Natürlich muss hier festgestellt werden, dass man heute nur schwer mit nur einem einzigen Browser auskommt. Vielleicht wäre also der Mozilla auch für Sie ein Thema.


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