Einleitung
Outlook Express zählt zu den unsichersten eMail-Clienten, die sehr zur
Verbreitung von Scriptviren wie Loveletter und Co. beigetragen haben. Trotzdem
erfreut sich das Tool grosser Beliebtheit und wird von tausenden Benutzern eingesetzt.
Ein Grund für die Unsicherheit sich die vielen, sicherlich gutgemeinten
Features, die den Umgang mit eMail erleichtern soll und dem Nutzer viel Freiraum
für Individualität lassen. Leider nutzen kriminelle Subjekte im Netz
diesen Umstand aus und setzen mit sogenannten Scriptviren (meist mit Visual
Basic Script programmierte Viren) gezielt die Standardfunktionen des Mailers
für ihre Zwecke ein.
Wurde Outlook Express installiert, was meistens als Beigabe während der
Installation des MS Internet Explores passiert, ist der eMail Client auch gleichzeitig
der Standardmailer. Das heisst, jedes Mal wenn Sie auf einen Link treffen, der
Ihnen eine eMail-Adresse anbietet, startet Outlook Express und zeigt Ihnen das
eMail-Fenster zu Eingabe der Nachricht an. Möglich wird das, weil Outlook
Express ein MAPI-Client ist. Mapi (Message-API) ist eine klar definierte Schnittstelle
zwischen Mail- Applikationen, deren Ressourcen und den damit zusammenhängenden
Daten.
Was bei dem einen Benutzer ein erfreutes "wie praktisch" auslöst,
wird dem sicherheitsbewussten Anwender einige Magenbeschwerden verursachen,
denn hier zeigt sich bereits, wie einfach es ist, ein komplexes Programm zusammen
mit dem notwendigen Nachrichtenfenster mittels eines einfach Links zu öffnen.
Outlook Express ist ein sehr bequemes Programm, dass dem Benutzer sehr viele
Möglichkeiten zur Individualität lässt. Bereits in der Standardeinstellung,
besitzt der Anwender bereits diverse Funktionen, die teils sogar automatisch
ausgeführt werden. Nachrichten werden im Vorschaufenster automatisch geladen,
das Postfach wird automatisch nach einer festgesetzten Zeit auf neue Mails überprüft,
HTML Mails können mit individuellem Briefpapier, Schrift und Farbe versehen
werden, es können jegliche Objekte in HTML Mails abgelegt und verschickt
werden und vieles mehr.
Dieser Komfort hat allerdings seinen Preis, denn ein automatisch geladenes Mail
kann einen virenverseuchten Anhang besitzen oder in der schicken HTML Mail kann
sich destruktiver Scriptcode verstecken. Dies ist übrigens der Hauptgrund,
warum derart viele Rechner mit Scriptviren infiziert werden.
Outlook Express eMail-Konto konfigurieren
Alle wichtigen und sicherheitsrelevanten Einstellungen für dieses Programm
lassen sich zentral einrichten. Die allgemeinen Einstellungen findet man, wenn
man oben in der Menüleiste das Menü "Extras" auswählt
und in dem sich öffnenden Menüfeld den Punkt "Optionen".
Alle Einstellungen zum eMail Konto findet man, wenn Sie das Menü "Extras"
auswählt und dort den Menüpunkt "Konten...".
Im Menü unter "Extras" muss man zuerst mal Konten aufrufen.
Wenn man bereits Konten installiert hat, sieht man bereits die eingerichteten
Konten und es wird angezeigt, welches Konto als Standard definiert wurde. Wenn
man jetzt mit dem gewünschten Konto "Eigenschaften" anklickt,
öffnet sich ein weiteres Dialogfeld mit mehreren Auswahlmöglichkeiten.
Wenn man jetzt auf " Server" klickt wird die Konfiguration des eMail
Kontos zeigt. Unter der Textzeile "Eingangsserver" steht bereits der
Kontoname und vielleicht das Kennwort. Sollte man das Kennwort bei der Installation
mit der Option "dauerhaft speichern" bereits eingegeben haben, so
löscht man dieses und entfernt das Häkchen bei "Kennwort speichern".
Auch wenn es lästig ist, jedes mal das Kennwort neu eingeben zu müssen,
man verhindert aber so, dass Outlook Express sich eigenständig ins Netz
einwählen und Mails vom Postfach abholen kann. In Verbindung mit der automatischen
Vorschaufunktion wäre ansonsten einer automatischen Infektion des Rechners
alle Türen geöffnet.
Damit sich Ihr Outlook Express nicht selbstständig macht und möglicherweise
vollautomatisch für eine Infektion des Rechners verantwortlich ist, gibt
es eine Reihe von Einstellungen die der Sicherheit dienen und das Tool zu einem
zuverlässigen Partner machen.
Die allgemeinen Einstellungen findet man, wenn man den Menüpunkt "Extras"
auswählt und dort den Punkt "Optionen". Es öffnet sich dann
ein Dialogfeld mit mehreren Auswahlmöglichkeiten.
"Allgemein"
Zuerst entfernt man alle Häkchen der Optionen neben dem Textfeld "Allgemein".
Diese Einstellung mag zunächst umständlich erscheinen, gibt aber die
entscheidenden Sekunden Zeit, sich gedanklich auf möglicherweise infizierte
Mails vorzubereiten. Wird man in den Standardeinstellungen sofort zum Ordner
"Ungelesene Nachrichten" geführt, ist ein infiziertes Mail schneller
geöffnet als wenn man zunächst selbst und manuell zu diesem Ordner
wechseln. Ebenso verhält es sich mit dem Ordner "Ungelesene Nachrichten.
Das man sich nicht sofort beim MSN Messenger Service automatisch anmeldet, bedarf
eigentlich keiner grossen Erklärung und sollte aus eben den gleichen Gründen
wie oben beschrieben nicht automatisch ausgeführt werden.
Unter dem Textfeld "Nachrichten senden/empfangen" bleibt nur das Häkchen
an der Option "Signalton bei Nachrichteneingang, alle anderen Häkchen
werden entfernt. Die beiden Optionen "Beim Start von Outlook Express Nachrichten
senden und empfangen" sowie "Nachrichteneingang alle xx Minuten überprüfen"
dienen einzig der eigenen Bequemlichkeit und sind sicherheitstechnisch sehr
bedenklich. Alle automatisch ausgeführten Funktionen verringern Ihre Vorsicht,
weil man schlicht nicht daran denken wird.
"Lesen"
Hier sollte man das Häkchen an der Option "Nachrichten im Vorschaufenster
automatisch downloaden" entfernen, da ansonsten Mailanhänge ebenfalls
automatisch ausgeführt bzw. Scripte in HTML Mails gestartet werden.
"Senden"
Im unteren Abschnitt unter den Textfeldern "Nachricht Senden-Format"
und "News Senden-Format" auf Text ein. Man muss hier zwar leider zukünftig
auf die Möglichkeit verzichten, eigenes Briefpapier zu verwenden und man
kann auch keine Schriftformationen mehr einstellen. Allerdings gibt man dem
Empfänger die nötige Sicherheit, kein Mail mit möglicherweise
scriptverseuchtem Inhalt zu bekommen.
HTML Mails sind sicherlich für den einen oder anderen eine schöne
Art Mails individuell zu gestalten, eine schöne Schrift zu verwenden oder
besondere Formatierungen vorzunehmen. Allerdings ist der Preis hierfür
sehr hoch, denn in solchen HTML Mails können potentielle Angreifer ganz
hervorragend destruktiven Scriptcode einfügen, der unbemerkt gestartet
wird, wenn solche Mails geöffnet werden. Zudem greifen Marketingexperten
sehr gerne auf die Möglichkeit zu, 1 Pixel grosse Grafiken in HTML Mails
einzufügen, die beim Öffnen der Mail von einem entfernten Server abgerufen
werden. Auf diese Weise erhält der Experte zumindest Ihre momentan aktuelle
IP-Adresse, die zur Kommunikation zwischen Server und eMail-Client ausgetauscht
wird.
Zudem sind HTML Mails ungleich grösser als reine Textmails, weil sie viel
grössere Datenmengen zur Darstellung der HTML Formatierungen benötigen.
Dies erfordert nicht zuletzt eine grössere Bandbreite im Netz und wird
dann entsprechend langsam übertragen.
"Sicherheit"
Wenn man im oberen Bereich die Option auf "Internet Zone" einstellt,
so erhält man den grösstmöglichen Schutz, den man bereits in
den Internet Explorer Optionen eingestellt hat auch hier.
Um Mails zukünftig mit einer digitalen ID zu versehen, die seine Person
eindeutig identifiziert, muss man, wenn man online ist, auf den Button "Digitale
ID anfordern" klicken. Man wird dann zu einer Informationsseite des Microsoft
Netzes geführt, wo man weitere Informationen über die Einrichtung
erhalten. Einige dort aufgeführte Anbieter richten die ID auch kostenlos
ein.
Im unteren Abschnitt sollte man an den beiden Optionen "Alle ausgehenden
Nachrichten und Anlagen verschlüsseln" und "Alle Nachrichten
digital signieren" das Häkchen setzen. So ist sichergestellt, dass
die ausgehende Nachricht auch wirklich von einem selbst stammt. Der Grund hierfür
ist, dass es Hackertools gibt, mit denen eMail Adressen gefälscht werden
können.
Klickt man nun auf den Button "Weitere Einstellungen", kann man hier
den Verschlüsselungsgrad der Nachrichten einstellen und auch, ob Nachrichten
an eigene Adressen ebenfalls verschlüsselt werden sollen. Beides sollten
man positiv bestätigen.
Im mittleren Bereich unter "Digital signierte Nachrichten" sollten
die beiden Optionen "Eigene digitale ID beim Senden signierter E-Mail"
und Absenderzertifikat automatisch dem Adressbuch hinzufügen" mit
einem Häkchen versehen werden. Beide Optionen dienen der eigenen Sicherheit
und der des Empfängers.