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Was ist GPRS?

Die Mobilfunkbranche ist mitlerweile nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Neue Technologien werden das noch verstärken. Interessant klingt GPRS - was ist das bloß?


Autor: Martin Puaschitz (onestone)
Datum: 23-01-2002, 19:33:14
Referenzen: NetworkWorld 23/24-01, Seite 31
Schwierigkeit: Anfänger
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Rating: 8.33 (3x bewertet)

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Einleitung

Wer sich heute per Handheld oder Laptop unterwegs ins Internet einloggt um z.B. seine E-Mails zu checken muss leider oftmals viel Geduld aufbringen. GSM (Global System for Mobile Communication) bietet den Anwendern lediglich eine Übertragungsrate von 9,6kBit/s. Das ist natürlich weit entfernt von den Geschwindigkeiten wie ISDN (64kBit/s) oder ADSL (512kBit/s) welche wir vom Büro oder von zuhause gewohnt sind. Deshalb ist kaum an das herunterladen von aufwendigen Attachments oder freudiges Surfen zu denken.

Aber es kommt doch UMTS!?

Aus vielen Medienberichten ist hervorgegangen, wie gerne nicht alle Mobilfunkbetreiber auf UMTS umsteigen wollen um das große Geld damit zu machen. Die Realität sieht anders aus: Wenig Kundeninteresse (vor allem wenn neue Services kostenpflichtig werden) und wenig Geld der Betreiber für die neue Infrastruktur (aufgrund enormer Versteigerungssummen der UMTS-Lizenzen). Langfristig wird sich UMTS durchsetzen, bis sind allerdings andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Und was jetzt?

HSCSD ist eine Technologie mit dem Schritt in die richtige Richtung - mehr Bandbreite via Mobilfunk. Doch HSCSD macht nichts anderes, als mehrere Kanäle von GSM zu bündeln um höhere Datenraten (maximal 57,6kBit/s) zu erzeugen. Die Leitungen sind während des Datentransfers ständig belegt und können von keinem anderen Teilnehmer verwendet werden.

GPRS geht die Sache anders an: Hier wird ein Zeitschlitz (in welchem Daten/Sprache übertragen werden können) nicht ständig belegt, sondern nur dann, wenn Daten übertragen werden müssen. Wenn User A surft und gerade dabei ist, diesen Artikel zu lesen (also momentan keine Daten sendet oder empfängt) kann User B die Resourcen verwenden um selbst Daten zu übertragen. Beide Anwender "teilen" sich quasi die Leitung da fast nie ständiger Datentransfer vonstatten geht.

Vorteile/Nachteile

GPRS bringt die Möglichkeit, ständig online zu bleiben (z.B. mit einem entsprechend ausgerüsteten Handheld). Solange keine Daten übertragen werden, können die Resourcen anderweitig verwenden. Dadurch sind Übertragungsraten von 171,2 kBit/s her möglich - allerdings nur theoretisch. Praktisch werden die Geschwindigkeiten bei rund 40 bis 50 kBit/s liegen.
Auch die Abrechnung ist eine andere, es wird nicht mehr nach Zeit, sondern nach Menge abgerechnet, was im Normalfall auch fairer ist als das Zeit-Modell.

Ein möglicher Nachteil ist, dass Mobilfunkbetreiber wahrscheinlich mehr Zeitschlitze für Sprache als für Daten reservieren und diese auch Vorrang haben. Wenn also alle Kanäle durch Daten belegt sind, und jemand telefonieren möchte, sinkt die Übertragungsgeschwdinigkeiten der Datenuser sofort. Dies wird aber je nach Netzausbau und Betreiber unterschiedlich sein. Und ob das ein Nachteil ist, muss jeder für sich entscheiden! ;)

Coding-Shemes

GPRS verwendet die GMSK-Modulation (Gauß'sche Minimum-Shift-Keying-Modulation) sowie PDCH (Packet Data Channel). Durch die erwähten Coding-Shemes ist es möglich zwischen Bandbreite und Zuverlässigkeit abzuwiegen. Mehr Zuverlässigkeit in der Übertragung ergibt natürlich eine geringere Bandbreite. Hier werden Mobilfunkanwender sowie -betreiber wohl ein geeignetes Mittelmaß finden müssen.

Coding-Sheme 1: 9,05kBit/s mit 40 Prüfbits (Übertragungsgüte: hoch).
Coding-Sheme 2: 13,4kBit/s mit 16 Prüfbits (Übertragungsgüte: mittel).
Coding-Sheme 3: 15,6kBit/s mit 16 Prüfbits (Übertragungsgüte: gering).
Coding-Sheme 4: 21,4kBit/s mit 16 Prüfbits (Übertragungsgüte: sehr gering).

Geräteklassen

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu den verschiedenen Möglichkeiten auf der Anwenderseite. GSM-Datenübertragungen blockieren immer das Gerät - sie können nicht gleichzeitig telefonieren. Bei GPRS ändert sich mit entsprechendem Gerät auch dieser Fall. Wenn das Gerät es unterstützt, ist es möglich online zu sein aber auch nebenbei zu telefonieren. Hier sind die Geräte in 3 Klassen eingeteilt.

Klasse A: Sprache und Daten gleichzeitig
Klasse B: Sprache und Daten, nicht gleichzeitig
Klasse C: Sprache oder Daten.


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