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Ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK)

Neben den Flussdiagrammen gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, einen Prozess zu visualisieren. In diesem Artikel geht es um Ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK).


Autor: Patrick Bucher (paedubucher)
Datum: 26-05-2007, 20:40:53
Referenzen: Wikipedia: EPK
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
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Rating: Bisher keine Bewertung.

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Ereignisgesteuerte Prozessketten

Die Abkürzung EPK steht für ereignisgesteuerte Prozesskette. EPK ist eine semiformale Beschreibungssprache für die Modellierung von Geschäftsprozessen. Sie wurde 1992 im Rahmen eines Forschungsprojekts gemeinsam von der Universität Saarbrücken und der SAP AG entwickelt.

Elemente der EPK

In einer EPK können verschiedene Elemente, wie z.B. Ereignisse, Funktionen und logische Verknüpfungen verwendet werden. Ereignisse und Funktionen treten dabei immer alternierend auf, so können niemals zwei Ereignisse oder Funktionen direkt aufeinander folgen.

Die Objekte einer EPK werden immer mit einer 1:1-Zuordnung verbunden. Eine Ausnahme bilden die logischen Verknüpfungen, welche mehrere Ein- oder mehrere Ausgänge haben dürfen.

Ereignis


Ein Ereignis ist eine eingetretene Zustandsänderung und kann eine Vorbedingung für eine Funktion und/oder das Resultat einer Funktion sein. Ereignisse werden mit einer sechseckigen Figur dargestellt und beinhalten immer ein Substantiv, auf das ein Partizip Perfekt folgt. Beispiele: "Ware ist eingetroffen, "Auftrag wurde angenommen" usw.

Funktion


Eine Funktion stellt eine Aktivität dar, kann nur durch ein Ereignis ausgelöst werden und beschreibt, was ausgeführt wird. Aus einer Funktion resultiert auch immer ein Ereignis. Weiter hat jede Funktion einen Input, den sie dann in einen Output weiterverarbeitet. Für die Darstellung einer Funktion wird ein Rechteck mit abgerundeten Ecken verwendet. Als Text beinhaltet die Funktion immer ein Substantiv als Objekt und ein Verb, welches die Verrichtung an diesem Objekt beschreibt. Beispiele dafür wären z.B. "Kundenanfrage prüfen", "Bestellung erfassen" usw. Funktionen können unterteilt werden, bis eine weitere Unterteilung betriebswirtschaftlich nicht weiter sinnvoll wäre.

Organisationseinheit


Eine Organisationseinheit führt Funktionen aus. Dazu kann sie Zugriffe auf Informationsobjekte erfordern. Mit einer Organisationseinheit drückt man aus, wer eine bestimmte Funktion ausführt. Um eine Organisationseinheit darzustellen, verwendet man eine Ellipse, welche den Namen der Organisationseinheit beinhaltet. Beispiele dafür wären "Einkauf", "Produktion", "Verkauf" oder "Marketingleiter". Die nebenstehende Abbildung ist ein Beispiel für eine Organisationseinheit.

Informationsobjekt


Ein Informationsobjekt stellt ein Element der realen Welt, wie z.B. einen Kundenstamm, eine Rechnung oder ein Adressverzeichnis dar. Informationsobjekte werden zur Prozessausführung verwendet. Sie können für die Ausführung einer bestimmten Funktion benötigt werden aber auch das Ergebnis einer ausgeführten Funktion darstellen. Ein Informationsobjekt wird durch ein Rechteck mit zwei dünnen, vertikalen Streifen an den Seiten dargestellt. Es enthält als Text den Namen des Informationsobjekts. Ein Beispiel für ein Informationsobjekt ist links zu sehen.

Konnektoren


Konnektoren dienen als logische Verknüpfungen zwischen Ereignissen und Funktionen. Mithilfe dieser Konnektoren ist es möglich, alternative (OR), parallele (AND) und zusätzlich exklusiv-alternative (XOR) Abfolgen von Aktionen zu beschreiben.

Wie bereits angesprochen, gibt es drei Arten von Konnektoren:

  1. OR
    • Die Gesamtaussage ist wahr, wenn mindestens eine Aussage wahr ist
  2. AND
    • Die Gesamtaussage ist wahr, wenn alle Aussagen gleichzeitig wahr sind
  3. XOR
    • Die Gesamtaussage ist wahr, wenn genau eine Aussage zutrifft

Konnektoren können einen Ablauf in mehrere Teilabläufe unterteilen (Split) oder mehrere Teilabläufe zu einem einzigen Ablauf zusammenführen (Join). Die drei verschiedenen Konnektoren sind auf der nebenstehenden Abbildung zu sehen (es gibt für jeden Konnektor zwei Darstellungen).

Prozesswegweiser


Grössere Prozesse können in kleinere Unterprozesse unterteilt werden. Dazu wurde ein Notationselement für einen Prozesswegweiser geschaffen. Der Prozesswegweiser steht stellvertretend für eine eigene EPK. Sie beinhaltet den Namen des Unterprozesses.

Verbindungen

Die Verbindungen zwischen den verschiedenen Elementen werden mit geraden Kanten dargestellt. Der Kontrollfluss verbindet dabei Elemente wie Ereignisse, Funktionen, Konnektoren und Prozesswegweiser miteinander. Diese Verbindung wird mit einem gestrichelten Pfeil dargestellt. Möchte man eine Organisation an eine Funktion binden, so erübrigt sich eine Richtung - es kann eine normale, durchgezogene Kante verwendet werden. Resultiert ein Informationsobjekt aus einer Funktion, so wird ein durchgehender Pfeil von der Funktion auf das Informationsobjekt gezeichnet. Verwendet eine Funktion ein Informationsobjekt, so zeigt der Pfeil vom Informationsobjekt zur Funktion. Dies bezeichnet man auch als den Informationsfluss, hier werden durchgezogene Linien verwendet.

Regeln zur Modellierung von EPK

Die EPK lässt deren Anwendern viele Freiheiten, einige syntaktische und semantische Regeln wurden aber dennoch definiert. Im Folgenden werden noch diejenigen Regeln aufgeführt, die den bisherigen Abschnitten über EPK nicht zu entnehmen sind.

Allgemeine Regeln

  1. EPK werden immer vertikal dargestellt.
    • Organisationeinheiten werden links von Funktionen dargestellt.
    • Informationsobjekte werden rechts von Funktionen dargestellt.
  2. Eine EPK beginnt immer mit einem Ereignis.
  3. Es existieren keine isolierten Knoten (Knoten ohne Verbindungen).

Regeln für Konnektoren

  1. Ein Konnektor hat entweder mehrere Ausgänge oder mehrere Eingänge, aber keinesfalls beides.
  2. In einen Konnektor dürfen nur gleichartige Elemente führen (Ereignisse oder Funktionen).
  3. Ereignisse und Funktionen müssen auch über einen Konnektor hinweg alternierend sein.
    • Fliessen Funktionen in einen Konnektor, muss das Ergebnis ein Ereignis sein.
    • Fliessen Ereignisse in einen Konnektor, muss das Ergebnis eine Funktion sein.
  4. In einen Konnektor dürfen nur gleichartige Elemente führen (Ereignisse oder Funktionen).
  5. Ein Ereignis ist ein passives Element.
    • Da passive Elemente keine Entscheidungen treffen können, muss auf ein Ereignis immer der AND-Konnektor folgen.

Beispiel

Bei einem Fussballclub wurde ein Prozess definiert, um nach einer erfolglosen Saison neue Spieler zu akquirieren. Der Prozess definiert sich folgendermassen

  1. Das Startereignis lautet "Vorsaison erfolglos verlaufen".
  2. Die Organisationseinheit "Vorstand" führt nun die Funktion "Spieler akquirieren" aus. Dazu wird ein Spielerverzeichnis verwendet.
  3. Nun stösst man entweder auf einen Spieler (Ereignis; "Interessanten Spieler gesichtet") oder ein Spieler meldet sich spontan (Ereignis; "Externe Anfrage eingetroffen").
  4. Ist eines dieser Ereignisse eingetroffen, so werden Verhandlungen geführt (dies ist im Unterprozess "Verhandlungen führen" definiert).
  5. Der gewünschte Spieler kann nun dem Verein eine Absage erteilen (Ereignis; "Absage eingetreten"). Der Prozess ist hier zu Ende.
  6. Alternativ kann der Spieler das Angebot annehmen (Ereignis; "Verpflichtung eingetreten").
  7. Hat der Spieler das Angebot angenommen, so gibt der Pressesprecher eine Presseerklärung ab. Der Prozess ist an dieser Stelle zu Ende.

Dieser Prozess wird nun folgendermassen als EPK modelliert:




paedubucher
Professonial
Beitrag vom:
27-05-2007, 11:50:02

Visualisierung ohne Grafiken

Wäre ja noch schöner, wenn ich einen Artikel über die Visualisierung von Prozessen schreiben würde, der keinerlei Grafiken beinhaltet :-)

Wie sieht es eigenlich mit der Mindestgrösse von Grafiken aus? Ich glaube, einmal etwas von 400x400 gelesen zu haben. Trifft dies immer noch zu?

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picard
Professonial
Beitrag vom:
27-05-2007, 10:34:28

ups

sorry, hab dies übersehen.

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"...denn wir arbeiten nicht nur um uns selbst zu verbessern, sondern auch den Rest der Menschheit!"


paedubucher
Professonial
Beitrag vom:
26-05-2007, 21:37:45

Grafiken fehlen

Die Grafiken fehlen, offenbar ist der alte Bug wieder aufgetreten.

Statt <img src="http://www.it-academy.cc/images/temp/paedubucher/1.png"> sollet er IMHO <img src="http://www.it-academy.cc/images/paedubucher/1512/1.png"> verweisen (1512 statt temp). Liegt es wohl daran?

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