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Zweischneidig: MMOPGs

Massive Multiplayer Online Playing Games: Kulturelle Fallstudien oder gesellschaftliche Katastrophe?


Autor: Matthias Reuter (no_comment)
Datum: 28-04-2005, 21:32:30
Referenzen: PC-Intern.com
Schwierigkeit: none
Ansichten: 3819x
Rating: 10 (1x bewertet)

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Einleitung

Das Internet und die Performance heutiger Computer ermöglichen das, was Wissenschaftler normalerweise nur mit aufwendigstem technischem Aufwand automatisiert erreichen können: bis zu mehrere tausend Spieler kommunizieren auf einzelnen Servern gleichzeitig in eigenständigen Gesellschaftsformen: sie bilden Ministaaten, Hierarchien, ordnen sich unter, spinnen Intrigen, drohen, brechen Regeln, wenden Gewalt an.

Das Spiel mit dem Feuer...Inselkampf

INSELKAMPF ist ein browserbasiertes Onlinespiel. Werde Herrscher über deine eigene Insel, baue Gebäude und Schiffe, forsche nach Waffen, bilde eine Armee aus und ziehe damit in den Kampf. Jeder kann sich kostenlos registrieren.

Worum es wirklich geht...

Das Prinzip ist bei diesem Spiel ist so einfach, wie genial: auf die nötigsten Kommunikations- und Gestaltungsmittel reduziert, bietet es genug Möglichkeiten sich auf verschiedene Wege einzubringen: obwohl es tatsächlich nur 2 reelle Rangordnungen – Mitglied und Allianzadministrator – gibt, finden sich immer wieder neue Betätigungsfelder. So werden für eine erfolgreiche Gemeinschaft, der Allianz, unter anderem gute Diplomaten, Innenminister, Programmierer, Verwalter und Strategen gesucht. Diese werden dann durch stetigen Einsatz und genügend Ellenbogenkraft oder auch guten Beziehungen zu Administratoren einer Allianz.

Inselkampf

Die Kommunikation wird ausgelagert auf effizientere Systeme: umfangreiche Forensoftware hilft bei der Verständigung ebenso effizient wie ein gut programmiertes Strategie- und Kolonisationstool

Beziehungskiller MMOPG...

Es hat sich gezeigt dass in diesem Spiel Aktivität über den Erfolg oder Untergang einer Allianz entscheiden kann. Allianzen mit 60 aktiven Spielern haben mitunter Meta-Allianzen die mit bis zu 600 aktiven Spielern aufwarten konnten, gehörige Lektionen erteilt. Dolchstoßlegenden, Verrat und Spionage mit jeglichen Mitteln gehörten zur Tagesordnung.

Das tägliche und mitunter stundenlang anhaltende Kommunikations- und Planungsaufkommen lässt zwischen engagierten Spielern enge Beziehungen entstehen. Deutschlandweite Allianztreffen im mysteriumsgleichen „Reallife“ waren für die Beteiligten in der Regel wahre Events. Oft werden bei diesen Treffen weitere Pläne geschmiedet und ans Spiel ausgerichtet alle wichtigen und unwichtigen Themen besprochen.

Freundschaften und sogar Liebesbeziehungen entstehen hierdurch, weil man mit diesen Spielern - zwar nur virtuell, dafür aber unzählige spannende - Abenteuer erlebt und Aufgaben bewältigt hat.

Freundschaften und Partnerschaften im echten Leben leiden dagegen stark unter diesem Spiel, das weder Sonn- noch Feiertage kennt und dessen besten Spieler arbeitslose Eremiten mit persistenter Onlineverbindung sind. Geschickt ist, wer zumindest seinen Partner dazu bringt mitzuspielen, so dass es einen „Nerv-Faktor“ weniger gibt.

Ich will der beste sein...

Der in vielen Menschen innewohnende Geltungsdrang lässt Inselkampf aber auch zu einem harten Pflaster werden: das integrierte Allianz- und Spielerranking berechnet aus einer aus den nach Ausbaustufe der Inseln errechneten Punktzahl einen Wert, der für viele das Maß der Dinge darstellt.

Um sich hierbei einen Vorteil zu beschaffen, gehen manche über Leichen: Spielinternes Eintreiben von Schutzgeld, Multiaccounts, Ersteigern von Rohstoffen und Einheiten über Ebay oder Hacken einzelner Accounts oder gar des ganzen Spielservers sind eher die Regel als die Ausnahme. Für den Top1-Account eines beliebten Servers wurden schon 300 Euro bei Ebay geboten. 500 Katapulte gibt es für rund 10 Euro. Gegenseitige Beschuldigungen und Hass-Tiraden sind dagegen bewährte Propaganda-Mittel.

Systemwissenschaft für lau

Sie sind System- und Gesellschaftswissenschaftler und brauchen eine funktionierende und erprobte Miniwelt in der Sie Wesen und Unwesen des Menschen erforschen können? Für eine seriöse Studie werden mehr als 1000 Probanden benötigt, die Sie aber weder für ihren Exhibitionismus bezahlen noch von Ihrer Forschung in Kenntnis setzen möchten?

Dann sind Mikrokosmen wie Inselkampf genau das Richtige für Sie. Suchen Sie sich einen frischen, unverbrauchten Server, die im 3-6 Monats-Rhythmus hinzugefügt werden. Machen Sie nicht den Fehler zu versuchen die Studie durch die Wahl eines älteren Servers abzukürzen: Kommunikationstechnisch sind diese nach einem Jahr schon so vorbelastet, dass eine Analyse nicht mehr wertfrei möglich ist. Es haben sich bereits nicht mehr belegbare oder gefälschte Legenden gebildet, deren Wahrheitsgehalt sich nicht mehr eingrenzen lassen. Hier startet auch bereits der Prozess des „Ausblutens“, der eine Verwaisung des Servers hervorruft. Die Fronten sind geklärt, niemand vertraut mehr jemandem und ein jeder ist deprimiert, dass es keinen spieltechnischen Sieger gibt. Das Resultat ist ein kommunikatives Vakuum.

Sie haben richtig gelesen: Einen Sieger gibt es nie, genauso wie es nie ein Ende geben wird. Es wird immer welche geben die sich motiviert fühlen Herrscher über einen Server zu werden. Geschafft hat es noch niemand.


Floyd
Senior Member
Beitrag vom:
07-05-2005, 16:03:11

Guter Artikel

Ho no_comment, dein Artikel gefällt mir daher auch die 10 Punkte die du von mir bekommst. Ich bin der Meinung das MMOPs keine Beziehungskiller sind. Zwar sind sie streckenweise sehr Zeitaufwändig doch muss jeder selber wissen wie er mit seiner Zeit umgeht und diese Verplant / Verbraucht. Ich bin selber ein Computerfreak und hab Jahrelang Ultima Online: Renaissance gespielt oder Die Gilde. Beide spiele haben mir sehr gefallen. Seit kurzem Spiele ich Inselkampf was auch nicht schlecht ist. Trotz meiner Begeisterung für Multi-Player-Games finde ich jedoch noch genügend Zeit mich um meine Freundin zu kümmern. Mit etwas Gedult und Feingefühl konnte ich sie ebenfalls zu derartigen Spielen hinreißen. Zwar sind das dann Mohaa oder C&C Generals Stunde Null aber das Prinzip ist das selbe. Also von daher liegt es an jedem selbst was er mit seiner Zeit macht. Es ist zwar schwirig eine Frau zu finden die da mitspielt aber wie man sieht geht es.

Gruß Floyd

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Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers! http://blog.freakfabrik.net


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